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Künstliche Intelligenz Bosch beteiligt sich an britischem KI-Start-up Graphcore

Neben Bosch haben sich auch BMW und Microsoft an Graphcore beteiligt. Der Wert des Start-ups steigt damit auf 1,7 Milliarden Dollar. Bosch hält wohl über zehn Prozent.
18.12.2018 - 18:38 Uhr Kommentieren
Der Industriekonzern beteiligt sich über seine Venture-Capital-Gesellschaft an dem KI-Start-up Graphcore. Quelle: dpa
Bosch

Der Industriekonzern beteiligt sich über seine Venture-Capital-Gesellschaft an dem KI-Start-up Graphcore.

(Foto: dpa)

Stuttgart Die Venture-Capital-Gesellschaft der Bosch-Gruppe (RBVC) hat sich an der neuen Finanzierungsrunde von Graphcore beteiligt. Das britische Start-up stellt Chips für Künstliche Intelligenz (KI) her und gilt als eine der wichtigsten Beteiligungen von Bosch Venture Capital.

Die Bewertung des Unternehmens beträgt nun 1,7 Milliarden US Dollar. Graphcore zählt damit zu den Einhörnern, wie erfolgreiche Start-ups mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar genannt werden. Das Volumen dieser Finanzierungsrunde beträgt 200 Millionen US-Dollar.

Bosch nennt seine Investitionssumme nicht. In Branchenkreisen wird der Anteil von Bosch an Graphcore auf deutlich über zehn Prozent geschätzt. Neben Bosch sind auch BMW und Microsoft in das Start-up investiert.

Das Unternehmen aus Bristol zählt zu den Start-ups, die Intel und Nvidia mit einem völlig neuen Chip-Design den Rang ablaufen wollen. Für die Chips entwickelt Graphcore eine entsprechende Software für KI und maschinelle Intelligenz.

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    Graphcores IPU ist der erste Prozessor, der speziell darauf ausgelegt ist, maschinelle Intelligenz zu trainieren und auszuführen. Hierbei erreicht er Geschwindigkeiten, die zehn- bis hundertmal höher sind als bei derzeitiger Hardware. Das ist bei der steigenden Nachfrage nach Rechenzentren für die Cloud von strategisch enormer Bedeutung. Es geht im Zeitalter der Digitalisierung um einen Milliardenmarkt.

    Das Unternehmen beliefert bereits erste Kunden wie Dell und Samsung. Nur etwas mehr als zwei Jahre nach der Gründung peilt das Unternehmen 2019 bereits 50 Millionen Dollar Umsatz an. Derzeit fährt Graphcore die Produktion hoch, um die Nachfrage nach PCIe-Karten mit intelligenten Prozessoren zu befriedigen.

    „Graphcore läutet mit seiner Technologie einen Paradigmenwechsel bei KI für Cloud- und Edge-Computing ein. Die hocheffiziente IPU-Technologie kann KI-basierte Produkte wie autonome Fahrzeuge oder Sicherheitssysteme deutlich verbessern“, erklärt Hongquan Jiang, Investmentpartner bei RBVC. Er sitzt im Verwaltungsrat von Graphcore.

    Chef von RBVC ist Ingo Ramesohl. Sein Team aus 30 Spezialisten durchkämmt jedes Jahr mehr als 2000 Start-ups. Gut hundert davon schaffen es in die engere Auswahl. „Wir investieren pro Jahr in sechs bis zehn ausgewählte Unternehmen mit Summen von jeweils bis zu 15 Millionen Euro und einer maximalen Beteiligungshöhe von 25 Prozent“, sagt Ramesohl. Derzeit ist Bosch an 35 jungen Firmen beteiligt. Bei Graphcore war Bosch schon als Leadinvestor dabei.

    Das aktuelle Portfolio von Bosch umfasst Unternehmen, die sich mit Themen wie maschinelles Lernen, aber auch Blockchain, Internet der Dinge und Halbleiterentwicklung beschäftigen.

    Insgesamt hat Bosch in diesem Bereich 420 Millionen Euro aus drei Fonds investiert. „Wir sind mit unserem Beteiligungsgeschäft sehr zufrieden. Anfang nächsten Jahres haben wir Bedarf, mit einem weiteren Fonds aufzustocken“, sagte Ramesohl kürzlich dem Handelsblatt. Mit den Zusagen für Graphcore dürfte das Geld jetzt aufgebraucht sein und die Aufstockung unmittelbar anstehen.

    Neben Graphcore sind die Schwaben an einer Handvoll Gründerunternehmen beteiligt, die in ihrer jüngsten Finanzierungsrunde eine Bewertung von mehr als 100 Millionen US-Dollar hatten, darunter Unternehmen wie AIMotive, Foghorn, Pubnub oder Sensoro. Zu den Kunden und Partnern der Portfoliounternehmen zählen Konzerne wie Samsung, Google, Facebook oder Apple.

    „Unser VC-Arm leistet durch seine wertvollen Kontakte zur Start-up-Szene einen wichtigen Beitrag zur Innovationskultur und Agilität von Bosch“, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner anlässlich des zehnten Geburtstags von RBVC. Bosch werde das Portfolio an innovativen Start-ups stetig erweitern.

    Und in Zukunft könnte auch mal ein lukrativer Börsengang dazukommen. Denn besonders in den USA und China ist das Interesse der Anleger an neuen Tech-Firmen groß und ebenso die Hoffnung, den neuen Google oder Alibaba zu erwischen. Graphcore hat die Wahrnehmungsschwelle spätestens jetzt überschritten.

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