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Kunststoffhersteller Dax-Aufsteiger Covestro verspricht starkes Jahr

Die Quartalszahlen des Kunststoffherstellers können die Aktionäre nicht überzeugen – die Aktie knickt ein. Der neue Chef Markus Steilemann bleibt optimistisch.
26.04.2018 Update: 26.04.2018 - 12:30 Uhr Kommentieren
„Wir befinden uns auf einem hohen Niveau, werden aber auch im zweiten Quartal weiter zulegen.“ Quelle: dpa
Künftiger Covestro-Chef Markus Steilemann

„Wir befinden uns auf einem hohen Niveau, werden aber auch im zweiten Quartal weiter zulegen.“

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es kommt nicht oft vor, dass ein Unternehmen die Analystenschätzungen deutlich übertrifft und der Aktienkurs dennoch einknickt. Beim Kunststoffhersteller Covestro ist das der Fall: Um ein Viertel ist der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) im ersten Quartal auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen, der Umsatz legte um fünf Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu.

Das sind Rekordwerte, aber dennoch gehört Covestro zu den Schlusslichtern in einem insgesamt stagnierenden Dax: Die Aktie gab bis zum Mittag um nahezu drei Prozent auf 75,50 Euro nach.

Die Reaktion zeugt von einer gewissen Vorsicht bei den Investoren. Die fragen sich, ob der Kunststoffhersteller sein rasantes Wachstumstempo aus dem vergangenen Jahr weiter halten kann. Im ersten Quartal stagnierten die verkauften Mengen insgesamt, getrieben wurde das Ergebnis von den deutlich höheren Preisen.

Beim künftigen CEO Markus Steilemann ist aber von Pessimismus keine Spur. „Wir befinden uns auf einem hohen Niveau, werden aber auch im zweiten Quartal weiter zulegen“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Er signalisierte auch fürs Gesamtjahr Wachstum.

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    Covestro steckt einer besonderen Lage: Das vergangene Jahr war für das Unternehmen außergewöhnlich stark, vor allem das erste Quartal 2017 zeigte extremes Wachstum. Das liegt an der derzeitigen Marktlage: Die Nachfrage ist hoch, das Angebot am Markt aber seit zwei Jahren knapp. Deswegen schießen die Preise für Weichschäume hoch, wie man sie für Matratzen und Polster braucht. Dies ist eines der großen Geschäftssegmente von Covestro.

    Investoren wissen um diese Sondersituation. Viele von ihnen interpretieren es negativ, dass Covestro am Donnerstag die Prognose fürs Gesamtjahr nicht erhöhte. Der Konzern bekräftigte aber, in diesem Jahr das starke Gewinnniveau von 2017 zu halten und die verkauften Mengen im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich zu steigern.

    Vorstandsmitglied Steilemann, der am 1. Juni den CEO-Posten übernehmen wird, sieht den Konzern voll auf Kurs. Im ersten Quartal habe es aufgrund des harten und langen Winters weniger Umsatz mit dem Bausektor gegeben, sagte er dem Handelsblatt und erklärt damit die leicht gesunkene Verkaufsmenge im Hauptsegment Polyurethane. Die grundsätzliche Nachfrage etwa nach Dämmstoffen sei aber weiter hoch, die Umsätze würden sich ins zweite Quartal verschieben.

    Die außergewöhnliche Marktlage bei den Polyurethan-Weichschäumen werde noch im ersten Halbjahr 2018 anhalten. Danach werde sich die Situation normalisieren, sagte Steilemann. Dies zeichne sich bereits jetzt ab. Die Phase kräftiger Preiserhöhungen dürfte also dann vorbei sein.

    Diese Entwicklung sei aber voll im Ausblick berücksichtigt, unterstrich der künftige Vorstandschef. Derzeit kommt Covestro auf eine Ebitda-Marge von 28 Prozent. Rechnet man den Sondereffekt durch Engpass heraus, kommt der Konzern nach eigenen Angaben auf 23 Prozent.

    Im zweiten Kernsegment Polycarbonate stiegen Preis und Verkaufsmengen im ersten Quartal. Hier profitiert Covestro von Investitionen aus dem vergangenen Jahr. Steilemann will das Geschäft mit dem klarsichtigen Kunststoff auf margenstärkere Anwendungen fokussieren, beispielsweise in der Medizintechnik.

    Große Erwartungen hat der Konzern zudem an einen neuen Werkstoff, der härter als Stahl und zugleich leichter als Aluminium sei und etwa in der Elektronik und im Automobilbau eingesetzt werden könnte.

    In der dritten Covestro-Sparte CAS, die Stoffe für Lacke, Kleber und Spezialitäten herstellt, gingen Absatzmengen und Gewinn im ersten Quartal zurück. Hier tut sich der Konzern schwer, die höheren Rohstoffkosten über Preisanstiege an die Kunde weiterzugeben. Steilemann prognostiziert für die kleinste Sparte des Konzerns aber Besserung im Laufe des Jahres. CAS kommt weiterhin auf eine Marge von 23 Prozent.

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