Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Krebsforschung Roches Milliardenwette gegen Bayer

Roche will das Biotechunternehmen Ignyta übernehmen und damit seine Forschung im Krebsbereich erweitern. Der Pharmakonzern wird damit Konkurrent von Bayer, die einen ganz ähnlichen Deal abgeschlossen haben.
22.12.2017 - 12:22 Uhr 1 Kommentar
Der Konzern konnte im vergangenen Jahr seine Präsenz im Bereich Multiple-Sklerose-Behandlung deutlich verstärken. Quelle: dpa

Der Konzern konnte im vergangenen Jahr seine Präsenz im Bereich Multiple-Sklerose-Behandlung deutlich verstärken.

(Foto: dpa)

Frankfurt Für 1,7 Milliarden Dollar will der Schweizer Pharmariese Roche das amerikanische Biotechunternehmen Ignyta übernehmen. Der Baseler Konzern bietet einen Aufschlag von 70 Prozent gegenüber dem letzten Aktienkurs von Ignyta und will mit der Übernahme seine umfangreiche Forschungs-Pipeline im Krebsbereich um einen weiteren neuen Ansatz erweitern.

Der Deal ist zugleich aber auch eine Wette gegen den Leverkusener Bayer-Konzern. Denn Bayer hat erst vor wenigen Wochen einen Deal mit einer anderen US-Biotechfirma, dem Unternehmen Loxo Oncology, besiegelt, der genau auf den gleichen Wirkmechanismus zielt. Um die Rechte an den beiden wichtigsten Entwicklungsprojekten von Loxo zu erwerben, zahlt Bayer vorab 400 Millionen Dollar an Loxo und verpflichtet sich zu weiteren Zahlungen von zusammen bis zu 1,15 Milliarden Dollar in Abhängigkeit von bestimmten Zulassungs- und Vermarktungserfolgen.

Die Wirkstoffkandidaten von Loxo und Ignyta richten sich beide gegen genetische Mutationen bei bestimmten Signalstoffen, den so genannten Tropomyosin-Rezeptor-Kinasen (TRK), die unter anderem für die Verbindungen zwischen Nervenzellen eine Rolle spielen. Mutationen der TRK wirken bei bestimmten Krebspatienten als maßgeblicher Treiber für das unkontrollierte Wachstum der Tumorzellen.

Loxo hat Larotrectinib in 17 Krebsarten getestet und schätzt, dass bei jeweils etwa einem Prozent der Patienten die TRK-Mutationen die entscheidende Rolle spielt. Von insgesamt 55 behandelten Patienten mit der Mutation haben nach Angaben von Bayer und Loxo 75 Prozent auf den Wirkstoff angesprochen, unabhängig vom Alter und Tumortyp, was in der Krebstherapie als hohe Quote gilt. Bayer und Loxo wollen die Wirkstoffe daher nicht für bestimmte Krebsarten in die Zulassung bringen, sondern generell für den Einsatz bei den spezifischen Mutationen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die gleiche Strategie verfolgt im Prinzip auch die nun von Roche übernommene Firma Ignyta mit ihrem Wirkstoffkandidaten Entrectinib. Auch der zeigte bisher in klinischen Studien Ansprechraten von 80 Prozent. Beide Substanzen werden von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA als Therapiedurchbruch eingestuft. Letztlich werden wohl die Daten aus den abschließenden klinischen Studien darüber entscheiden, welcher der beiden Konkurrenten bei der Zulassung und später auf dem Markt die Nase vorn haben wird.

    Klar ist aber schon jetzt, dass diese Wirkstoffe den Weg zu einer neuen Konzeption bei der Zulassung von Krebsmittel ebnen könnten. Denn sie tragen besonders deutlich der Tatsache Rechnung, dass Krebs eine genetische Krankheit ist, für die nicht der Entstehungsort im Körper entscheidendes Merkmal ist, sondern die spezifischen genetischen Veränderungen, die das Zellwachstum antreiben.

    Die Gewinnbringer der Pharmabranche
    Platz 10: Prevenar
    1 von 10

    Der Impfstoff schützt vor der Infektionskrankheit Pneumokokken, einer bakteriellen Lungenentzündung, die vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen lebensbedrohlich sein kann. Dem Pharma-Riesen Pfizer bringt der Impfstoff jährlich 5,7 Milliarden Dollar ein.

    (Foto: PR)
    Platz 9: Lantus
    2 von 10

    Den Insulin-Stift von Sanofi nutzen weltweit Millionen Diabetiker – und bescheren dem französischen Pharmakonzern jährlich Einnahmen von mehr als sechs Milliarden Dollar.

