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Kommentar Fiat-Chrysler-Chef Marchionne verabschiedet sich vom Kleinwagen

Der italienisch-amerikanische Autobauer setzt auf Luxus, nicht auf den Massenmarkt. Damit geht Konzernlenker Marchionne ins Risiko.
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Fiat-Chrysler-Chef Marchionne präsentierte die Strategiepläne des italo-amerikanischen Autokonzerns. Quelle: Reuters
Fiat 500

Fiat-Chrysler-Chef Marchionne präsentierte die Strategiepläne des italo-amerikanischen Autokonzerns.

(Foto: Reuters)

New YorkFiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne entscheidet sich dazu, über die Probleme seines Konzerns zu schweigen. Damit wirkt das nicht gesagte Wort mehr als das gesagte.

Der 65-jährige Konzernchef sagt bei der Präsentation seines Strategieplans in Italien nichts zu der Hauptmarke Fiat und erwähnt auch Chrysler nur am Rande. Stattdessen konzentriert Marchionne sich bei seinen Kundgebungen ganz auf die Marken Jeep, Ram, Alfa Romeo und Maserati.

Die Details zu den neuen Modellen und die ehrgeizigen Pläne für die einzelnen Marken sind interessant. Aber viel interessanter ist, was seine Auswahl zeigt: Das Massensegment von Fiat und Chrysler ist für FCA nicht mehr relevant.

Chrysler kann sich noch durch der Kooperation mit der Google-Tochter Waymo retten, die erst diese Woche weitere 62.000 Pacifica-Minivans bestellt hat. Aber die Minivans von Chrysler sind nur eine Art Hülle, in der Waymo seine Technologie platziert.

Zu Fiat hingegen hat sich Marchionne nicht geäußert, weil er die Marke nicht für relevant für das Wachstum hält – wie er selbst sagte. Marchionnes Strategieplan konzentriert sich komplett auf die teureren Marken des Hauses, die bei den Kunden besser ankommen. Die Massenmarken Fiat und Chrysler, die einst den Unternehmenserfolg ausmachten, werden immer unwichtiger.

Mit seiner Entscheidung zeigt Marchionne wieder einmal Mut: Er glaubt nicht daran, dass man Käufer in Zukunft noch mit Kleinwagen locken kann. Wenn sie überhaupt noch ein eigenes Auto besitzen wollen, dann ein besonderes, so zumindest seine Logik.

Marchionne hatte schon einmal alles auf eine Karte gesetzt. In den USA setzt der Konzern seinen Fokus seit langem verstärkt auf SUVs, Pick-ups und Cross-Overs. Diese Entscheidung ging auf: Dank hoher Nachfrage im Mai nach beispielsweise Jeep-Modellen hat Fiat Chrysler ein Verkaufsplus von elf Prozent verzeichnet.

Vielleicht wird der Konzernchef, der sein Amt 2019 niederlegen will, auch mit seiner neuen Strategie langfristig Recht behalten. Für die Marke Fiat jedenfalls gibt es wenig Hoffnung bei FCA.

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