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Korruptionsskandal Das Ende der Ermittlungen bei Airbus rückt näher

Seit 2016 ermitteln Behörden weltweit wegen Korruptionsverdachts gegen den Flugzeugbauer. Ihre wichtigsten Forderungen hat Airbus nun erfüllt.
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Nachfolger Guillaume Faury an der Airbus-Spitze bricht das Schweigen. Quelle: AP
Tom Enders

Nachfolger Guillaume Faury an der Airbus-Spitze bricht das Schweigen.

(Foto: AP)

Paris Ein Skandal hat Airbus in den vergangenen Jahren in Atem gehalten: Wegen „Betrug, Bestechung und Korruption im Bereich der zivilen Luftfahrt“ ermittelt das britische Serious Fraud Office (SFO), die Behörde zur Betrugsbekämpfung, seit 2016 gegen das Unternehmen.

Der damalige Konzernchef Tom Enders behauptete im Oktober 2017 im Interview mit dem Handelsblatt, Airbus selber habe die Briten auf Unregelmäßigkeiten in Geschäften mit „Business Partners“ aufmerksam gemacht, die zur Absatzförderung eingeschaltet wurden.

Die französische Staatsanwaltschaft für Finanzdelikte schloss sich wenig später an, und zwei Jahre danach eröffneten auch die Amerikaner eine Untersuchung. Wer wissen wollte, wie der Stand sei, wurde seitdem von Airbus stereotyp mit dem Hinweis beschieden: „Zur laufenden Untersuchung dürfen wir uns nicht äußern.“

Enders-Nachfolger Guillaume Faury brach am Mittwoch erstmals das Schweigen: „Wir glauben, dass es Fortschritte gibt, und es geht in die richtige Richtung“, sagte er während der Pressekonferenz zu den Halbjahresergebnissen. Das klingt überraschend zuversichtlich.

Möglicherweise ist das Ende der Ermittlungen nahe. Die wichtigsten Bedingungen der Betrugsbekämpfer hat Airbus erfüllt: volle Kooperation mit den Behörden und Austausch aller Mitarbeiter, die eventuell in die Vorfälle verwickelt sein könnten.

Praktisch das gesamte Topmanagement hat Airbus ausgewechselt. Sowohl CEO Enders als auch der frühere Finanzchef Harald Wilhelm und der ehemalige Leiter der wichtigsten Sparte Zivilflugzeuge, Fabrice Brégier, haben das Unternehmen verlassen, neben weiteren Vorstandsmitgliedern. Übrig ist von der alten Garde nur noch Personalvorstand Thierry Baril.

Die für Absatzförderung auch mit unkonventionellen Mitteln zuständige Abteilung SMO (Strategy and Marketing Organisation) wurde abgewickelt. Von deren Mitarbeitern ist praktisch niemand mehr an Bord. Sie hatten sich im Auftrag des Managements originelle Dinge einfallen lassen wie den Kauf von Büros in Beirut oder die Förderung eines Formel 1-Teams, das nur hinterher fuhr.

Bei einem radikalen personellen Schnitt zeigen die Ermittler sich erfahrungsgemäß milder, verhängen lediglich eine Geldbuße und verzichten auf eine Anklage wegen Betrugs. Die wäre für Airbus gefährlich, weil sie den Ausschluss vom US-Markt nach sich ziehen könnte.

Sprach Enders noch 2017 von einer existenziellen Bedrohung, ist die Stimmung mittlerweile weitaus gelassener. Am Mittwoch legte das Unternehmen sogar Wert auf die Feststellung, dass es keine Rückstellung für eine mögliche Geldbuße gebildet habe: Man fühle sich nicht schuldig, und es sei offen, ob eine Buße verhängt werde. Nicht nur im operativen Geschäft, auch bei der Abwicklung der Skandalfolgen verläuft der Übergang von Enders zu Faury erstaunlich glatt.

Mehr: Bei ausgelasteter Produktion hat der Konzern den Gewinn verdoppelt. Nun investiert Airbus in neue Kapazitäten. Davon könnte das Hamburger Werk profitieren.

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