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Kommentar Wende vertagt: Die Strategie von BASF-Chef Brudermüller wird auf die Probe gestellt

Entgegen der eigenen Erwartungen wird der Chemieriese 2020 nicht auf den Wachstumskurs zurückkehren. Coronavirus und das Kunststoff-Geschäft setzen BASF unter Druck.
28.02.2020 - 16:19 Uhr Kommentieren
Der Manager hat den Konzern umgebaut. Quelle: Reuters
BASF-Chef Martin Brudermüller

Der Manager hat den Konzern umgebaut.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Gemessen an der panischen Stimmung an den Kapitalmärkten wegen des Coronavirus wirken die Zahlen und Prognosen des Chemieriesen BASF geradezu beruhigend. Nach knapp 30 Prozent operativem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr stellt der Ludwigshafener Konzern für 2020 immerhin einen in etwa stabilen Betriebsgewinn und ein moderates Umsatzwachstum in Aussicht.

Ein negativer Corona-Effekt ist dabei für die erste Jahreshälfte bereits einkalkuliert – wenn auch nicht eine globale Ausbreitung des Coronavirus, wie sie derzeit die Märkte offenbar unterstellen.

Klar ist nach Vorlage der Zahlen, dass sich das Geschäft des weltweit führenden Chemiekonzerns im Gegensatz zu den ursprünglichen Erwartungen weiterhin enttäuschend entwickeln wird. Denn nach dem „Übergangsjahr“ 2019 – so der Plan – sollte der Konzern im laufenden Jahr eigentlich wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zurückkehren.

Stattdessen setzt sich nun offenbar erst einmal die langjährige Stagnationsphase fort. Ertragskraft und Cashflow sind zwar insgesamt weiter solide, bewegen sich letztlich aber auf einem Niveau, das man auch vor zehn Jahren schon erreichte. Auf eine neue Gewinn-Dynamik müssen die BASF-Aktionäre weiter warten. Die neue Strategie von Firmenchef Martin Brudermüller wird insofern auf eine deutlich härtere Probe gestellt als gedacht.

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    Der Virus aus dem Reich der Mitte ist dabei ein gewichtiger, wenn auch nicht der einzige Bremsfaktor. Seine Wachstumsannahmen für die Weltwirtschaft und die Chemienachfrage hat das BASF-Management in Reaktion auf die Corona-Krise bisher um rund 0,6 Prozentpunkte gegenüber den ursprünglichen Erwartungen gesenkt. China wird nach Kalkulation der BASF als Folge der Corona-Epidemie nur um 4,5 statt um sechs Prozent wachsen.

    Die langfristigen Perspektiven des Landes sieht Brudermüller indessen nicht in Frage gestellt, ebenso wenig wie die Strategie der BASF. „Wer auf dem Weltmarkt wachsen will, muss am Wachstum Chinas teilhaben“, lautet seine Devise. Auch an den massiven Investitionsplänen des Konzerns in China wird sich damit nichts ändern.

    Bis 2030 sollen zehn Milliarden Dollar in einen neuen großen Chemiekomplex in der Provinz Guangdong fließen. Der Investitionsschwerpunkt wird sich damit in den nächsten fünf Jahren nach Asien verlagern. Rund 41 Prozent der geplanten Gesamtinvestitionen von rund 24 Milliarden Euro will die BASF in Asien tätigen, nur noch 34 Prozent in Europa.

    Mehrere Belastungsfaktoren

    Zweiter Belastungsfaktor neben dem Corona-Effekt ist die schwierige Situation im Kunststoff- und Basischemie-Geschäft. Die lange Zeit hochprofitablen Segmente werden aktuell von erheblichen Überkapazitäten und Margenverfall geprägt. Und daran wird sich vorerst offenbar wenig ändern, wie die Erläuterungen des BASF-Chefs auf der Bilanz-Pressekonferenz deutlich machten. Auch für 2020 kalkuliert der Konzern hier mit deutlichen Einbußen.

    Die spannende Frage wird sein, inwieweit das Geschäft mit höherwertigen und verbrauchernäheren Chemieprodukten dieses Defizit kompensieren kann. Die BASF ist im Grunde auf diesem Gebiet der am weltweit breitesten aufgestellte Anbieter, kämpft bisher aber mit einigen Renditeschwächen in diesem „Downstream“-Geschäft.

    Immerhin zeichnet sich hier dank eines relativ harten Sparprogramms, der internen Reorganisation und der Bereinigung des Produktprogramms nun ein positiver Trend ab. Im vergangenen Jahr verbesserten die Spezialchemie-Bereiche ihr operatives Ergebnis erstmals seit langem wieder deutlich um etwa ein Viertel.

    Für 2020 traut sich der Konzern weitere Fortschritte zu. Zudem ist der Anteil des hochprofitablen Agrochemie-Geschäfts nach dem Erwerb von Saatgut- und Pflanzenschutz-Aktivitäten von Bayer spürbar gewachsen. Strukturell erscheint der BASF-Konzern damit in besserer Verfassung. Aber um das auch in effektiv steigende Gewinne zu übersetzen, braucht der Chemieriese weiter den Rückenwind der Konjunktur.

    Mehr: Lesen Sie hier, wie Pharmakonzerne an Mitteln gegen das Coronavirus forschen.

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