Konzernumbau bei Siemens Kaeser dementiert Streichung von 11.600 Jobs

Siemens will im Zuge des Konzernumbaus mindestens 11.600 Arbeitsplätze streichen – das soll Konzernchef Joe Kaeser gegenüber Analysten und Investoren angekündigt haben. Doch jetzt dementiert der Siemens-Manager.
Update: 30.05.2014 - 17:09 Uhr 3 Kommentare
Siemens-Chef Joe Kaeser will seinen Konzern neu aufstellen. Quelle: dpa

Siemens-Chef Joe Kaeser will seinen Konzern neu aufstellen.

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München/New YorkSiemens-Chef Joe Kaeser hat Berichte, wonach Siemens die Streichung von weltweit 11.600 Stellen plant, zurückgewiesen. „Die Meldungen sind so nicht richtig beziehungsweise völlig falsch ausgelegt“, schrieb Kaeser am Freitag in einer Mail an alle deutschen Mitarbeiter, die der dpa vorliegt.

Er habe in einem Vortrag in New York lediglich darauf hingewiesen, welche Stellen bei Siemens von den anstehenden und teilweise bereits begonnenen Umbauten betroffen seien. Neben 7600 Stellen in den vier Sektoren, die Kaeser als Einheiten abschaffen will, sind das rund 4000 in der sogenannten Clusterorganisation in den Regionen. „Diese beiden Zahlen wurden offensichtlich addiert und dann als 'Abbau' berichtet“, so Kaeser.

„In diesem Zusammenhang hatte ich dann die oben genannten Zahlen erwähnt und gleichzeitig ausdrücklich davon gesprochen, dass diese dann vorzugsweise in weiten Teilen anderweitig eingesetzt werden könnten“, schrieb der Konzernchef weiter. Er sei nach seiner Rückkehr nach Deutschland von Meldungen zum Stellenabbau regelrecht überschüttet worden.

Richtig sei, dass er darüber gesprochen habe, dass das Management das Unternehmen wieder näher an die Kunden bringen, intern die Geschäfte näher zusammenbringen und den Abstand von Vorstand zum „realen Geschäft“ reduzieren müsse. Dazu werde Siemens Hierarchieebenen streichen und Geschäftseinheiten zusammenlegen. Außerdem müsse die Bürokratie zum Teil deutlich verringert werden.

Was mal alles Siemens war
Osram startet an der Börse
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Osram

Wolfgang Dehen freut sich über die Erstnotiz der Aktie der Osram Licht AG. Das Unternehmen gehörte lange Siemens und ging 2013 als eigenständiges Unternehmen an die Börse – die Siemens-Aktionäre wurden beteiligt. Der erste Kurs lag am 8. Juli 2013 bei 24,00 Euro. Derzeit fährt der Hersteller einen Sparkurs und streicht Stellen.

Siemens will sechs Milliarden Euro sparen
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Siemens Hausgeräte

Die bekannten Waschmaschinen, Kaffeeautomaten oder Staubsauger mit dem Siemens-Logo stammen in der Regel vom Gemeinschaftsunternehmen Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH), das bereits seit 1967 existiert. Im Jahr 2013 stieg der BSH-Umsatz um 7 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Inzwischen hat sich Siemens aus dem Geschäft ganz zurückgezogen und die Anteile für drei Milliarden Euro an den Partner Bosch verkauft.

Gigaset bilanziert zweites Quartal
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Gigaset

Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen hat Siemens im Jahr 2008 an den Finanzinvestor Arques verkauft, der seit 2011 als Gigaset AG firmiert. Ein Streit über den Verkaufspreis zog sich bis weit in das Jahr 2010 hin, Siemens verzichtet schließlich wohl auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

huGO-BildID: 8061727 ** ARCHIV ** Ein Stopschild ist am 28. Sept. 2006 in Kamp-Lintfort an einer Produktionshalle des Handy-Herstellers BenQ zu sehe
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Siemens Mobile

Der Verkauf der Handy-Sparte an den taiwanischen Elektronikkonzern 2005 war für Siemens ein unrühmliches Kapitel. Das Rennen mit Branchengrößen wie Nokia konnte Siemens nicht mithalten, doch auch unter den neuen Besitzer hatte das Unternehmen keine Zukunft. Die Firma mit etwa 7000 Mitarbeitern stellte Ende 2006 die Produktion ein.

