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Korruptions-Skandal Staatsanwaltschaft will Anklage gegen Airbus erheben

Die Korruptionsaffäre bei Airbus spitzt sich zu: Der „Spiegel“ berichtet, dass die Münchener Staatsanwaltschaft bald Anklage erheben will. Airbus soll mit Bestechungsgeldern Verkäufe von Flugzeugen angekurbelt haben.
06.10.2017 - 16:44 Uhr 2 Kommentare
Airbus soll laut „Spiegel“ mit einem System aus schwarzen Kassen den Verkauf von Militärfliegern wie dem Eurofighter angekurbelt haben. Quelle: Reuters
Eurofighter

Airbus soll laut „Spiegel“ mit einem System aus schwarzen Kassen den Verkauf von Militärfliegern wie dem Eurofighter angekurbelt haben.

(Foto: Reuters)

Der Flugzeugbauer Airbus ist einem Bericht des „Spiegel“ zufolge tiefer als bislang bekannt in einen Korruptionsskandal verwickelt. Demnach plant die Staatsanwaltschaft München, bald Anklage gegen Airbus zu erheben. Es gehe um ein System aus externen Beratern und schwarzen Kassen, heißt es in dem Bericht des Nachrichtenmagazins weiter. Das sei genutzt worden, um den Verkauf ziviler und militärischer Flugzeuge etwa in Indonesien, Kasachstan oder China anzukurbeln.

Eine Sprecherin der Münchener Staatsanwaltschaft sagte dem Handelsblatt: „Wir können die Medienberichte bestätigen.“ Aus Justizkreisen hieß es, die Ermittlungen seien schon sehr weit gediehen. Alles deute darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft schon in Kürze Anklage erhebe. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf die Münchener Staatsanwaltschaft, es gehe primär um den Vorwurf der Untreue. Das Verfahren richte sich gegen 16 Beschuldigte. Airbus-Chef Thomas Enders sei nicht darunter.

En Airbus-Sprecher sagte am Freitag: „Weder die seit Jahren andauernden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in München und Wien noch unsere eigenen umfangreichen Untersuchungen haben Anhaltspunkte ergeben, die auf Bestechung im Zusammenhang mit dem Verkauf von 'Eurofighter'-Flugzeugen nach Österreich hindeuten.“ Der Airbus-Vorgänger EADS hatte 2003 einen Auftrag der österreichischen Regierung zur Lieferung des Kampfflugzeugs erhalten und sich im Gegenzug verpflichtet, in der Alpenrepublik zu investieren.

Das sind die größten Luftfahrtkonzerne der Welt
Platz 10: Safran
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Der französische Konzern verbuchte 2016 einen Ertrag von 18,2 Milliarden Dollar (Vorjahr: 18,0 Milliarden). Safran ist nach Rolls-Royce Europas zweitgrößter Hersteller von Flugmotoren und Strahltriebwerken. In puncto Ertragswachstum lagen die europäischen Unternehmen mit 3,7 Prozent klar vor der US-Konkurrenz (2,4 Prozent) und setzten damit den Trend des Vorjahres fort.

(Quelle: Deloitte Global Aerospace & Defence Sector Financial Performance Study 2017)

(Foto: Reuters)
Platz 9: Raytheon
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Der US-Hersteller produziert vor allem für das Militär. Der Rüstungskonzern erreichte 2016 einen Ertrag von 24,1 Milliarden Dollar (Vorjahr: 23,2 Milliarden ). Dank der leistungsstarken US-Rüstungsindustrie und einer hohen weltweiten Nachfrage wuchsen die Erträge im militärischen Sektor bei den US-Unternehmen insgesamt um 2,1 Prozent.

(Foto: Reuters)
Platz 8: BAE Systems
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Der britische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern kletterte in der Rangliste vom neunten auf den achten Platz. 2016 betrug der Ertrag 24,1 Milliarden Dollar (Vorjahr: 22,8 Milliarden). In Europa legte der Ertrag im militärischen Sektor laut Studie um insgesamt 0,6 Prozent zu.

(Foto: dpa)
Platz 7: Northrop Grumman
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Der US-Hersteller von Rüstungstechnik für Luft- und Raumfahrt machte 2016 einen Ertrag von 24,5 Milliarden Dollar (Vorjahr: 23,5 Milliarden Dollar). Die Wachstumsrate der Gesamtbranche fiel von 3,8 Prozent im Jahr 2015 auf 2,4 Prozent im Jahr 2016. Sie war damit immer noch um 0,1 Prozentpunkte höher als das globale Wirtschaftswachstum.

