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Siemens Görlitz

31.07.2018, Sachsen, Görlitz: Ein Siemens-Mitarbeiter mit Schutzhelm geht in einer Montagehalle des Siemens-Turbinenwerks an einer Folie mit dem Aufdruck "Siemens Energy from Görlitz" vorbei. Am gleichen Tag besuchte Sachsens Ministerpräsident Kretschmer das Werk und sprach mit den Mitarbeitern und Leitern des Siemens-Industriedampfturbinengeschäfts. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

(Foto: dpa)

Konzernumbau Siemens auf dem Weg zur Holding

Joe Kaeser baut Siemens um: Die Kerngeschäfte werden in drei operative Unternehmen gegliedert – statt bisher fünf Divisionen. Damit wird der Konzern immer mehr zur Holding.
Update: 01.08.2018 - 19:35 Uhr Kommentieren

MünchenKonzernchef Joe Kaeser hat es spannend gemacht. Im kleinen Kreis tüftelte er in den vergangenen Monaten die neue Konzernstrategie aus. Zwar sickerten einzelne Details durch. Doch gelang die Geheimhaltung auch intern weitgehend. Das sorgte für Unruhe bei vielen Siemens-Managern.

Am heutigen Mittwochabend aber gab der Aufsichtsrat grünes Licht für die „Vision 2020+“. Diese setzt mehr denn je auf das Thema Digitalisierung. Der Konzern schafft sogar eine eigene Geschäftseinheit rund um das Thema Internet der Dinge.

Siemens will künftig nicht nur Automatisierungs- und Digitalisierungstechnik verkaufen, sondern die Kunden auch bei der Umsetzung von Digitalisierungsstrategien beraten. Damit geht Siemens in Konkurrenz zu Beratungshäusern wie Accenture. Bis 2025 will Siemens bis zu 10.000 Mitarbeiter in diesem Geschäft einstellen.

Aufgeteilt wird der Konzern in seinen verbliebenen Kerngeschäften künftig in drei „operative Unternehmen“. Da diese aber keine eigene Rechtsform bekommen, handelt es sich nicht um eine Aufspaltung.
Kaeser verpasste den drei Geschäftsfeldern auch neue Margenziele. Im Kraftwerksgeschäft will Siemens Umsatzrenditen von acht bis zwölf Prozent erzielen. Die „Digitalen Industrien“ – dazu gehören die Digitale Fabrik und die Prozessautomatisierung – sollen 17 bis 23 Prozent schaffen.

Kaeser der Umbaumeister? Das ist der Plan des Siemens-Chefs

Die Einheit „Smart Infrastructure“, zu der die Gebäudetechnik gehört, soll zehn bis 15 Prozent erreichen. Zwei der drei „Unternehmen“ haben ihren Sitz im Ausland: Das Kraftwerksgeschäft soll Lisa Davis wie bisher aus Houston führen, die „Smarte Infrastruktur“ hat ihren Sitz bei der Gebäudetechnik in der Schweiz.

Neben diesen drei Hauptfeldern gibt es künftig die „strategischen Unternehmen“, die bereits selbstständig sind. Dabei handelt es sich um den Windkraftanbieter Siemens Gamesa, die Medizintechniktochter Healthineers und künftig den neuen europäischen Zugriesen Siemens Alstom.

In Industriekreisen wurde betont, dass es kein zentrales Kosteneinsparprogramm gebe. Die neue Strategie sei klar auf das Thema Wachstum ausgerichtet.

Kaeser hatte den Konzern bereits mit der Vorgängerstrategie „Vision 2020“ stärker in Richtung einer Holding entwickelt. Die Medizintechnik wurde unter dem Namen Healthineers ebenso an die Börse gebracht wie die Windkraft über die Fusion mit Gamesa. Demnächst ist ein ähnlicher Schritt für die Bahntechnik über den Zusammenschluss mit Alstom geplant.

Mit der neuen Strategie legt Kaeser sein Vermächtnis für seinen Nachfolger vor. Der Vertrag des Siemens-Chefs läuft Anfang 2021 aus. Der Ex-Finanzvorstand hatte die Führung des Konzerns vor fünf Jahren nach dem Sturz Peter Löschers übernommen.

Ein wenig erinnert die Aufstellung der Geschäfte mit nur noch drei industriellen „Unternehmen“ an die einst von Löscher eingeführte Struktur. Der Österreicher schuf zunächst drei Sektoren: Energie, Gesundheit und Industrie. Doch hat der Konzern inzwischen ein ganz anderes Gesicht.

Konkret sieht die neue Strategie vor, das Geschäft mit der Automatisierung in der Prozessindustrie in die Sparte „Digitale Fabrik“ zu integrieren. Das Energiemanagement wird auf die Gebäudetechnik und das Kraftwerksgeschäft aufgeteilt.

Die Pläne werden nach Informationen des Handelsblatts aus Industriekreisen eine deutlich kleinere Zentrale zur Folge haben, da viele Aufgaben in die operativen Einheiten verlagert werden. Momentan arbeiten etwa 1.200 Menschen in der Zentrale. Insider schätzen, dass die Zahl um mehrere Hundert sinken wird. Dafür werden aber an anderer Stelle Funktionen aufgebaut.

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