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Kunststoffhersteller Covestro kehrt in Asien zum Normalbetrieb zurück und sieht sich finanziell gut gerüstet

Vorstandschef Markus Steilemann registriert gute Signale aus der chinesischen Wirtschaft. An der Dividende hält der Dax-Konzern vorerst fest.
29.04.2020 - 15:20 Uhr Kommentieren
Der Manager sieht positive Signale aus Fernost. Quelle: dpa
Covestro-CEO Markus Steilemann

Der Manager sieht positive Signale aus Fernost.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Wie das Virus selbst so ziehen sich auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in Wellenform durch die Weltwirtschaft. Während in China bereits eine neue Normalität einkehrt, sind in den USA große Teile der Wirtschaft am Boden. Europa liegt dazwischen – nicht nur geografisch.

Dies zeigt sich deutlich im Geschäft der Leverkusener Covestro AG. Der Kunststoffhersteller beliefert Autoindustrie, Möbelhersteller, Bau- und Elektronikfirmen weltweit und ist von der Coronakrise deutlich getroffen. Die Jahresprognose für Mengenwachstum und bereinigten Gewinn hat der Dax-Konzern bereits Mitte April nach unten korrigiert.

Im ersten Quartal hat sich Covestro noch gut geschlagen: Obwohl Corona weitaus mehr Belastungen brachte als angenommen, hat der Konzern die Ziele erreicht. Der bereinigte Gewinn (Ebitda vor Sonderposten) lag bei 245 Millionen Euro, das war 42,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, aber im Rahmen des Erwarteten. Der Umsatz fiel um zwölf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Im Februar und März zeigten sich vor allem in Asien die Corona-Spuren. Dort verzeichnete Covestro einen Mengenrückgang von 17 Prozent, während die verkaufte Menge in Nordamerika im ersten Quartal noch um sechs Prozent zulegte. Das hat sich im April nun parallel zur Pandemie umgekehrt.

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    Aktuell sieht Vorstandschef Markus Steilemann gute Signale aus der chinesischen Wirtschaft. „In der dortigen Autoindustrie ist eine durchaus materielle Erholung spürbar“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

    Normalbetrieb in Asien

    Auch die Nachfrage aus der Medizintechnik sei besser, ebenso aus der Unterhaltungselektronik, weil sich in Zeiten von Homeoffice und Reiseverbot Computermonitore und digitale Kommunikationssysteme gut verkaufen.

    All diese Branchen beliefert Covestro beispielsweise mit dem transparenten Kunststoff Polycarbonat, der im Werk Schanghai produziert wird. In einigen Teilbereichen seien in China die Umsätze des Unternehmens schon wieder auf Vorjahreswerten, erläuterte Steilemann. Insgesamt sei das Niveau natürlich niedriger.

    Bis auf einige kleinere Bereiche sind die Produktionsstandorte von Covestro in Asien wieder zum Normalbetrieb zurückgekehrt. Covestro hat in der Hauptphase der Pandemie in China die Werke nicht komplett stillgelegt, sondern in kleinerem Umfang weiterlaufen lassen. Auch die Verwaltungsmitarbeiter sind unter strengen Hygienevorkehrungen nun wieder zurück in den Büros.

    In Europa beginnt diese Phase erst. Auf dem Heimatmarkt hat der Konzern seine Werke ebenfalls auf kleinerer Flamme weiterproduzieren lassen, die Verwaltung aber wurde überwiegend ins Homeoffice verlegt. Nächste Woche kehren einige Teams zurück in die Büros und Labors, etwa in der Forschung und Entwicklung oder der Produktionsbegleitung.

    In Europa spürt Covestro eine Stabilisierung des Geschäfts auf niedrigem Niveau, aus den USA und dort vor allem aus der Autoindustrie seien hingegen noch keine guten Signale zu erkennen, sagte Steilemann. Deswegen werde das zweite Quartal herausfordernd.

    Weil die weitere Entwicklung nicht absehbar ist, hält Covestro das Geld zusammen und sichert sich weitere Liquidität, etwa durch einen neuen Kredit der Europäischen Investitionsbank. Für die Konjunkturkrise sieht sich der Konzern daher finanziell gut gerüstet.

    Dividende offen

    Zugleich hat Covestro die Investitionssumme gesenkt und das Sparprogramm ausgeweitet. Ein neuer Stellenabbau wegen Corona ist derzeit nicht geplant – gespart wird noch stärker bei den Sach- und Reisekosten. „Ich habe seit Januar keine größere Dienstreise mehr gemacht“, sagte Steilemann.

    Staatshilfe nimmt Covestro nicht in Anspruch, es ist aktuell auch keiner der Beschäftigten in Kurzarbeit. Steilemann will dieses Mittel aber nicht ausschließen, falls sich die Konjunkturlage noch weiter verschlechtert.

    Ob der Konzern in diesem Jahr tatsächlich wie vorgeschlagen eine Dividende über 2,40 Euro pro Aktie zahlen wird, ist aus Sicht von Analysten zweifelhaft. Eine Ausschüttung in voller Höhe würde den Konzern mehr als 400 Millionen Euro kosten.

    Es gebe aktuell keine Entscheidung über eine Änderung des Dividendenvorschlags, sagte Steilemann. Dafür bleibt noch Zeit, denn die Hauptversammlung wird nun erst am 30. Juli virtuell stattfinden. Bis dahin dürfte etwas klarer sein, wie stark die coronabedingten Belastungen sind und wie es um die Finanzlage von Covestro steht.

    Mehr: Bayer im Bilanzcheck: Glyphosat-Streit bleibt eine Belastung.

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