Konzernumbau Siemens konzentriert sich aufs Kerngeschäft

Nächste Runde im großen Siemens-Umbau: Der Konzern erweitert mit einem Zukauf für 2,2 Milliarden Euro seinen Bereich Bahntechnik. Nach der Solarsparte soll nun auch ein weiterer Bereich aufgegeben werden.
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Siemens-Chef Peter Löscher. Quelle: Reuters

Siemens-Chef Peter Löscher.

(Foto: Reuters)

MünchenDie Umstrukturierung bei Siemens geht weiter: Nachdem der Münchner Konzern vergangenen Monat seinen Ausstieg aus der Solarenergie bekannt gab, ist nun klar, wo die Zukunft hingeht. Siemens verstärkt seine Bahntechnik mit dem Zukauf der Bahntechniksparte des britischen Technologiekonzerns Invensys.

Invensys Rail erwirtschaftete laut Siemens in seinem im März 2012 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 775 Millionen Britischen Pfund (etwa 963 Millionen Euro). Die Sparte erzielte zudem ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 116 Millionen Britischen Pfund, was einer Marge von 15 Prozent entspricht.

Gleichzeitig sucht Siemens einen Käufer für das Geschäft mit Gepäckabfertigung, Brief- und Paketsortierung. Laut eigenen Angaben ist der Konzern derzeit einer der führenden Anbieter von Postautomatisierungs-, Paket- und Gepäckabfertigungssystemen. Allerdings gebe es aufgrund des hohen Mechanikanteils nur wenige Synergien mit anderen Siemens-Divisionen, hieß es in einer Mitteilung. Es sei ein hoch spezialisiertes Nischengeschäft, in dem vornehmlich mittelständische Unternehmen tätig sind. In dem Bereich sind etwa 3600 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Bereich Bahntechnik fühlt sich Siemens nun für die nächste Zeit gerüstet. "Wir planen keine weiteren Deals im Bereich Bahnautomatisierung", sagte der Chef des Siemens-Bereichs Infrastructure and Cities, Roland Busch, am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

Siemens erhofft sich mit dem Zukauf von Invensys Synergiepotenziale von mehr als 100 Millionen Euro, die bis 2018 vollständig realisiert sein sollen.

Für das kommende Geschäftsjahr 2013/2014 sind die Münchner optimistisch. Im Vergleich zum seit Oktober laufenden Geschäftsjahr 2012/2013 werde sich der Gewinn aus fortgeführten Geschäften stark verbessern, hieß es am Mittwochabend in einem Bericht des Konzerns an die US-Börsenaufsicht SEC. Der Umsatz dürfte moderat zulegen, wenn sich die Lage in den Märkten des Unternehmens wie erwartet aufhelle. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnet Siemens mit einem Gewinn aus fortgeführten Geschäften zwischen 4,5 und 5,0 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Kosten von einer Milliarde Euro für das Sparprogramm.

Gehaltseinbußen für Siemens-Chef Löscher
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9 Kommentare zu "Konzernumbau: Siemens konzentriert sich aufs Kerngeschäft"

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  • Siemens konzentriert sich aufs Kerngeschäft!!!!
    Preisfrage, was ist aber das Kerngeschäfz von Siemens? Ganz einfach, überteuert Firmen kaufen, Firmenteile mit hohen Verlusten betreiben und verkaufen und Mitarbeiter entlassen. Dass ist die Kernkometenz.

  • tja, Löscher ist ein miserabler Vorstand und Portofoliomanager, setzt aber das Werk seiner Vorgänger excellent fort, Siemens geht gut gesteuert den Bach runter
    in ein paar Jahren ist Siemens Geschichte, wegen überteuerter Me-too Produkte und fehlender Innovationsfähigkeit
    Pech für Löscher, dass er die durchschnittlichen Produkte nicht mehr im früheren Umfang mittels Bestechung loswerden kann

  • Aufs Kerngeschäft konzentrieren ist eine alte Management-Platitüde........
    Seit einigen Jahren geht es bergab mit Siemens. Ist der Vorstand überhaupt kompetent? Hier die Vita des Vorstandes:

    1986–1987: Kienbaum & Partner Unternehmensberatung (Senior Management Consultant)
    1987–1999: Hoechst AG (Abteilungsleiter)
    1999–2002: Aventis Pharma (Hauptabteilungsleiter)
    2002–2004: Amersham plc (Geschäftsführer der US-Sparte)
    2004–2006: General Electric Healthcare (Mitglied des Zentralvorstandes von General Electric Healthcare)
    2006–2007: Merck & Co. (Marketingvorstand)
    seit 1. Juli 2007: Siemens AG (Vorstandsvorsitzender)

  • Nun haben wir erfahren was alles "abgestoßen" werden soll , von sich Siemens trennen will , wo entlassen wird .
    Mit welchen Produkten oder Dienstleistungen will Siemens 2014 wieder punkten , was hat Siemens , das andere nicht auch haben , das vielleicht sogar billiger angeboten werden kann und das in keiner weise sich Qualitativ von Siemens Produkten unterscheidet .
    Welchen "Trumpf" hat Siemens im ärmel der noch ausgespielt werden kann ???

