Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kuka wird chinesisch Die Übernahme ist kein Ruhmesblatt

Der Roboterhersteller Kuka wird chinesisch. Weder die Verantwortlichen aus der Industrie noch aus der Politik können stolz drauf sein. Trotzdem ist die Übernahme kein Drama, Kuka ist nicht SAP oder Siemens. Eine Analyse.
18.07.2016 - 13:30 Uhr Kommentieren

Kuka-Deal ist fix

„The winner takes it all“, lautet die berühmte Liedzeile der schwedischen Kultband Abba. Der chinesische Midea-Konzern hat beim Roboterhersteller einen Durchmarsch gemacht. In der Nacht zum Samstag lief die Angebotsfrist aus. Die Dreiviertelmehrheit ist bereits sicher. In Augsburg wird die chinesische Flagge gehisst. Die Hysterie um die Übernahme ist zum Glück inzwischen verflogen. Letztendlich war es ein nacktes Milliardengeschäft, bei dem es nur noch um das Geld ging.

Ein Ruhmesblatt ist die Geschichte weder für die deutsche Industrie noch für die Politik. Kuka-Chef Till Reuter hat den Aktienwert von Kuka in seiner Amtszeit fast verzehnfacht, die Firma teuer verkauft und langfristige Zusagen für die Mitarbeiter herausgeholt. Das ist unbestritten. Aber Reuter ist mit Kuka umgegangen wie ein Investmentbanker. Der Vorstandschef hat die Haut Kukas so zu Markte getragen, dass es mittelständischen Unternehmern fast den Magen umdreht.

Aber die Großaktionäre Voith und Loh haben – trotz ihrer Ressentiments gegen Reuter – das Geld dann doch sehr schnell genommen. Wenn Voith tatsächlich selbst die Mehrheit angestrebt hat, dann waren die Heidenheimer schlicht zu schwach, zu langsam und zu naiv.

Auch bei der Politik wäre Schweigen im Fall Kuka mehr gewesen. Die Aufforderung an die deutsche Industrie zu einem Gegengebot war schlicht Nonsens angesichts des überhöhten Preises. Und Midea muss sich fragen lassen, wann sich dieses Investment lohnen soll. Aber das scheint keine Rolle zu spielen.

Mit Kuka hat Midea ein gutes Unternehmen gekauft, aber keineswegs die Schlüsselfirma zur Industrie 4.0. Kuka ist nicht SAP, Siemens, aber auch nicht Festo, Trumpf oder Sick. Letztere drei kann keiner über die Börse kaufen. Unmoralische Angebote hatten alle drei schon.

Die restlichen Aktionäre haben jetzt noch zwei Wochen Zeit, ihre Anteile nachträglich abzugeben. Sie sollten das Geld lieber nehmen. Die nächste Zeile bei Abba lautet: „The loser‘s standing small.“

Startseite
Mehr zu: Kuka wird chinesisch - Die Übernahme ist kein Ruhmesblatt
0 Kommentare zu "Kuka wird chinesisch: Die Übernahme ist kein Ruhmesblatt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%