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Konjunktursorgen Chemieindustrie erwartet schwaches neues Jahr

Die Chemiebranche wird 2020 nach Erwartung des Verbands kaum zulegen. Der kommende VCI-Präsident Christian Kullmann soll neue Impulse setzen.
Update: 03.12.2019 - 11:59 Uhr Kommentieren
Die Chemie ist die drittgrößte Industriebranche in Deutschland. Quelle: Imago
Im Labor

Die Chemie ist die drittgrößte Industriebranche in Deutschland.

(Foto: Imago)

Frankfurt Die deutschen Chemieunternehmen spüren noch keine konjunkturelle Besserung und zeigen sich für für 2020 skeptisch. Das ergab die am Dienstag vorgestellte Branchenumfrage des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). „Die geringe wirtschaftliche Dynamik wird sich noch weit ins kommende Jahr ziehen“, sagte Verbandspräsident Hans Van Bylen, der Ende März aus dieser Position ausscheiden wird. Sein Nachfolger soll Evonik-Chef Christian Kullmann werden.

Für die gesamte Branche erwartet der VCI im kommenden Jahr ein nur leichtes Umsatzwachstum von 0,5 Prozent auf rund 194 Milliarden Euro. Dies werde aber allein auf die Pharmaindustrie zurückgehen, die in den Zahlen enthalten ist. De facto bedeutet dies also, dass die reinen Chemieunternehmen 2020 stagnieren oder wahrscheinlich eher Umsatz verlieren werden.

Für die gesamte deutsche Industrie ist die kein gutes Signal. Die Chemiebranche gilt als guter konjunktureller Indikator, weil sie nahezu die gesamte verarbeitende Industrie mit Grundstoffen und Vorprodukten beliefert und so Nachfrageveränderungen früh spürt. Insbesondere gilt dies für die Autoindustrie, sie ist die größte Kundengruppe der Chemie.

Die Skepsis der Chemiefirmen gilt nicht nur fürs Inland. Auch von den Auslandsmärkten seien keine Wachstumsimpulse zu erwarten, heißt es beim VCI. Aktuell hielten sich viele Kunden mit Bestellungen weiter zurück, was im Wesentlichen auf die weltpolitischen Unsicherheiten zurückzuführen ist. Im vierten Quartal, so heißt es in der Branche, hätten viele Firmen zunächst ihre Lagerbestände an Chemikalien und Kunststoffen abgebaut.

Dies war ein Grund, warum der VCI seine Prognose für 2019 wenige Wochen vor Jahresende am Dienstag noch einmal gesenkt hat. Er geht jetzt von einem Rückgang der produzierten Menge von 7,5 Prozent aus. Dazu trug aber auch ein statistischer Effekt bei, da im Vorjahresquartal ein einzelnes Medikament für einen ein einmaligen Umsatzschub gesorgt hat.   

Kullmann löst Van Bylen ab

Wie bereits berichtet, bekommt der Chemieverband im kommenden Jahr einen neuen Präsidenten. Ende März 2020 wird der Vorstandschef des Spezialchemiekonzerns Evonik, Christian Kullmann, dieses Posten übernehmen. Eine Mitgliederversammlung am 25. März soll ihnen wählen. 

Kullmann löst den amtierenden VCI-Präsidenten Hans Van Bylen ab, der das Amt seit gut einem Jahr innehatte. Van Bylen scheidet zum Jahresende als CEO des Henkel-Konzerns aus. Traditionell wird die VCI-Spitze vom Chef eines der großen Branchenkonzerne gestellt, etwa von BASF, Bayer oder nun Evonik.

Van Bylen hätte gemäß der VCI-Satzung noch länger im Amt bleiben können. Doch wollen die großen Chemiekonzerne die wichtige Spitzenposition im Lobbyverband frühzeitig neu besetzen. Der Verband wünscht sich ein stärkeres Gewicht in der Politik. Kullmann gilt als gut verdrahtet und setzt bereits als Evonik-Chef immer wieder politische Akzente.

Mehr: Die schwächere Konjunktur und die verhaltende Nachfrage aus der Industrie halten die Branche fest im Griff. Die Umsätze der Konzerne sinken.

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