    (Foto: Imago)
    Platz 8: Herceptin
    3 von 10

    Unter dem Namen Herceptin vermarktete der Baseler Pharmakonzern Roche einen Antikörper, der zur Behandlung von einigen Brust- und Magenkrebsformen eingesetzt wird. Die Entwicklung der Arznei durch den Krebsforscher Dennis Slamon wurde 2008 unter dem Titel „Living Proof“ verfilmt. Bis heute hat auch Roche seine Freude an dem Medikament: Es generiert pro Jahr einen Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar. Damit trägt Herceptin allein mehr als zehn Prozent zum Jahresumsatz von Roche bei.

    (Foto: picture-alliance / medicalpictur)
    Platz 7: Avastin
    4 von 10

    Mit Avastin hat Roche ein weiteres profitables Krebsmedikament im Portfolio: Avastin ist beispielsweise für Darm-, Lungen- oder Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium zugelassen. Die Baseler verdienen pro Jahr 6,72 Milliarden Dollar mit dem Wirkstoff.

    (Foto: PR)
    Platz 6: Revlimid
    5 von 10

    Der Wirkstoff des US-Pharmakonzerns Celgene ist in Europa als „Orphan Drug“ zugelassen – also als Medikament für seltene Krankheiten. Das bedeutet, dass es nur in wenigen Fällen verschrieben wird, die Therapiekosten jedoch sehr hoch sind. Das Krebsmittel bringt Celgene im Jahr knapp 7 Milliarden Dollar.

    (Foto: PR)
    Platz 5: MabThera/Rituxan
    6 von 10

    Das wichtigste Krebsmittel von Roche generiert jährlich 7,23 Milliarden Dollar Umsatz. Der unter den Namen MabThera und Rituxan vermarktete Wirkstoff gilt als Vorreiter der sogenannten gezielten Krebstherapie, bei der die Antikörper mittels Gentechnik hergestellt werden.

    (Foto: PR)
    Platz 4: Remicade
    7 von 10

    Die Ampullen der US-Pharmariesen Johnson & Johnson sowie Merck & Co. helfen gegen zahlreiche Krankheiten: In Europa ist das Medikament als Therapie etwa für die chronische Darmerkrankung Morbus Crohn oder die Hautkrankheit Schuppenflechte zugelassen. Der Allrounder bringt den beiden Konzernen jährliche Einnahmen von 8,2 Milliarden Dollar.

    (Foto: PR)

    Im Mai hatte die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erstmals ein Krebsmittel für den Einsatz bei einer bestimmten Genmutation zugelassen, unabhängig von der Krebsart. „Solche Beispiele werden wir häufiger sehen“, zeigt sich der Chef der Bayer-Pharma-Sparte, Dieter Weinand, überzeugt. Roche-Pharmachef Daniel O’Day sieht die Übernahme von Ignyta als Teil der Strategie von Roche, die Krebsbehandlung gezielt auf Patienten zuzuschneiden.

    Die Krebstherapie ist nicht das einzige Feld, in dem sich der Wettbewerb zwischen den beiden Pharmakonzernen verschärft: Mit seiner erfolgreichen Neuentwicklung Ocrevus hat Roche im vergangenen Jahr seine Präsenz im Bereich der Multiple-Sklerose-Behandlung deutlich verstärkt, wo Bayer mit dem Mittel Betaferon vertreten ist.

    Als neuer Konkurrent von Bayer tritt der Baseler Konzern nun zudem auch in der Behandlung der Bluterkrankheit an. Dem vor wenigen Wochen in den USA erstmals zugelassenen Mittel Hemlibra trauen Analysten Umsätze von mehreren Milliarden Dollar zu. Das wiederum dürfte Perspektiven für die Bayer-Produkt Kogenate und Kovaltry beeinträchtigen.

    Startseite
    Mehr zu: Krebsforschung - Roches Milliardenwette gegen Bayer
    1 Kommentar zu "Krebsforschung: Roches Milliardenwette gegen Bayer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • KREBSFORSCHUNG
      Roches Milliardenwette gegen Bayer
      von:
      Siegfried Hofmann
      Datum:
      22.12.2017 12:22 Uhr

      .........................

      PHARMA HAT ZUKUNFT, egal wie der Laden sich nennt.

      SETZT ENDLICH AN mit TABLETTEN ZU PRODUZIEREN ZUM SCHUTZ DER BÜRGER FÜR DEN NUKLEAREN UNFALL !!!

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%