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Kommentar Kündigungen sind nach dem geplatzten Stahldeal das falsche Signal

Mit seiner strategischen Wende um 180 Grad hat der Thyssen-Krupp-Vorstand alle überrascht – mal wieder. Leidtragende sollten nicht die Mitarbeiter sein.
Update: 10.05.2019 - 19:54 Uhr Kommentieren
Der Stahlkonzern steht erneut vor dem Umbruch. Quelle: Reuters
Thyssen-Krupp-Chef Guido Kerkhoff

Der Stahlkonzern steht erneut vor dem Umbruch.

(Foto: Reuters)

Es ist noch kein Jahr her, seit Heinrich Hiesinger und Ulrich Lehner im Streit um die strategische Ausrichtung von Thyssen-Krupp überhastet ihre Posten räumten und das Unternehmen so ins Chaos stürzten. Der damalige Finanzchef Guido Kerkhoff war geblieben – und empfahl sich nach langer Unsicherheit mit seinem Plan, den 200 Jahre alten Traditionskonzern aufzuspalten, erfolgreich für den Vorstandsvorsitz.

Kaum ein Dreivierteljahr später steht bei Thyssen-Krupp wieder eine weitreichende Entscheidung an: Nachdem das Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel Europe geplatzt ist, will Kerkhoff das Unternehmen als Holding weiterführen. Als zentrale Bereiche gelten dabei ausgerechnet der Werkstoffhandel und das Stahlgeschäft – während die Aufzugssparte, die früher auch schon mal als neues Kerngeschäft galt, nun in Teilen an die Börse gebracht werden soll.

Wieder beginnt damit für Belegschaft, Kunden und Aktionäre eine Phase der Unsicherheit. Und wieder ist fraglich, ob die Pläne am Ende zum Erfolg führen werden.

Betrüblich ist das vor allem vor die Mitarbeiter, die zum Teil schon seit Jahren nicht mehr wissen, wohin die Reise eigentlich geht. Das ist freilich, wie im Beispiel der Stahlfusion, nicht immer die Schuld des Vorstands. Doch der ist dafür in der Lage, in solch unruhigem Fahrwasser für die nötige Stabilität zu sorgen.

Damit, dass der Vorstand betriebsbedingte Kündigungen diesmal nicht von vornherein ausschließt, erreicht er allerdings das Gegenteil. Auch wenn das wirtschaftliche Umfeld sich gerade deutlich eintrübt: Bei einem Teilbörsengang der Aufzugssparte ist ein Milliardengewinn zu erwarten, der in Form von Arbeitsplatzsicherheit auch den Mitarbeitern zugutekommen sollte.

Die Aktionäre profitieren derzeit wenigstens von satten Kursgewinnen – die noch einmal deutlich anziehen dürften, sollte das Vorhaben tatsächlich in die Tat umgesetzt werden.

Dass Thyssen-Krupp sich grundsätzlich verschlanken muss, um die schwache Profitabilität auf ein erträgliches Maß zu erhöhen, steht dabei außer Frage. Die 2.000 Stellen in der Stahlsparte zum Beispiel wären ziemlich sicher auch bei einem erfolgreichen Joint Venture weggefallen – allerdings sozialverträglich und planbar für die Beschäftigten.

Ein solches Vorgehen auch für die weiteren 4.000 Beschäftigten anzukündigen, die nun wohl in den nächsten Jahren ihre Stelle verlieren werden, wäre in diesen unruhigen Zeiten ein starkes Signal gewesen. Und nach den turbulenten vergangenen Jahren wohl auch ein verdientes.

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