Kuka sitzt auf dickem Auftragspolster Chinas Glückskeks

Der chinesische Konzern Midea hat sich die Mehrheit am Roboterbauer Kuka gesichert. Die Augsburger verzeichnen jetzt Aufträge in Rekordhöhe aus der Autobranche. Für die Chinesen zahlt sich ihre Milliardeninvestition aus.
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Der Roboterbauer verzeichnet Aufträge in Rekordhöhe. Quelle: AP
Kuka

Der Roboterbauer verzeichnet Aufträge in Rekordhöhe.

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DüsseldorfDer neue Eigentümer hat schon gewusst, wofür er so viel Geld gezahlt hat: Rund 4,6 Milliarden Euro hat der chinesische Hausgeräte-Hersteller Midea im vergangenen Sommer für den Erwerb des Augsburger Roboterbauers Kuka auf den Tisch gelegt. Eine Investition, die sich zu lohnen scheint: So konnte Kuka im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Aufträge im Rekordwert von 3,4 Milliarden Euro verbuchen – dies entspricht einem Zuwachs von über 20 Prozent. „Wir lassen ein äußerst erfolgreiches und ereignisreiches Jahr hinter uns“, sagte Vorstandschef Till Reuter, der die Übernahme durch den chinesischen  Investor trotz vielfacher Bedenken der Politik unterstützt hatte. „Wir bleiben auf unserem globalen Wachstumskurs.“

Der Roboterbauer profitierte insbesondere von der starken Nachfrage der Autokonzerne. „Das Segment Automotive weist ein starkes Wachstum in Höhe von 30,3 Prozent auf“, teilte das Unternehmen mit.

Dagegen lag der Umsatz  2016 mit 2,95 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahreswert von 2,97 Milliarden Euro. Ursprünglich wollten die Augsburger 2016 die Drei-Milliarden-Marke überspringen, hatten dieses Ziel im Jahresverlauf allerdings bereits relativiert.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen
Biotest (2017)
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Das Biotechunternehmen aus Dreieich wird von chinesischen Investoren übernommen. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilte Biotest im April 2017 mit. Großaktionär Ogel, der bereit knapp über 50 Prozent an dem Unternehmen hält, unterstütze die Transaktion und werde seine Aktien andienen. Mit Biotest nimmt Creat ein weiteres Unternehmen ins Visier, das im Bereich Plasmaproteinprodukte tätig ist. Erst im vergangenen Jahr hatten die Chinesen die britische Firma Bio Products für rund 944 Millionen Euro gekauft. Biotest hat sich neben Plasmaproteinprodukten auf biotherapeutische Arzneimittel konzentriert.

Kuka (2016)
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Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie – und ein Vorzeigeunternehmen. Rund 4,6 Milliarden Euro hat der chinesische Hausgeräte-Hersteller Midea im Sommer 2016 für den Erwerb von Kuka auf den Tisch gelegt. Eine Investition, die sich zu lohnen scheint: So konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 neue Aufträge im Rekordwert von 3,4 Milliarden Euro verbuchen – dies entspricht einem Zuwachs von über 20 Prozent. Kuka hat weltweit rund 13.200 Mitarbeiter.

Krauss-Maffei (2016)
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Im Januar 2016 verkauft der Finanzinvestor Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

Koki & Hilite (2014)
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Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer Koki. Ein Kaufpreis wird nicht genannt. Avic übernimmt im selben Jahr einen weiteren Autozulieferer: Für 473 Millionen Euro kauft sich das chinesische Unternehmen bei Hilite ein.

Tailored Blanks (2013)
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Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Putzmeister (2012)
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Der Betonpumpenhersteller Putzmeister wurde 2012 von Firmengründer Schlecht an den chinesischen Baumaschinen-Riesen Sany Heavy Industry verkauft. Die ließen sich die Übernahme des Weltmarktführers für Autobetonpumpen rund 320 Millionen Euro kosten.

Kiekert (2012)
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Noch ein Weltmarktführer in chinesischer Hand: Der Autozulieferer Kiekert wird 2012 vom Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernommen. Das Unternehmen ist der Erfinder der Zentralverriegelung und Spezialist für Autoschlösser.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging von 194,3 auf 127,2 Millionen Euro zurück. Dies liege allerdings auch an nicht operativen Effekten durch die Midea-Übernahme und den vorhergehenden Kauf des Logistikspezialisten Swisslog durch Kuka, berichtete das Unternehmen. Die stärksten Einzelmärkte waren Europa, China und die USA. 

Midea hatte im vergangenen Jahr fast alle Kuka-Aktien aufgekauft. Der chinesische Haushaltsgerätehersteller hält inzwischen etwa 95 Prozent der Anteile. Inzwischen hat sich Midea zwei Aufsichtsratsposten gesichert, hält sich aus dem operativen Geschäft aber heraus. So war im vergangenen Sommer vereinbart worden, dass der Roboter- und Anlagenbauer bis Ende 2023 unabhängig bleiben soll.

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1 Kommentar zu "Kuka sitzt auf dickem Auftragspolster: Chinas Glückskeks"

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  • die deutschen Unternehmen waren ja zu feige, sich eine solche Perle zu sichern. Warum auf die EU warten, in diesen Fällen müssen deutsche Unternehmen zusammenstehen und aktiv werden.

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