huGO-BildID: 31796967 FILES - A general view of Nokia Siemens Networks in Espoo on November 23, 2011. Finnish telecom equipment maker Nokia is buying
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Siemens Networks

Das Geschäft mit der Ausrüstung für Telefonnetze brachte Siemens im Jahr 2007 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia ein. Nokia Siemens Networks machte danach etliche Sparrunden durch. Anfang Juli kündigte Siemens den Verkauf seines 50-Prozent-Anteil für 1,7 Milliarden Euro an Nokia an.
Siemens hatte bereits seit langem den Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen gesucht. Mit dem Verkauf des NSN-Anteils treibe das Unternehmen die „Fokussierung auf unser Kerngeschäft weiter konsequent voran“, teilte Joe Kaeser, damals Siemens-Finanzvorstand, mit.

Employees are pictured inside a clean room of German semiconductor manufacturer Infineon in Regensburg
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Infineon

Ähnlich wie Osram erging es auch der Chipsparte von Siemens. Sie wurde aber bereits zum Höhepunkt des Börsenbooms Anfang 2000 unter dem Namen Infineon an die Börse gebracht. Zunächst hielt Siemens noch einen Großteil der Aktien, gab diese aber bis 2006 alle ab. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Infineon 3,9 Milliarden Euro Umsatz und 432 Millionen Euro Gewinn mit den auch zukünftig fortgeführten Unternehmensteilen.

Epcos-Quartalszahlen unter Erwartung
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Epcos

Im Sommer 2008 verkündete der japanische Technik-Konzern TDK den Kauf von Epcos, einer ehemaligen Siemenssparte. Der Kaufpreis betrug etwa eine Milliarde Euro. Siemens hatte den Hersteller passiver Elektronikbauteile im Jahr 1999 gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Matsushita an die Börse gebracht. Im Jahr 2012 beschäftigte Epcos etwa 23.600 Mitarbeiter. Seit 2009 ist die Firma nicht mehr an der Börse geführt.

„Diese Schlagzeilen schaffen Unruhe und machen mir Sorge und Ihnen sicherlich auch“, schrieb Kaeser seinen Mitarbeitern. Er wende nun direkt an die Mitarbeiter: „Erstens, weil ich dabei war und weiß, was in New York gesagt wurde und zweitens, weil ich möchte, dass Sie nie auf Drittinformationen angewiesen sind.“

Kaeser, der zuvor Finanzchef war, hatte nach der Übernahme des Chefpostens mit einer Überprüfung der Unternehmens-Strategie begonnen. Ziel ist es, das Investorenvertrauen wieder herzustellen – nach einer Reihe verfehlter Gewinnziele unter seinem Vorgänger Peter Löscher.

Der neue Plan, der diesen Monat vorgestellt wurde, sieht die Gründung von neun Divisionen vor. Zuvor war das Unternehmen in vier Sektoren aufgeteilt.

Derzeit bemüht sich Siemens neben General Electric um einen Kauf der Energie-Aktiva von Alstom. Die Amerikaner haben 17 Milliarden Dollar geboten. Siemens will eine offizielle Offerte bis zum 16. Juni vorlegen.

  • Bloomberg
  • dpa
  • rtr
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3 Kommentare zu "Konzernumbau bei Siemens: Kaeser dementiert Streichung von 11.600 Jobs"

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  • Und die Politik trägt kräftig, mit ihrer Energiepolitik einer Ethik-Merkel-Energiewende auf Basis eines asozialen und perfiden Subventions- und Abgabenzwangsgesetz EEG dazu bei, dass gut bezahlte Industriearbeitsplätze in Deutschland weiter und weiter vernichtet und verloren gehen!
    EEG, CO2 Verteufelung und ESM = Grün-Sozialistische Mangel, Armuts und Vernichtungspolitik in unserer europäischen/deutschen Gesellschaft!

  • Wieder verliert der erste Arbeitsmarkt unendlich viele
    Arbeitsplätze.
    Wer kümmert sich darum, daß nicht Arbeitnehmer im Alter von 50 + Jahren verschwinden??
    Bei Bedarf werden einige Stellen mit "Zeitarbeitern"
    besetzt.

  • Na das lässt sicherlich die Mitarbeiter optimistisch in die Zukunft blicken + hochmotiviert arebietn, sowie Anschaffungen wie z.B. Autos, Haus bzw. ETW, Möbel frohen Mutes tätigen.

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