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Kooperation Merck will mit Palantir den Datenaustausch in der Krebsforschung beschleunigen

Der deutsche Pharmariese Merck und Palantir aus dem Silicon Valley gründen ein Joint Venture. Daten sollen künftig bei der Krebstherapie helfen.
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Merck will künftig durch die Lizenzierung beim Datenaustausch verdienen. Quelle: dpa
Daten als Geschäftsmodell

Merck will künftig durch die Lizenzierung beim Datenaustausch verdienen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Darmstädter Merck-Konzern verstärkt seine Präsenz im Bereich Datenanalyse für die Pharmaforschung und erweitert seine Zusammenarbeit mit  dem amerikanischen Daten- und Softwareunternehmen Palantir. Beide Firmen haben dazu jetzt die Gründung des Joint Ventures Syntropy vereinbart. Das Ziel: die Krebsforschung durch verbesserte Datenintegration und Analysetechniken vorantreiben und beschleunigen.

Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass in der Wissenschaft sehr viele Daten generiert werden, die aber vielfach in getrennten Einheiten gespeichert werden. Wissenschaftler anderer Institutionen haben in der Regel keinen Zugang zu diesen Daten.

Über Syntrophy wollen Merck und Palantir Wissenschaftlern eine neue Plattform für die Bündelung, Integration und Analyse von Daten zur Verfügung stellen, die diese Trennung von Daten überwinden kann.

„Wir glauben, dass durch die Zusammenarbeit und durch das Teilen von Daten große Fortschritte in der Forschung erreicht werden können“, sagt Merck-Chef Stefan Oschmann im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wir erwarten, dass Syntropy die Zusammenarbeit innerhalb der globalen Wissenschaftsgemeinschaft erleichtern wird, um bahnbrechende Innovationen in der Krebsforschung voranzutreiben.“

Merck will für die Initiative eine neue Einheit unter dem Namen EMD Digital in Boston etablieren. Der 50-prozentige Anteil an Syntropy wird bei der neu etablierten Tochterfirma  EMD Digital mit Sitz in Boston angehängt.  Diese wiederum soll künftig als gesonderte Einheit, außerhalb der drei bestehenden Merck-Geschäftsbereiche (Pharma, Performance-Materialien und Lifescience) geführt werden Zum finanziellen Investment macht der Darmstädter Konzern keine Angaben.

Merck zeigt mit dem Plan Flagge in einem Bereich, in dem derzeit fast alle Pharmafirmen und auch viele IT-Konzerne wie IBM oder Alphabet (Google) stark investieren. Oschmann sieht das geplante Modell indessen weniger als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung zu den Projekten von Pharmafirmen wie Roche.

Ziel sei es nicht, auf eigene Rechnung Daten zu erwerben und zu analysieren, sondern eine Plattform für den besseren Austausch von Forschungsdaten zu etablieren. Merck und Palantir wollen daran über den Verkauf von Software und Nutzungslizenzen partizipieren.

Die beiden Unternehmen haben bereits Anfang des Jahres eine erste Allianz gegründet, bei der es aber noch darum ging, die internen Daten-Analyse-Prozesse bei Merck zu verbessern. Mit dem nun vereinbarten Deal gehen sie darüber deutlich hinaus.

Merck sieht sich vor allem dank seines großen Life Science Geschäfts in einer starken Ausgangsposition für eine solche Initiative. Als Lieferant von Laborreagenzien und anderen Materialien verfügt der Konzern über besonders umfangreiche Geschäftsbeziehungen zu biomedizinischen Forschungslaboren. Die neue Datenplattform versteht Oschmann daher als weiteres Werkzeug, mit dessen Hilfe Forscher rund um den Globus ihre Projekte verbessern und beschleunigen können.

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