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Korruptionsverdächtiger VW-Mitarbeiter zieht vors Arbeitsgericht Suche nach Hartz-Nachfolger schwierig

Auch nach dem Spitzengespräch von IG-Metall-Chef Jürgen Peters mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ist ein Nachfolger für VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz nicht in Sicht. Der Personalvorstand von Thyssen-Krupp, Ralph Labonte, steht nach Angaben des Unternehmens für die Nachfolge jedenfalls nicht zur Verfügung. Experten gehen davon aus, dass sich die Suche nach einem geeigneten Kandidaten noch länger hinziehen wird.

HB WOLFSBURG. Labonte habe einen laufenden Vertrag bis Ende 2007 bei Thyssen-Krupp, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag. Die Absage für eine mögliche Hartz-Nachfolge sei auch mit Labonte abgestimmt, betonte der Sprecher. Labonte galt der FAZ zufolge als Kompromisskandidat von Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) und dem IG-Metall-Chef Jürgen Peters, die beide dem Präsidium des VW-Aufsichtsrates angehören. Wulff vertritt darin das Land, das mit rund 18 % der Anteile größter Eigner von VW ist.

Als weitere Kandidaten für die Hartz-Nachfolge wurden in Medien der Personalchef der VW-Tochter Audi, Horst Neumann, und der VW-Verhandlungsführer bei Tarifrunden, Josef-Fidelis Senn, genannt. Auch der Name Klaus Dierkes, Vorstandssprecher der Wolfsburg AG, einer Partnerschaft zwischen VW und der Stadt Wolfsburg, kursiert. Ein Sprecher der IG Metall sagte am Dienstag, die Gewerkschaft werde keinen Namen kommentieren.

Peters und Wulff hatten sich am Montagabend an einem geheim gehaltenen Ort zu einem rund dreistündigen Gespräch getroffen. Über die Inhalte sei Vertraulichkeit vereinbart worden, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei in Hannover. Das Land Niedersachsen ist größter Einzelaktionär von Volkswagen. Beobachter gehen davon aus, dass es weitere Vier-Augen-Gespräche geben wird.

Unterdessen dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig an. „Wir stehen noch am Anfang“, erklärte am Dienstag ein Sprecher der Justizbehörde. Der Prüfungsausschuss des VW-Aufsichtsrates berät nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa am kommenden Montag einen ersten Zwischenbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG über die Affäre. Der Zwischenbericht soll dem Vernehmen nach nicht veröffentlicht werden.

„Es wird noch lange dauern, bis wirklich in den letzten Winkel Licht gebracht ist“, sagte Sprecher Joachim Geyer von der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Nachdem in der vergangenen Woche die ersten Zeugen vernommen wurden, werde jetzt „die Ermittlungsstrategie abgearbeitet“. Von den bisher vernommenen Zeugen habe keiner die Aussage verweigert.

Geyer schloss nicht aus, dass es auch Durchsuchungen geben werde. Bislang sei dies nicht erforderlich gewesen. Um das Geflecht von Tarnfirmen aufzuklären, könnten internationale Rechtshilfeersuchen gestellt werden. Dies werde zu einem späteren Zeitpunkt mit konkreten Fragestellungen geschehen.

Der neben Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster zweite Hauptverdächtige in der VW-Affäre zieht indes wegen seiner fristlosen Kündigung gegen seinen früheren Arbeitgeber Volkswagen vor das Arbeitsgericht. Der bei Kündigungsschutzklagen erforderliche Gütetermin sei für den 9. August festgesetzt, sagte ein Sprecher des Arbeitsgerichts Braunschweig am Dienstag. Ein Termin für eine Gerichtsverhandlung für den Fall, dass der Gütetermin scheitert, sei noch nicht festgesetzt. Der frühere VW-Mitarbeiter, der in der Personalabteilung beschäftigt war, hatte bei dem Gericht Kündigungsschutzklage eingereicht.

Volkswagen hatte nach eigenen Angaben den Mitarbeiter am 15. Juni entlassen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen ihn und den früheren Personalvorstand der VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs. Eine Ausweitung der Ermittlungen auf weitere Personen hat die Staatsanwaltschaft nicht ausgeschlossen.

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