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Korruptionsaffäre Ex-Siemens-Zentralvorstand sitzt in U-Haft

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Der Aufsichtsrat hatte am Vortag ein Maßnahmenpaket beschlossen. Eine internationale Anwaltskanzlei und der Mitbegründer von Transparency International, Michael J. Hershman, sollen helfen, die Kontrollsysteme zu verbessern. Zudem wird der Stuttgarter Oberstaatsanwalt Daniel Noa die Leitung der Antikorruptions-Abteilung bei Siemens übernehmen.

Der Gesamtbetriebsrat (GBR) begrüßte das Maßnahmenpaket. „Für gesetzeswidrige und ethisch fragwürdige Praktiken darf in unserem Unternehmen kein Platz sein“, sagte der GBR-Vorsitzende Ralf Heckmann. Die Arbeitnehmer unterstützten daher die „Null-Toleranz- Position“ Kleinfelds und Pierers. „Der Gesamtbetriebsrat hat den Eindruck, dass es der Unternehmensleitung ernst damit ist, Missstände aufzuklären und abzustellen und unterstützt dies ausdrücklich.“

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein Dutzend Verdächtige etwa 200 Millionen Euro von Siemens veruntreut und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt hat. Die Überprüfungen bei Siemens ergaben nun zweifelhafte Zahlungen von 420 Millionen Euro in den vergangenen sieben Jahren. Das Geld müsse nicht komplett in schwarze Kassen geflossen sein, sagte Finanzvorstand Kaeser. Es handle sich aber um verdächtige Zahlungen für Beraterverträge, bei denen der weitere Geldfluss untersucht werden müsse. Als Folge hat Siemens für die vergangenen sieben Jahre zusätzliche Steuerbelastungen von 168 Millionen Euro veranschlagt. Der Gewinn des Geschäftsjahres 2005/06 (30. September) wurde von 3,106 auf 3,033 Milliarden Euro nach unten korrigiert.

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