Korruptionsfälle Thyssen-Krupp wertet Hinweise aus

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp wertet Hinweise seiner Beschäftigten zu Korruptions- und Kartellfällen aus. Die Mitarbeiter haben dank einer Amnestie-Regelung keine Strafen zu befürchten – bis jetzt.
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Thyssen-Krupp hat seinen Mitarbeitern eine Brücke gebaut und Straffreiheit versprochen, wenn sie bei der Aufklärung von Straftaten mithelfen. Quelle: Reuters

Thyssen-Krupp hat seinen Mitarbeitern eine Brücke gebaut und Straffreiheit versprochen, wenn sie bei der Aufklärung von Straftaten mithelfen.

(Foto: Reuters)

EssenNach dem Ende der von Thyssen-Krupp angestoßenen Mitarbeiter-Amnestie will das Unternehmen nun „zeitnah“ über die Ergebnisse informieren. Das Programm habe zu Hinweisen geführt, die nun ausgewertet und überprüft werden müssten, teilte der Industriekonzern am Montag mit.

Die auf zwei Monate befristete Amnestie war in der Nacht zum Sonntag zu Ende gegangen. Die rund 150 000 Beschäftigten des kriselnden Traditionskonzerns waren aufgerufen, Kartell- und Korruptionsfälle ohne Angst vor Strafe zu melden. Strafrechtliche Vorwürfe waren von der Amnestie jedoch ausdrücklich ausgenommen.

Wer nicht von der Offerte Gebrauch gemacht hat, muss nach den Worten von Konzernchef Heinrich Hiesinger nun mit „null Toleranz“ rechnen. Bei der Aufdeckung weiterer Kartell-und Korruptionsfälle drohten jetzt massive Konsequenzen - bis hin zu Schadenersatzansprüchen oder dem Verlust des Arbeitsplatzes, hieß es.

Der von einem Milliarden-Desaster um fehlgeschlagene Stahlwerksinvestitionen in Übersee gebeutelte Konzern war in der Vergangenheit bereits von mehreren Kartell- und Korruptionsfällen betroffen.

Ein Ende Februar eingeleitetes Verfahren vor dem Hintergrund eines Anfangsverdachts wegen möglichen Kartellabsprachen bei Autoblechen sei noch nicht abgeschlossen, hieß es. Sowohl die behördliche als auch die unverzüglich eingeleitete interne Untersuchung des Vorwurfs liefen noch. In diesem Zusammenhang hatte das Bundeskartellamt auch Büros von Arcelor-Mittal und Voestalpine durchsucht.

  • dpa
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