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Krisenkonzern BP Eine schlechte Nachricht folgt der nächsten

Für BP reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Als ob der britische Ölkonzern nicht schon genug mit der Abdichtung des Öllecks im Golf von Mexiko zu tun hätte, lässt sich nun einer der Partner über die Fahrlässigkeit der Verantwortlichen aus. Symptomatisch: Bei den Abpumparbeiten gibt es erneut Problem.
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BP-Logo: Die Ölpest wird für den Konzern zu einer unendlichen Geschichte. Quelle: Reuters

BP-Logo: Die Ölpest wird für den Konzern zu einer unendlichen Geschichte.

(Foto: Reuters)

HB HOUSTON/SAN FRANCISCO. Zwei Monate nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko ist ein Ende der schlechten Nachrichten für den BP-Konzern nicht in Sicht. Der Partner Anadarko ging auf Distanz zum Londoner Energie-Multi, der am Freitagabend (Ortszeit) zudem Abpumparbeiten an der leckgeschlagenen Ölquelle unterbrechen mussten. Die Arbeiten, mit denen täglich bis zu 28 000 Barrel (je 159 Liter) an die Wasseroberfläche befördert werden können, sollen BP zufolge noch am Samstag wiederaufgenommen werden. Das Unternehmen begründete die Unterbrechung mit technischen Problemen.

Anadarko-Chef Jim Hackett warf BP Leichtfertigkeit vor, was als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz gewertet werden könne. Die Briten müssten für die Kosten der größten Umweltkatastrophe der amerikanischen Geschichte allein aufkommen. BP wies die Darstellung Hacketts vehement zurück.

Anadarko ist zu 25 Prozent an der außer Kontrolle geratenen Ölquelle beteiligt, das japanische Unternehmen Mitsui & Co. zu zehn Prozent. BP, das 65 Prozent der Anteile an der Quelle hält, verwies darauf, dass alle Teilhaber die Kosten der Ölförderung einschließlich der Reinigung tragen müssten. Es ist üblich, dass Ölförderunternehmen wegen der hohen Kosten andere Firmen an Ölquellen beteiligen. In der Regel geben diese Firmen Geld und werden später an den Verkaufserlösen beteiligt. BP vertritt die Ansicht, dass sie sich auch an den Risiken und damit an den Kosten der Ölpest beteiligen müssten.

Dem widersprach Anadarko-Chef Hackett. Es gebe immer mehr Beweise, dass die Explosion und der Untergang der Bohrinsel sowie der Tod der elf Ölarbeiter vermeidbar gewesen wären, erklärte er. Die Katastrophe sei das Ergebnis leichtfertiger Entscheidungen und Handlungen von BP. Anadarko hätte die Dinge anders gehandhabt, aber "wir waren nicht auf der Bohrinsel und wir wurden hinsichtlich der Prozeduren und Vorgehensweisen auf der Plattform nicht konsultiert". Anadarko habe darauf vertraut, dass der Betreiber der Ölplattform im besten Interesse der Arbeiter und der Teilhaber handele. Er sei schockiert über die jetzt bekanntgewordenen Informationen, nach denen die Arbeitsweise von BP nicht sicher gewesen sei und das Unternehmen Warnsignale ignoriert habe.

Die Aktien von Anadarko sind seit der Explosion der "Deepwater Horizon" am 20. April um 42 Prozent gefallen. Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des Unternehmens auf Ramsch-Status heruntergestuft. Als Begründung nannte Moody's die Unsicherheiten darüber, was für Kosten auf Anadarko wegen der Katastrophe zukämen.

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3 Kommentare zu "Krisenkonzern BP: Eine schlechte Nachricht folgt der nächsten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Amerika schwimmt in Öl!
    ist es nicht das was die Amerikaner immer wollten ???

    Und jetzt ist nur bP alleine Schuld...
    Schon klar...

    ich hoffe die Amerikaner bekommen ihren Sauhaufen bald unter Kontrolle. Manoman, in Deutschland sind sogar Tankstellen mit nem Auffangbecken unterlegt, so dass ja kein Tröpfchen Öl ins Erdreich kommt.
    Und wenn es unter meinem Auto tropft, oh Gott, die halbe Welt regt sich darüber auf...
    Aber den Amerikanern tritt noch keiner vor den Latz..., also warum Altöl entsorgen, ab damit in den Golf, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen!

    Klar, boykottiert bP, aber dann bitte auch Shell, denn die hatten die "brent Spar" mutwillig versenkt!

    Und wo wollt ihr da noch tanken, wenn Aral nun auch bP ist ???

  • "Dem widersprach Anadarko-Chef Hackett. Es gebe immer mehr beweise, dass die Explosion und der Untergang der bohrinsel sowie der Tod der elf Ölarbeiter vermeidbar gewesen wären, erklärte er."

    Obama verhält sich wie Fidel Castro oder Hugo Chavez verhält. Er enteignet Privateigentum nach eigenem Gutdünken. Dass ist nicht nur gegen die US-Verfassung, dass ist Kommunismus.

    Desweiteren täten dem Handelsblatt und anderen deutschsprachigen Zeitungen etwas mehr "Recherche" gut. Meines Wissens wurde wegen der Ölpest gegen bP noch nicht einmal Anklage erhoben. Woher weiss also die halbe Welt, das bP überhaupt Schuld an dem Unfall hat?

    Etwas weniger Populismus, sondern mehr objektive berichterstattung wären wünschenswert. Es ist schließlich schon unglaublich, dass Obama bP zwingt, die arbeitslosen Ölfirmenmitarbeiter zu bezahlen, die wegen des sechmonatigen Moratoriums nicht arbeiten dürfen. Dass ist so, wie wenn man in den USA alle Autos für 6 Monate still legt, weil bei einem Toyoyta Modell die bremsen versagen. Und Toyota muss ALLE Autofahren entschädigen. Auf beschluss des Präsidenten!!! Ohne Anklage, ohne Verhandlung, ohne Gerichtsurteil. Das gibt es nicht einmal in Kuba.

  • Anadarko hätte andere Möglichkeiten gehabt, sich finanziell an der Ölförderung zu beteiligen, z.b. Aktien von bP kaufen oder bP einen Kredit gewähren. Aber sie wollten mehr Rendite und haben sich direkt an der Operation beteiligt, dann stehen sie nun auch für die Verluste ein, ist doch klar.

    Die US-Regierung hat die Aufgabe, die Verteilung der Entschädigungen als Treuhänder zu übernehmen, und bP vor idiotischen amerikanischen Schadenersatzprozessen zu schützen: Wenn der Firma sagt, die ersetzt alle Schäden, dann braucht es keinen Prozess mehr, sondern nur die unabhängige bewertung, ob jemand, der einen Schaden geltend machen will, diesen auch in dieser Höhe hatte. Also die Fischer die nicht fischen können, die Hoteliers deren Strandhotels leer bleiben, die an Öl Erkrankten, die Küstenortschaften deren bewohner wegziehen.

    Das sollte die US-Regierung verwalten. Geld zuzahlen sollte sie nicht, es kommt teuer genug, wenn bP in den nächsten 30 Jahren oder wie lange die Schäden andauern pleite geht. Anadarko ist pleite, so viel ist sicher.