Krisenbranche Wo Autozulieferer noch gut verdienen können

Die Autoindustrie hat es derzeit schwer. Insbesondere die Zulieferer trifft es hart. Etliche von ihnen sind nun froh darüber, ein zweites Standbein außerhalb der Branche zu haben.
Keiper Recaro stellt nicht nur Sitze für Autos her, sondern auch für Flugzeuge. Quelle: dpa

Keiper Recaro stellt nicht nur Sitze für Autos her, sondern auch für Flugzeuge.

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Auch Hella macht es jetzt. Randaktivitäten hatte das Unternehmen aus Lippstadt schon lange, aber im Frühjahr 2008 hat es entschieden, einen eigenen Bereich außerhalb der Autoindustrie aufzubauen. Im vergangenen Monat stellte der Spezialist für Autoscheinwerfer erste Prototypen für LED-Straßenlaternen vor, 2010 sollen sie in Serie gehen. Die Überlegung dahinter erläutert ein Unternehmenssprecher: "Bei Technologien und Prozessen sind wir sehr weit vorne." Dieses Know-how wolle Hella auch in anderen Bereichen nutzen.

Für viele Autozulieferer ist es interessant, ein zweites Standbein zu schaffen oder zu stärken. Jan Dannenberg, Automobilexperte und Partner bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman, beobachtet schon "seit drei, vier Jahren einen sehr klaren Trend, in anderen Bereichen die Stärken der Branche einzusetzen: herausragende Produktqualität, günstige Preise, hundertprozentige Lieferzuverlässigkeit, Flexibilität durch mehrere Standorte und globale Aufstellung". Top seien die Zulieferer zum Beispiel häufig in puncto Verfahrenstechnik und Produktionsmanagement.

So hat der Sitzhersteller Keiper Recaro seinen Umsatzanteil in der Luftfahrt zwischen 2005 und 2008 fast verdoppelt und es in diesem Bereich zur weltweiten Nummer drei gebracht. Während der Gruppenumsatz innerhalb von drei Jahren nur um wenige Prozent auf 1,2 Mrd. Euro stieg, legten die Erlöse mit Flugzeugsitzen von 129 Mio. Euro auf 246 Mio. Euro zu. In der Autokrise erweist sich die Doppelstrategie, welche die Unternehmensgruppe aus Kaiserslautern schon seit Jahrzehnten verfolgt, als sehr sinnvoll.

Bei Keiper Recaro stimmen die Dimensionen nach Dannenbergs Einschätzung. Ein gesundes Verhältnis liegt für ihn vor, wenn 20 bis 25 Prozent des Geschäfts außerhalb der Autoindustrie gemacht werden. "Fokussierung bleibt auch bei einer gewissen Diversifizierung möglich."

Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%