Kommentar Krankenhäuser investieren zu wenig in neue Technologie

Krankenhäuser brauchen mehr Anreize, in die Digitalisierung zu investieren. Vor allem eine Sparte bietet da viel Potenzial.
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Um die steigenden Gesundheitskosten durch den demografischen Wandel zu bewältigen, müssen die Kliniken technologisch aufrüsten. Quelle: dpa
Neuartiger Operationsbereich am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Um die steigenden Gesundheitskosten durch den demografischen Wandel zu bewältigen, müssen die Kliniken technologisch aufrüsten.

(Foto: dpa)

FrankfurtDeutschlands Kliniken geht es derzeit wirtschaftlich ganz gut, heißt es im aktuellen Krankenhaus Rating Report. Das wäre doch die rechte Gelegenheit, in Digitalisierung zu investieren, möchte man meinen. Denn hier hat die Branche ja bekanntermaßen Nachholbedarf.

Aber wenn man sich die diesbezüglichen Aktivitäten vieler Kliniken anschaut, gewinnt man den Eindruck: Investitionen in neue Technologien sind neben der Frage des Geldes vor allem auch davon abhängig, welche Leidenschaft einzelne Klinikdirektoren dem technologischen Fortschritt entgegenbringen. Noch immer geben Krankenhäuser in Deutschland lediglich zwischen ein und zwei Prozent ihres Umsatz für IT aus.

Das reicht vielleicht, um den Status quo zu erhalten. Allein schon die flächendeckende Ausstattung eines Krankenhauses mit WLAN wird da zur Herausforderung, von Investitionen in intelligente diagnostische Systeme ganz zu schweigen. Im internen Wettbewerb um die Budgets ziehen die IT-Abteilungen allzu oft den Kürzeren gegenüber den Belangen medizinischer Fachabteilungen.

Viele Techniken sind noch nicht erprobt

Es gibt viel zu wenig Anreize für die Kliniken, in Technologie zu investieren. Wie man das ändern kann? Durch eine ähnliche Initiative, wie sie der ehemalige Bundesminister Gröhe beim Thema Qualität initiiert hat. Wer bestimmte qualitative Standards nicht erfüllt, wird mit Leistungsabschlägen bestraft.

Natürlich sind viele technologische Neuerungen wie etwa der Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Diagnose von Krankheiten noch nicht ausreichend erprobt, und ihr Nutzen muss noch überprüft werden. Aber es lassen sich sehr wohl technologische Standards bei der Behandlung von Patienten definieren, deren Einhaltung dann entsprechend vergütet wird.

In zehn Jahren sind zwei Drittel der Patienten älter als 60, und ein Viertel ist älter als 80 Jahre. Um die absehbar steigenden Kosten zu bewältigen, müssen die Kliniken technologisch aufrüsten.

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