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Kommentar Chinas lässt NXP-Milliardendeal platzen – ein gefährlicher Trend in der Chip-Branche

Die Regierung in Peking vereitelt den Kauf von NXP durch Qualcomm. Solche Eingriffe sind keine Seltenheit mehr – das ist eine Gefahr.
26.07.2018 - 18:11 Uhr Kommentieren
Qualcomm ist eines der ersten Opfer des Handelskrieges zwischen China und den USA. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Qualcomm-Chip

Qualcomm ist eines der ersten Opfer des Handelskrieges zwischen China und den USA.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Es ist mehr als 30 Jahre her, seit Frankreich und Italien ihre zwei nationalen Chiphersteller fusionierten. Die Verantwortlichen damals waren weitsichtig. Sie errichteten das Hauptquartier des Konzerns, der heute ST Microelectronics heißt, auf neutralem Grund in Genf. Den Entscheidern war bewusst, wie groß die Versuchung der Politiker ist, sich in eine Vorzeigebranche einzumischen. Also gaben sie Einfluss auf – im Sinne des Unternehmens.

Ob die Politiker heute wieder so handeln würden? Wohl kaum. Immer stärker mischen sich Regierungen in die Industrie ein. An diesem Donnerstag musste der US-Konzern Qualcomm die Übernahme des niederländischen Wettbewerbers NXP abblasen. Kartellämter weltweit hatten den 44 Milliarden Dollar schweren Deal genehmigt, nur die chinesischen Behörden nicht.

Das ist kein Einzelfall mehr. Vor allem die USA haben bereits häufiger Zukäufe ausländischer Chipfirmen in ihrem Land untersagt. Auch der Dax-Konzern Infineon war schon betroffen und musste eine Akquisition absagen.
Würden die Regierungen wegen begründeter kartellrechtlicher Bedenken eingreifen, wäre das durchaus verständlich. Viel eher wird aber inzwischen abstrakt mit nationalen Sicherheitsinteressen argumentiert, wie in den USA. In China verknüpfen die Zuständigen die Chip-Übernahme mit anderen handelspolitischen Streitereien.

In jedem Fall wird die unternehmerische Freiheit in der Branche zunehmend beschnitten. Das bremst letztlich den Fortschritt. Qualcomm ist der größte Anbieter von Kommunikationshalbleitern und wollte sich im Verbund mit NXP, einem Autochip-Spezialisten, für das Zeitalter der autonomen Fahrzeuge rüsten. Das hätte die Branche durchgeschüttelt und gewaltige Kräfte bei der Konkurrenz freigesetzt.

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    Nun werde der Konzern stattdessen für 30 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen, teilte Qualcomm mit. Davon profitieren nur die Investoren. Das sollte der Politik eine Warnung sein.

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