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BASF-Werk in Ludwigshafen

Die Chemiefirmen leiden unter den Problemen der Autohersteller.

(Foto: dpa)

Konjunkturschwäche Die deutsche Chemieindustrie verliert an Fahrt

Deutschlands drittgrößter Industriezweig wächst kaum noch. Das zeigt deutlich die Schwäche der allgemeinen Konjunkturlage auf.
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In der deutschen Chemieindustrie trübt sich die wirtschaftliche Lage weiter ein. Das zeigen die am Mittwoch vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal des Branchenverbandes VCI. Rechnet man die Pharmaprodukte heraus, so ist die Produktion von Chemikalien in dem Zeitraum sogar gesunken.

Allein dank leicht gestiegener Preise konnte der Umsatz in der Branche leicht noch leicht auf 48,1 Milliarden Euro zulegen. Die Chemieindustrie gilt als guter Indikator für die allgemeine Konjunktur in Deutschland und weltweit, denn die Branche liefert Grundstoff in nahezu sämtliche Zweige der verarbeitenden Industrie.

„In der deutschen und europäischen Wirtschaft werden immer stärkere Bremsspuren sichtbar“, kommentiert der neue VCI-Präsident Hans Van Bylen die Entwicklung. „Die Nachfrage unserer Kunden nach Chemieprodukten wird schwächer.“

Die Verunsicherung der Unternehmen steigt wegen der zunehmenden Risiken, wie die Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China sowie dem Brexit.

Besonders wichtig ist für die deutschen Chemieunternehmen ihr Hauptkunde, die Automobilindustrie. Die Fahrzeughersteller hätten im dritten Quartal ebenso wie viele Kunststoffverarbeiter ihre Produktion deutlich zurückgefahren. Diesen Trend bestätigen auch aktuelle Einschätzungen des Statistischen Bundesamtes.  

Die Autobranche leidet unter anderem unter der Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP. Wie weit sich die Automobilindustrie und damit die Nachfrage nach Kunststoffen und Chemikalien in den nächsten Monaten erholen wird, ist offen.

Nicht nur in Deutschland und Europa spüren die Chemieunternehmen eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik. In China, dem größten Chemiemarkt der Welt, sei die Entwicklung der Industrie deutlich verhaltener ausgefallen, die Chemieproduktion setzte ihr Wachstum dort nur noch bescheiden fort, heißt es beim VCI. Nur die USA sorgen weiterhin für Schwung.

Deutlich getrübt werden die Perspektiven der Branche auch durch steigende Rohstoff- und Energiekosten. „Die weitere Entwicklung auf den Ölmärkten dürfte keine Entspannung bringen“, erwarten die Experten des VCI.

Die Abschwächung in der Chemie hatte sich bereits in den zuletzt vorgelegten Firmenergebnissen gezeigt. Bei BASF etwa ist der Betriebsgewinn im dritten Quartal gesunken. „Die Herausforderungen im makroökonomischen Umfeld nehmen zu“, sagte Firmenchef Martin Brudermüller. „Wir sind weder mit unserer Geschäftsentwicklung, noch mit der Entwicklung unserer Aktie zufrieden.“

Wegen der Skepsis über die weitere Gewinnentwicklung der Chemiefirmen sind Investoren in den vergangenen Monaten reihenweise aus den Aktien von BASF, Covestro, Evonik und Lanxess ausgestiegen. Die Kursverluste seit Jahresbeginn liegen zum Teil bei mehr als 25 Prozent.

Der VCI rechnet für 2018 aber dank des starken ersten Halbjahres weiterhin damit, dass der Branchenumsatz um 4,5 Prozent auf 204 Milliarden Euro zulegen wird.

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