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Janina Kugel

Die Arbeitsnehmervertreter fordern eine rasche Nachfolge für ihren Posten.

(Foto: imago/Sven Simon)

Kugel-Nachfolge Personalpoker um Nachfolge von Siemens-Arbeitsdirektorin

Die IG Metall fordert eine neue Arbeitsdirektorin. Doch gilt der achtköpfige Vorstand für die neue Holdingstrategie von Siemens als zu groß.
Update: 04.08.2019 - 16:14 Uhr Kommentieren

München Zu später Stunde schickte Joe Kaeser seiner scheidenden Personalchefin doch noch einen Abschiedsgruß hinterher. Er sei traurig, dass Janina Kugel den Konzern verlasse, schrieb der Siemens-Vorstandschef einige Stunden nach der Aufsichtsratssitzung. „Wir haben eine Menge zusammen erreicht, und ich bin dafür dankbar.“

Niemand solle denken, dass „K&K“, also Kaeser und Kugel, vorbei sei. „Wir haben großartige Pläne.“
Harmonie ist derzeit bei Siemens angesagt. Schließlich galt das Verhältnis zwischen den beiden als angespannt. Doch hat längst das Gerangel um die Nachfolge Kugels begonnen. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat fordern die Berufung einer neuen Personalchefin.

Sie wollen nicht, dass einer der amtierenden Vorstände den Posten übernimmt. „Die Arbeitsdirektorin ist keine Manövriermasse“, sagte IG-Metall-Hauptkassierer und Siemens-Aufsichtsrat Jürgen Kerner dem Handelsblatt. Daher müsse die Position wieder neu besetzt werden.

Damit steuert Siemens auf einen Konflikt um die Nachfolge zu. Denn für die neue Holdingstruktur ist der Vorstand mit derzeit acht Köpfen sehr groß. „Es gibt große Zweifel daran, ob ein Vorstand in dieser Größe noch Sinn ergibt“, heißt es in Konzernkreisen. Es soll also einer der amtierenden Vorstände die Funktion des Arbeitsdirektors zusätzlich übernehmen. Genau das lehnt die IG Metall aber ab.

Der Abschied Kugels hatte intern wie extern für großes Aufsehen gesorgt. Die Managerin ist nach Kaeser das prominenteste Gesicht des Konzerns. Angesichts der offensichtlichen Spannungen zwischen den beiden hätte mancher Aufseher den Abschiedsgruß Kaesers daher nicht ganz so ernst genommen, heißt es in Aufsichtsratskreisen.

Die Aufsichtsratssitzung in der vergangenen Woche verlief nach Informationen des Handelsblatts aber weitgehend harmonisch. Es gab allerdings Verärgerung, dass die Toppersonalie – Kugels Vertrag, der im Januar ausläuft, wird nicht verlängert – vorzeitig im Handelsblatt durchgesickert war.

Für Kugel gab es in dem Gremium viel Lob. Sie habe Themen wie Diversity und Employer-Branding vorangebracht und so Siemens als Arbeitgeber weltweit im Kampf um die besten Köpfe vorangebracht. Zudem habe sie die schwierigen Sozialplanverhandlungen über den Stellenabbau im Kraftwerksgeschäft gut über die Bühne gebracht.

Geeinigt hatte man sich im Konflikt, bei dem es um die Rettung des von Schließung bedrohten Werks in Görlitz ging, etwa auf einen neuartigen 100-Millionen-Euro-Zukunftsfonds. Er soll helfen, die Folgen des Strukturwandels abzufedern. „Wenn sie gewollt hätte, wäre der Vertrag auch weitergelaufen“, ist aus dem Aufsichtsrat zu hören.

Auf der Kapitalseite hatte es im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung nach Informationen des Handelsblatts aber auch Kritik gegeben. Die Managerin sei zu viel auf Podien unterwegs und vernachlässige das Tagesgeschäft, lautete ein Vorwurf. Daher wäre eine Verlängerung zumindest kein Selbstläufer gewesen.

Vertrag endet im Januar

Kugel selbst schrieb in einem Beitrag auf dem Karriere-Netzwerk LinkedIn, sie habe immer die Bedeutung von Veränderung gepredigt. „Und Veränderung ist das, was ich jetzt in meinem eigenen Leben erreichen will.“ Ihrem Umfeld soll sie schon vor etlichen Wochen signalisiert haben, dass sie nach einer Amtszeit aufhört.

Momentan gehen die Beteiligten davon aus, dass die 49-Jährige ihren Vertrag bis Ende Januar tatsächlich erfüllen wird. Doch schon im Herbst müssen die Weichen für ihre Nachfolge gestellt werden. Eine kommissarische Lösung, bei der ein Siemens-Vorstand zusätzlich die Funktion des Arbeitsdirektors übernimmt, könne allenfalls eine Übergangslösung sein, sagte Kerner. „Wir sollten uns im September zusammensetzen und ein Anforderungsprofil erstellen“, sagte Kerner. Danach werde man sehen, welche externe Kandidatin oder Siemens-Managerin aus der zweiten oder dritten Ebene am besten für den Posten geeignet sei.

Diversitätsproblem im Vorstand
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