Kommentar zu Bosch Rexroth Denner zieht die Zügel an

Bosch-Chef Denner nimmt sich die Schwächen des Konzerns vor: Bei der Industriesparte Rexroth wird erneut der Rotstift angesetzt. Doch in der Neuausrichtung läuft Denner Gefahr, den Rückhalt der Mitarbeiter zu verlieren.
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Der Bosch-Chef richtet das Unternehmen auf Vernetzung aus. Quelle: dpa
Volkmar Denner

Der Bosch-Chef richtet das Unternehmen auf Vernetzung aus.

(Foto: dpa)

Bosch-Chef Volkmar Denner richtet seinen Konzern auf Vernetzung aus. Das kostet viel Geld, das die traditionellen Bereiche verdienen müssen. Dieses Fundament darf keine Risse habe. Schwächelt da eine der tragenden Säulen, dann schaut Denner sehr genau und streng hin.

Und er handelt seit diesem Jahr schneller, als das vielleicht früher üblich war. In der Industriesparte Rexroth sollen nun die Kosten bis 2018 um 450 Millionen Euro gesenkt werden. Insgesamt sollen die Firmenstrukturen „verschlankt“ und die Effizienz erhöht werden. Bereits Ende 2014 hatte Bosch Rexroth die Streichung von 580 Stellen bekanntgegeben.

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen und Märkte. Quelle: Andreas Labes
Martin Buchenau

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen und Märkte.

(Foto: Andreas Labes)

Ein bisschen drängt sich auch der Eindruck auf, als habe ihm sein Vorgänger Franz Fehrenbach beim Stabwechsel 2012 neben der Beendigung des milliardenschweren Solarabenteuers noch mehr undankbare Aufgabe überlassen.

Es mag eine zufällige Häufung sein. Es mag auch sein, dass es jeweils unterschiedliche Gründe gibt. Seien es nun konjunkturelle oder strukturelle. Aber es ist offensichtlich, dass der Bosch-Chef ganz genau auf die Rendite vor allem der traditionellen Bereiche schaut. Bosch Rexroth mit seinen 5,6 Milliarden Euro Umsatz schwächelt seit einigen Jahren. Zuletzt gab es nur noch eine magere Umsatzrendite von einem Prozent. Selbst der Gewerkschaft war klar, dass etwas kommen würde.

Wenn der Tesla selbst steuert
S wie Selbstständig
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Mit 1300 Metern Kabeln und 50 Komponenten hat Bosch das Model S von Tesla in 1400 Arbeitsstunden aufgerüstet. Damit fährt das Elektroauto vollkommen selbstständig - ohne den typischen „Turm“ auf dem Dach.

Hände weg
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Da Model S fährt völlig selbstständig. Auf einem Monitor kann man ablesen, wie das Fahrzeug die Umgebung scannt. Beim Bremsen geht das Modellfahrzeug bei der Testfahrt noch etwas zu rabiat in die Eisen.

Wenn das Auto selber lenkt
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So stellt sich Bosch die Technologie im Modell vor: Das Auto erkennt einen Stau und kann selbstständig die Spur wechseln.

BMW im Freiflug
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Für die Fahrpräsentationen hat Bosch auch einen 3er von BMW mit der Technologie ausgerüstet. Von der Serie sind die Fahrzeuge allerdings noch ein wenig entfernt: die vielen Sensoren haben momentan noch einen hohen Preis.

Alles im Blick
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Im neuen Audi TT zeigt Bosch, was heute schon möglich ist: Ein virtuelles Display liefert einen perfekten Überblick. Nebenan zeigt Bosch in einem Jaguar XE das MySpin-System, mit dem beliebte Apps auch im Auto gestartet werden können.

Gar nicht so unvernünftig wie er aussieht
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„Die beste Zeit des Verbrenners kommt erst noch“, sagt Rolf Bulander, Chef der Bosch Mobility Sparte. Was das heißt zeigt der Zulieferer auch in Boxberg. Der neue Mustang läuft mit einem Direkteinspritzer - und das relativ rasant.

Mehr Power durch Direkteinspritzung
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Durch eine Direkteinspritzung mit 350 Bar sollen die Partikelemmissionen auch bei hohen Geschwindigkeiten sinken. Der Spritverbrauch fällt um bis zu 15 Prozent niedriger aus.

Nun sind ein Sparprogramm für den Bereich mobile Anwendungen von 450 Millionen Euro bis 2018 ein gewaltiger Brocken. Harte Sparprogramme sind bei Bosch aber so etwas wie die letzte Chance. Wer die nicht nutzt, kommt auch bei dem Stiftungskonzern, der sonst als besonders fürsorglich gegenüber seinen Mitarbeiter gilt, auf die Verkaufsliste. Da brauchen die Kollegen von Bosch Rexroth, die Pumpen, Motoren, Getriebe und Hydraulik für Bau- und Landmaschinen liefern, nur nach Hildesheim zu den Startern und Generatoren in der Automobilsparte schauen. Die Sparte mit 1,4 Milliarden Euro will Bosch loswerden. Auch hier wurde zuvor jahrelang saniert, den Beschäftigten viel abverlangt, ohne bahnbrechenden Erfolg.

Das Wir-Gefühl bei Bosch ist belastet
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1 Kommentar zu "Kommentar zu Bosch Rexroth: Denner zieht die Zügel an"

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  • Sie schreiben, daß Hr. Denner einige Dinge, die ihm sein Vorgänger Hr. Fehrenbach überlassen habe, zurechtrücken muß. Im Falle Bosch Solarabenteuer und Rexroth war aber zur aktiven Zeit des Hr. Fehrenbach gemäß Bosch-Geschäftsberichten ein und diesselbe Person für diese beiden Bereiche langjährig zuständig, die eben nicht Fehrenbach - sondern Hr. Dais - hieß.
    Dieses sollte schon der Richtigkeit halber und der Fairness wegen erwähnt werden.
    Das die Tochter Bosch Rexroth heute so schlecht dasteht hat aber sicher auch intrinsische Ursachen. Das direkte Wettbewerbsumfeld zeigt, daß es auch ganz anders - nämlich wirtschaftlich erfolgreich - geht. Auch 2015. Auch die Jahre davor.

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