Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Konzernumbau Thyssen-Krupp-Chef nimmt Siemens als Blaupause

Hohe Schulden, unsichere Konjunktur und teure Investitionen: Thyssen-Krupp hat mit einigen Defiziten zu kämpfen. Konzernchef Hiesinger baut den Traditionskonzern radikal um. Als Vorbild dient ihm der Siemens-Konzern.
3 Kommentare
Der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Heinrich Hiesinger. Quelle: dapd

Der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Heinrich Hiesinger.

(Foto: dapd)

Frankfurt Als Gerhard Cromme 1989 die Führung des Essener Krupp-Konzerns übernahm, versicherte er selbstbewusst: „Die Turbulenzen der letzten Zeit gehören der Vergangenheit an.“ Er werde Krupp zu „alter Größe“ zurückführen. Damals kämpfte der Ruhrkonzern um seine Existenz, viele Sparten schrieben Verluste. Cromme gelang es damals tatsächlich, Krupp aus der Krise zu führen.

23 Jahre später, Krupp hat sich inzwischen mit dem Essener Rivalen Thyssen zusammengeschlossen, muss Heinrich Hiesinger eine ähnliche Herausforderung bewältigen. Cromme, inzwischen Aufsichtsratschef von Thyssen-Krupp, hatte den 51-Jährigen von Siemens in die Ruhrmetropole geholt und ihn im Januar 2011 zum Vorstandschef gemacht. Hiesinger kämpft mit Nettofinanzschulden von 5,9 Milliarden Euro und einer gering Ertragskraft.

Um das zu ändern, unterzieht Hiesinger den Traditionskonzern nun einer radikalen Neuordnung: Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, will er die duale Konzernstruktur mit den Säulen Stahl und Technologies auflösen und die Führung im Essener Hauptsitz zentralisieren. In wenigen Wochen wird Hiesinger sich das Plazet seiner Vorstandskollegen für die Umbaupläne holen.

Mit der Auflösung der Zwei-Säulen-Stuktur werden den Kreisen zufolge die sieben Geschäftsbereiche – Stahl Europa, Stahl Amerika, Anlagenbau, Aufzugssystem, Werften, Komponenten und Werkstoffhandel – direkt der Holding unterstellt. Deren Eigenständigkeit wird aber geschliffen, wie es in Konzernkreisen heißt. Denn mit dem Umbau sollen starke Landesgesellschaften geschaffen werden, die operativ tätig sein sollen. Bislang gibt es zwar für einzelne Länder Vertreter, denen jedoch eine repräsentative Funktion zukommt.

In einem ersten Schritt sollen in den USA, Türkei, Indien und Japan lokale Zentralen mit einer starken Führung aufgebaut werden. Später sollen weitere Regionen folgen. Dem Nebeneinander der einzelnen Konzerntöchter will Hiesinger damit ein Ende setzen. „Wie versprechen uns davon einen besseren Zugang zu den Kunden“, sagte ein Führungskraft. Die Umstrukturierung soll im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 umgesetzt werden.

Cromme ist ein Anhänger starker Zentralisierung
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Konzernumbau - Thyssen-Krupp-Chef nimmt Siemens als Blaupause

3 Kommentare zu "Konzernumbau: Thyssen-Krupp-Chef nimmt Siemens als Blaupause"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Asket: Vergiß es! Die Kostenprobleme in Brasilien und USA sind lebensbedrohlich für das Unternehmen. Hier wurde der größte Mist eines deutschen Unternehmens der letzten 30 Jahre realisiert. TK ist m.E. auf dem Weg in die Pleite, wenn nicht bald Cromme ersetzt und eine vorurteilsfreie Unternehmenspolitik betrieben wird. Thyssen-Krupp gehört aufgelöst. Erst dann kann der Aktionär hoffen.

  • Hauptsache die TK Aktie steigt bald mal wieder. Ich werde langsam ungeduldig :)

  • Das ganze Konzept ist Unsinn. Zunächst ist Siemens bestimmt kein Vorbild für Thyssen-Krupp (TK). Siemens ist extrem schlecht geführt und organisiert. Daß Siemens noch einigermaßen gut dasteht, hat mit den Produkten zu tun und sonst nichts. Eine zentrale Holdingstruktur bei TK ist der Anfang vom Ende. Die Produkte und Märkte der Bereiche sind viel zu verschieden. Eine Holdingstruktur als solche schafft schon keinen Mehrwert. Eine zentral steuernde Holdingstruktur lähmt die Motivation und Initiative vor Ort, und die Zentrale hat kein Herrschaftswissen, sondern produziert nur Bürokratie. Der Niedergang ist vorprogrammiert. Die Lösung des TK-Problems liegt eindeutig in der Auf- bzw. Abspaltung des Konzerns: Z.B. haben "Aufzüge" nunmal mit "Stahl" nichts zu tun. Die Bereiche sollten eigenständige UNternehmen werden. Das Thyssen-Krupp-Gespann Cromme/Hiesinger wird genauso wie das Siemens-Gespann Cromme/Löscher versagen. Aber vermutlich hecken die Herren ja sogar noch die aberwitzige Wahnidee aus, Siemens und Thyssen-Krupp zu verschmelzen, damit das geldarme Unternehmen TK an die Liquidität von Siemens herankommt. Achtung Siemens-Aktionäre: Cromme ist in dieser Hinsicht ein teuflischer Mephisto!

Serviceangebote