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Krauss-Maffei Wegmann und Nexter Rheinmetall nimmt geplante Panzerfusion unter Beschuss

Die deutsche Rüstungsschmiede Krauss-Maffei Wegmann arbeitet seit Wochen an einer Fusion mit dem französischen Panzerbauer Nexter. Doch jetzt bietet sich eine Alternative an – aus Deutschland.
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Kampfpanzer vom Typ Leopard 2: Gerüchte und Vorstöße um einen Zusammenschluss der Panzerschmiede KMW und Rheinmetall gibt es seit Jahren. Quelle: dpa

Kampfpanzer vom Typ Leopard 2: Gerüchte und Vorstöße um einen Zusammenschluss der Panzerschmiede KMW und Rheinmetall gibt es seit Jahren.

(Foto: dpa)

MünchenDer Rüstungskonzern Rheinmetall ist an einer Übernahme des Konkurrenten Krauss-Maffei Wegmann (KMW) interessiert. Auf höchster Führungsebene habe es dazu Kontakte gegeben, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen. Rheinmetall will sich als Alternative zum französischen Panzerbauer Nexter in Spiel bringen. Nexter und KMW hatten in der vergangenen Woche ihre Fusion angekündigt. Die Verhandlungen mit Nexter befänden sich noch in einem frühen Stadium, sagte ein Insider.

Rheinmetall wähnte sich seit Jahren in der Pole Position, sollte KMW einmal einen starken Partner brauchen. Mehrere Angebote an die KMW-Eigner scheiterten jedoch an der Führungsfrage. Aufsichtsratschef Manfred Bode und KMW-Geschäftsführer Frank Haun waren erklärte Gegner der Rheinmetall-Lösung. Doch die Eigenständigkeit scheint ohnehin verloren, das gilt auch für eine Fusion mit Nexter. Die Regierung in Paris besteht auf weitreichende Sonderrechte. „Mittelfristig wird KMW damit in den Händen Frankreichs landen“, sagte ein Branchenvertreter. KMW würden zu einem „französischen Zulieferer degradiert“, prophezeit ein anderer.

Die Problem-Projekte der Rüstungsindustrie
EADS präsentiert den Militärtransporter A400M
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Airbus A400M

Es sollte das Vorzeigeprojekt von Airbus (früher EADS) werden: Mit dem Transportflugzeug A400M wollten die Europäer den Russen und Amerikanern zeigen, zu welchen technischen Fähigkeiten sie in der Lage sind. Herausgekommen ist ein Desaster. Die Auslieferung der ersten Maschinen war für 2009 geplant, geliefert wurde allerdings bisher kaum eine Maschine. Die Franzosen haben derzeit zwei Maschinen in ihrem Besitz, Deutschland soll 2014 den ersten A400M erhalten.

Quellen: Bund der Steuerzahler, Handelsblatt Research Institute (HRI), Bundesverteidigungsministerium

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 32214829 FILE - This Thursday, June 20, 2013, file photo shows an Airbus A400M performing its demonstration flight during the 50th Paris
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Die Verzögerungen in der Produktion haben auch die Kosten in die Höhe getrieben. So sollen die Mehrkosten laut Verteidigungsministerium satte 9,3 Milliarden Euro betragen – obwohl die Bundesregierung bereits die Notbremse gezogen hat und Flieger abgestellt hat: Von den ursprünglich bestellten 73 Maschinen sollen der Bundeswehr nun nur noch 40 zur Verfügung gestellt werden. Weitere 13 will Deutschland direkt weiterverkaufen. Käufer wurden bisher allerdings noch nicht gefunden.

(Foto: ap)
huGO-BildID: 25102461 (FILES) A file picture taken on February 9, 2011 shows a French Dassault Rafale multirole combat aircraft performing during the
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Eurofighter

Die Anfänge des Kampffliegers „Eurofighter“ gehen bis in die frühen 80er-Jahre zurück. Mit ihm wollten die Europäer den übermächtigen sowjetischen Kampfjets etwas entgegensetzen. Doch auf dem Weg der Entwicklung kam Airbus die Geschichte in die Quere. Denn Ende der 80er-Jahre fiel zunächst die Berliner Mauer, später brach die Sowjetunion zusammen. Doch alles kein Problem: Mit großem Verhandlungsgeschick gelang es Airbus die Regierungen in Europa davon zu überzeugen, an dem Projekt festzuhalten.

