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Konzernumbau Thyssen-Krupp findet keinen Käufer für Zementanlagenbau – Verkaufsprozess gestoppt

Die Gespräche über den Verkauf der Mining-Sparte kommen voran, Angebote für die Zement-Tochter überzeugen derweil nicht. Nun soll der Turnaround gelingen.
21.01.2021 - 13:28 Uhr Kommentieren
Die vorliegenden Angebote für das Geschäft mit Zementanlagen haben den Vorstand des Ruhrkonzerns offenbar nicht überzeugt. Quelle: ThyssenKrupp Industrial Solutions
Zementanlage in Mexiko

Die vorliegenden Angebote für das Geschäft mit Zementanlagen haben den Vorstand des Ruhrkonzerns offenbar nicht überzeugt.

(Foto: ThyssenKrupp Industrial Solutions)

Düsseldorf Der Industriekonzern Thyssen-Krupp hat den Verkaufsprozess für seine Zementanlagenbau-Tochter ausgesetzt. Wie der Ruhrkonzern seinen Mitarbeitern in der vergangenen Woche in einem Rundschreiben mitteilte, hatten mehrere Unternehmen nach Durchführung der gegenseitigen Buchprüfung ein Angebot für das Geschäft abgegeben. „Die uns vorliegenden Angebote konnten uns nicht überzeugen“, heißt es in dem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt.

Der gesamte Anlagenbau stand zum Verkauf, nachdem Vorstandschefin Martina Merz im vergangenen Jahr ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm aufgelegt hatte. Die Managerin will Thyssen-Krupp deutlich verschlanken und von einem zentralisierten Konglomerat in eine Firmengruppe umbauen, unter deren Dach die einzelnen Einheiten eine große unternehmerische Eigenständigkeit genießen.

Von dauerhaften Verlustbringern will sich der Vorstand trennen. Zahlreiche Geschäfte wurden der neu geschaffenen Sparte Multi-Tracks zugeordnet, in der ein Team um den Chef der Sparte M&A (Fusionen und Übernahmen), Volkmar Dinstuhl, verschiedene Optionen für die einzelnen Töchter prüft. Möglich ist dabei jeweils ein Verbleib im Konzern, eine komplette oder teilweise Veräußerung sowie die Schließung.

Neben dem Zementanlagenbau stehen unter anderem auch die Geschäftsbereiche Bergbau, Chemie-Anlagen, Grobblech sowie der Anlagenbau für die Automobilindustrie zur Disposition. Insgesamt sind von dem Umbau zehn Einheiten betroffen. Teilweise sind bereits Entscheidungen über die weitere Zukunft der Geschäfte gefallen. So soll die Grobblech-Fertigung, die ursprünglich zum Stahlgeschäft der Essener gehörte, bis Ende September stillgelegt werden.

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Standort erkennen

    Dieses Schicksal dürfte dem Zementanlagenbau erspart bleiben. So heißt es in dem Mitarbeiterschreiben, es sei nun das Ziel des Konzerns, „möglichst bald den Turnaround“ zu schaffen. Die Chancen dafür stünden gut, so die Einschätzung: „Die Auftragslage zieht seit Beginn des Geschäftsjahrs wieder merklich an, sodass wir schon mehrere neue Projekte gewinnen konnten.“ Auf Anfrage wollte sich das Unternehmen nicht dazu äußern.

    Organisatorisch soll die Einheit demnach im Segment Multi-Tracks verbleiben. Ein Verkauf zu einem späteren Zeitpunkt ist damit nicht ausgeschlossen. Allerdings will Thyssen-Krupp diese Option im laufenden Geschäftsjahr nicht weiter verfolgen. Anders ist das im Mining-Geschäft, das sich einige Konzernfunktionen mit dem Zementanlagenbau teilt. Hier befindet sich Thyssen-Krupp in Gesprächen mit dem Konkurrenten FLSmidth, der sein Interesse in der vergangenen Woche öffentlich gemacht hatte. Ursprünglich galt FLSmidth auch als Interessent für den Zementanlagenbau, da die Dänen neben der Bergbau- auch die Zementindustrie beliefern.

    Attraktives Angebot für Mining-Geschäft

    In einem weiteren Mitarbeiterbrief, der an die Belegschaft des Mining-Anlagenbaus ging, zeigte sich der Ruhrkonzern bezüglich eines Verkaufs zuversichtlich. Das Angebot sei attraktiv und biete der Tochter bessere Zukunftsaussichten als beispielsweise eine Partnerschaft mit einem Konkurrenten oder einem Verbleib im Konzern. Um den Verkauf vorzubereiten, soll das Mining-Geschäft in den nächsten Wochen organisatorisch vom restlichen Anlagenbau getrennt werden.

    Für den Chemie-Anlagenbau, zu dem unter anderem auch der Bau von Elektrolyseuren zur Erzeugung von Wasserstoff zählt, hatte Multi-Tracks-Chef Dinstuhl bereits im vergangenen Jahr eine Entscheidung gefällt. Der Bereich soll mit einem oder mehreren Partnern weiterentwickelt werden, da zu erwarten ist, dass die Nachfrage nach Wasserstoff in den nächsten Jahrzehnten deutlich steigen wird.

    Zuletzt hatte Thyssen-Krupp hier einen Großauftrag aus Kanada an Land gezogen, wo der Energieversorger Hydro-Québec eine Produktionsanlage für grünen Wasserstoff errichten will. Mit einer avisierten Leistung von 88 Megawatt wird der Elektrolyseur voraussichtlich zu den größten der Welt zählen. Die Inbetriebnahme ist für 2023 geplant. Jährlich will Hydro-Québec am Standort in Varennes mehr als 11.000 Tonnen Wasserstoff produzieren.

    Neben den Geschäften im Multi-Tracks-Segment prüft Thyssen-Krupp aktuell auch einen Verkauf seiner Stahlsparte, die nach der Veräußerung des Aufzugsgeschäfts im vergangenen Jahr das Kernstück des Ruhrkonzerns bildet. Neben einem Verkauf an den britischen Konkurrenten Liberty kommt dabei auch eine Sanierung in Eigenregie infrage. Zuletzt hatte der Vorstand die Belegschaft bereits auf eine Verschärfung des Sparprogramms vorbereitet, nachdem weitere Optionen, etwa eine Fusion mit Tata Steel Europe oder SSAB, am Desinteresse der potenziellen Partner gescheitert waren.

    Mehr: Thyssen-Krupp sichert sich ein Zukunftsprojekt im Energiemarkt. In Nordamerika wird Tochter Uhde im staatlichen Auftrag einen Elektrolyseur bauen.

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