    Keinen !

    Siemens ist der sterbende Ast der Elektro und Anlagenbauer , kein einziges Produkt und keine einzige Dienstleistung , die nicht von der Konkurrenz ebenfalls angeboten wird .
    Siemens hat eine westliche Säule seines Erfolges abgegeben , den bau von nicht konventionellen Kraftwerken , Staubsauger und Kühlschränke bauen auch andere und nicht schlechter !

    Ich habe alle Unternehmensbeteiligungen "abgestoßen " .......

  • Das war der Master of Desaster Dormann:

    Auf dem Papier perfekt optimiert - leider aber halt die Identität verbogen, selbstaufgegeben und unter Aventis aufgelöst. Im Ergebnis: Perfektionierter Niedergang zum Wohle des Übernehmenden.

  • Hat der Löscher nicht schon den Hoechst-Konzern zu Tode umstrukturiert?

  • Das ist ganz einfach "Management by Excel":

    Der Chef hat keine Ahnung und keine Planung, nur eine große Excel-Tabelle und wenn Zahlen rot werden, dann wird der Bereich verkauft oder geschlossen.

    Gut, dass es zu Zeiten der alten Siemens und halske noch kein Excel gab, sondern noch unternehmerischen Voraussicht. Aber das waren auch keine BWLer sondern Ingenieure ...

  • Siemens konzentriert sich mal wieder auf das Kerngeschäft. Zum wievielten Mal denn in den letzten 20 Jahren? Das Problem an der ganzen Sache ist, dass leider niemand, nicht mal der Vorstand oder Herr Luscher selbst, genau weiss, was das Kerngeschäft von Siemens ist.
    Wenn sich die Definition von Kern- und Nichtkerngeschäft nur darauf begründet, ob in einem Geschäftsfeld gerade eine positive Rendite erzielt wird, oder noch schlimmer, welche Einflüsterungen ahnungslose Jungberater absondern, wäre es vermutlich schlauer, den Vorstand zukünftig mit stark behaarten Käfigbewohnern aus dem Tierpark Hellabrunn zu besetzen. Nachdem der Vorstand trotz einer völlig überdimensionierten Vergütung nicht in der Lage ist, seine Kernaufgaben vernünftig und ohne externe Hilfe zu erledigen, ist beim Thema Vorstandvergütung alles was über die schmackhaften gelben Früchte hinausgeht, rausgeschmissenes Geld.
    Und diese Erkenntnis ist ein Armutszeugnis für den einst hochgelobten Herrn Löscher.

  • Am Rande: Jede Firma hat seine 'Seele', seine individuelle Kultur. Dahinter verbirgt sich die Summe des Einbringens aller Mitarbeiter, die im Ganzen die 'Kultur' der Firma darstellen.

    Dieses Einbringen eines jeden Mitarbeiters ist umso höher, je inniger ein jeder sich mit dem Unternehmen verbunden fühlt, identifizieren kann. Wenn ich IM HERZEN mit meiner Firma verbunden bin - was ein innerlicher Wunsch JEDEN MANNES ist - mobilisiere ich ein Extra-Engagement zum Wohle des Ganzen, hier also der Firma.

    Jeder Verkauf, jede Namensänderung, jede Fusion gefährdet und zerstört dieses so wichtige Identifikationsgefühl. Es verbleibt ein entwurzeltes Gesamtbefinden, eine ideale Basis für 'Dienst nach Vorschrift'.

    Beim Löscher fällt mir auf: ER ZERSTÖRT DIESES SO WERTVOLL GEWACHSENE 'WIR'-Gefühl, systematisch.

    Er entwurzelt die Mitarbeiter, macht sie heimatlos, in Konsequenz also SINNLOS. Die perfekte Basis für resignatives Hinschlurfen ohne Mission, ohne Antriebskraft, eine auf schnödes Geld-Verdienen reduzierte Daseinsbewältigung für die Massen.



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