(Foto: AFP)
Eurofighter Typhoon
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So sicherte der Rüstungskonzern zu, dass der Eurofighter im Laufe der Jahre immer weiter modifiziert werde und so den neuen Rahmenbedingen angepasst werde. Allerdings zeigten die ersten ausgelieferten Jets etliche technische Probleme, deren Behebung weitere Kosten verursachten. Ursprünglich sollte eine Maschine circa 33 Millionen Euro (Preis von 1998) kosten, am Ende schoss der Preis auf 138,5 Millionen Euro in die Höhe. Die Bundeswehr nimmt daher nur noch 140 von ursprünglich geplanten 250 ab.
Doch es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Eurofighter trotz aller Probleme ein durchaus konkurrenzfähiges Flugzeug ist. Dies zeigte sich 2005 in einem „Schaukampf“, bei dem zwei amerikanische F-15-Kampfjets gegen eine Eurofighter-Trainingsmaschine antraten und zu Überraschung aller Beteiligten der Eurofighter dieses Gefecht klar für sich entscheiden konnte.

(Foto: dpa)
Hubschrauber NH 90
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NH 90

Der Mehrzweckhubschrauber von NH Industries sollte das Rückgrat der deutschen beziehungsweise europäischen Hubschrauberflotte werden. 2010 erhielt die Bundeswehr die ersten Helikopter, die von einer Expertengruppe eingehend getestet wurden. Ihr Urteil war vernichtend. Sie kamen zu dem Schluss, dass, wann immer es möglich sei, alternative Luftfahrzeuge zum Transport von Infanteriekräften zu nutzen seien. Die Mängelliste ist lang und skurril. Zum Beispiel ermöglicht die geringe Bodenfreiheit Soldaten nur auf befestigtem Boden den Ausstieg. Außerdem ist die Heckrampe nicht für den Ausstieg ausgerüsteter Soldaten geeignet, da deren Konstruktion zu schwach ist. Doch das noch lange nicht alles...

(Foto: dpa)
Hubschrauber NH 90
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Der Innenraum des NH90 ist derart eng bemessen, dass eine Infanteriegruppe mit Gepäck für 24 Stunden nur dann in den Hubschrauber passen würden, wenn sie ihre Waffen und das Gepäck ohne Sicherungen auf den Boden legen. Diese Beengtheit macht eine Anbringung eines Bordgeschützes außerdem praktisch unmöglich, weshalb der Helikopter im Ernstfall mit anderen Mitteln verteidigt werden müsse. Zu guter Letzt können schwere Waffen aufgrund fehlender Gurte nicht transportiert werden. Ursprünglich waren 122 NH 90 geordert worden, letztlich werden es Stand jetzt circa 100 werden. Kostenpunkt: 8,6 Milliarden Euro. Immerhin gibt es zu diesem Preis weitere Kampfhubschrauber im Paket...

(Foto: dpa)
THE FIRST SERIAL PRODUCED FRANCO GERMAN COMBAT HELICOPTER TIGER TAKES OFF IN DONAUWOERTH
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Tiger

Und zwar 57 Kampfhubschrauber Tiger. Die Pläne für die Eurocopter-Maschine reichen bis in das Jahr 1984 zurück. Zusammen mit der französischen Regierung gab die Bundesregierung eine Alternative zum PAH-1 in Auftrag. Dieser ging an Eurocopter (Airbus) mit dem Entwurf des Tigers. Dieser Mehrzweck-Kampfhubschrauber sollte in Konkurrenz zum amerikanischen Apache treten.

(Foto: Reuters)

Zwei Optionen für einen Deal zwischen Rheinmetall und KMW sind den Kreisen zufolge denkbar: Zum einen könnten die Eigentümer von KMW ihre Anteile in Rheinmetall einbringen und damit Aktien der börsennotierten Firma erhalten. Mit einer Beteiligung von 25 bis 30 Prozent wären sie dann mit Abstand der größte Anteilseigner und willkommener Ankeraktionär in Düsseldorf.

Zum anderen könnte KMW mit der Rheinmetall-Sparte Combat Systems fusioniert werden. In dem Bereich bündeln die Düsseldorfer ihr Geschäft mit Kettenpanzern und Munition. Mit einem Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Euro ist die Sparte zwar größer als KMW, dennoch könnten die KMW-Eigner eine gleichberechtigte Beteiligung erhalten, hieß es.

Für ein Zusammengehen mit Rheinmetall sprechen Synergien, die bei jährlich 60 bis 70 Millionen Euro liegen sollen. „Bei Nexter wird es die nicht geben, da die Modellpalette verschieden ist“, sagte ein Insider. Rheinmetall äußerte sich nicht zu KMW. Bei den Münchenern war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Den vollständigen Bericht zum Interesse von Rheinmetall an KMW finden Sie als Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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2 Kommentare zu "Krauss-Maffei Wegmann und Nexter: Rheinmetall nimmt geplante Panzerfusion unter Beschuss"

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  • Recht so. Nur schade was sie sagen wird nicht von den Herrn gelesen, genauso wenig von der Regierung.
    Schade.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.