(Foto: dpa)
Platz 6: GE Aviation
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Das Unternehmen gehört zur US-Konzern General Electric. Der Konzern erzielte 2016 einen Ertrag in Höhe von 26,3 Milliarden Dollar (Vorjahr: 24,7 Milliarden). GE Aviation stellt Flugzeugtriebwerke für den zivilen und den militärischen Gebrauch her. Insgesamt zeigte die Luftfahrtbranche 2016 bei einem Gesamtertrag von 674,4 Milliarden Dollar ein verlangsamtes Wachstum.

(Foto: Reuters)
Platz 5: United Technologies
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Der US-Hersteller von Technologieprodukten hat seinen Hauptsitz in Connecticut. Neben Luft- und Raumfahrt ist der Konzern auch in den Bereichen Klimaanlagen, Aufzugsanlagen und Rolltreppen tätig. Der Ertrag im Luftfahrtbereich lag 2016 bei 28,9 Milliarden Dollar (Vorjahr: 27,8 Milliarden Dollar).

(Foto: Reuters)
Platz 4: General Dynamics
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Der Konzern ist neben Boeing der größte Hersteller von Lenkflugkörpern in den USA. Der Konzern baut neben Raketen auch Hubschrauber sowie Panzer und fertigte 1954 mit der USS Nautilus das erste nuklearbetriebene U-Boot der Welt. Im vergangenen Jahr betrug der Ertrag 31,4 Milliarden Dollar (Vorjahr: 31,5 Milliarden).

(Foto: picture alliance)

Solche Gegengeschäfte waren damals üblich. Vector Aerospace sollte diese Gegengeschäfte abwickeln, diente aber womöglich nur zur Verschleierung der schwarzen Kassen, wie die Staatsanwälte vermuten. „Wir untersuchen den Sachverhalt, dass aus dem Vermögen von EADS Deutschland von 2005 bis 2010 Geldbeträge an Vector ohne Gegenleistung auf Grundlage von Schein-Beratungs- und Schein-Vermittlungsverträgen geflossen sind“, erklärte die Staatsanwaltschaft. Insgesamt geht es um 114 Millionen Euro. Die Behörden in München und Österreich ermitteln gemeinsam.

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    Der „Spiegel“ berichtet weiter, ein Geflecht aus Briefkastenfirmen rund um Vector sollte dazu dienen, Schmiergeldzahlungen an Entscheidungsträger in Österreich zu leisten, die am Kauf der Eurofighter-Maschinen beteiligt waren. Der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil fühlt sich durch den Bericht bestätigt: „Auch die Ermittlungen der heeres-internen Task Force haben gezeigt, dass die Gegengeschäfte ein Einfallstor für Korruption waren.“ Der Konzern sei nicht Opfer, sondern Täter. „Airbus wäre gut beraten, endlich aktiv an der Aufklärung der vielen Korruptionsvorwürfe mitzuarbeiten.“

    Im April war bekannt geworden, dass Airbus-Chef Enders im Zusammenhang mit dem Kampfjet-Auftrag aus Österreich ins Visier der Wiener Staatsanwaltschaft geraten ist. Enders war damals Chef der Rüstungs-Sparte. Die österreichische Justiz ermittelt wegen schweren Betrugs gegen ihn.

    Die Ermittler dort hatten ein Verfahren gegen den Konzern eröffnet, nachdem das Wiener Verteidigungsministerium die Airbus Defence and Space GmbH (die ehemalige EADS Deutschland) und die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH angezeigt hatte. Österreich fühlt sich beim Kauf von 15 Eurofightern getäuscht und fordert rund 1,1 Milliarden Euro Schadenersatz. Eine Anklageerhebung sei aber nicht absehbar, sagte ein Sprecher.

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    2 Kommentare zu "Korruptions-Skandal: Staatsanwaltschaft will Anklage gegen Airbus erheben"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Flugzeugbauer Airbus ist einem Bericht des „Spiegel“ zufolge tiefer als bislang bekannt in einen Korruptionsskandal verwickelt. Demnach plant die Staatsanwaltschaft München, bald Anklage gegen Airbus zu erheben. Es gehe um ein System aus externen Beratern und schwarzen Kassen, heißt es in dem Bericht des Nachrichtenmagazins weiter. Das sei genutzt worden, um den Verkauf ziviler und militärischer Flugzeuge etwa in Indonesien, Kasachstan oder China anzukurbeln.

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      LUSTIG !

      Kriegsflugzeuge an andere Gebieten verkaufen aber INNERHALB DER EUROPÄISCHER UNION da schieben EU-MITGLIEDSSTAATEN Kriegsflugzeuge unter sich hin und her wie Spielkarten weil man auf das Geld angewiesen ist in der EU !!!

      Liegt bestimmt alles im Interesse der NATO ???

    • Bei einem bin ich mir sicher.
      Die Boni der Vorstände wird sicher adäquat erhöht, denn sie haben super Arbeit geleistet.
      Egal, ob es eine Milliardenstrafe gibt. Zur Not entlässt man ein paar tausend Mitarbeiter, das hilft immer.

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