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Lackhersteller Zwölf-Milliarden-Dollar-Deal: Wuthelam übernimmt Mehrheit an Nippon Paint

Die Holding des Milliardärs Goh stockt ihre Anteile am Lackhersteller auf 58,7 Prozent auf. Es ist in Japan der größte Deal des Jahres – und ein Trend.
21.08.2020 - 18:19 Uhr Kommentieren
Der Lackhersteller hat einen neuen Mehrheitseigentümer. Gleichzeitig bündelt das japanische Unternehmen die bisherigen Joint Ventures. Quelle: Reuters
Nippon Paint

Der Lackhersteller hat einen neuen Mehrheitseigentümer. Gleichzeitig bündelt das japanische Unternehmen die bisherigen Joint Ventures.

(Foto: Reuters)

Tokio Goh Cheng Liang hat es mit Farben und Lacken zu einem der reichsten Geschäftsmänner Asiens gebracht. Auf 16 Milliarden Dollar taxiert das Wirtschaftsmagazin "Forbes" das Vermögen des öffentlichkeitsscheuen singapurischen Milliardärs. Nun schreibt seine Holding Wuthelam in Japan Industriegeschichte.

Als erstes asiatisches Unternehmen übernimmt die Privatgesellschaft die Mehrheit an einem Schlüsselunternehmen der Japan AG. In einem Zwölf-Milliarden-Dollar-Deal erhöht Wuthelam seinen Anteil an Japans globalem Farbenkonzern Nippon Paint mit einer privaten Aktienplatzierung von 39,6 Prozent auf 58,7 Prozent. Gohs japanisches Kronjuwel, das stark im Geschäft mit Autolacken ist, wird damit zum globalen Standbein der Gruppe aufgewertet.

Nippon Paint wiederum übernimmt mit dem frischen Kapital sowie Krediten über 100 Milliarden Yen (797 Millionen Euro) das gemeinsame asiatische Joint Venture sowie Wuthelams Lackgeschäft im schnell wachsenden indonesischen Markt. Der neue Nippon-Paint-Chef Maasaki Tanaka, bis 2015 Vizepräsident von Japans größter globaler Finanzgruppe Mitsubishi UFJ, erläuterte am Freitag die Absicht dahinter: „Wir wollen in Asien Dominanz erreichen, um globales Wachstum zu verfolgen.“

Der Deal steht für einen großen Trend in Japans Wirtschaft. Durch Verkäufe oder Fusionen von Firmensegmenten und Zukäufe von Firmen im In- und Ausland versuchen sich immer mehr Unternehmen, besser für den globalen Wettbewerb zu wappnen. 2019 trieb das die Fusionen und Akquisitionen japanischer Konzerne auf Rekordniveau.

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    Reingewinn soll um 60 Prozent steigen

    Das Beispiel des Lackherstellers zeigt, dass japanische Unternehmen zugunsten globalen Wachstums nicht nur bereit sind, bisherige Kerngeschäfte aufzugeben, sondern auch ihre Eigenständigkeit. Oder wie Konzernchef Tanaka die Machtübergabe an seinen bisherigen Hauptaktionär erklärte: „Diese Vereinbarung wird unsere 60-jährige Partnerschaft zur Vollendung bringen und eine starke Basis für beschleunigtes Wachstum darstellen.“

    Die Japaner hoffen zum einen, durch die volle Übernahme der gemeinsamen Unternehmen das eigene Geschäft stärken zu können. Schon jetzt machen die ausländischen Geschäfte 60 Prozent des Konzerngewinns aus. Durch den Deal sollen die Reingewinne um 60 Prozent steigen und das Ergebnis pro Aktie um zehn Prozent.

    Außerdem gewinnen die Japaner an Masse für den globalen Wettbewerb. Dies rechnete Tanaka vor: Mit zwei Zukäufen, der australischen Dulux-Gruppe und dem türkischen Farbenhersteller Betek Boya, sowie den bisherigen Joint Ventures mit Wuthelam hätte Nippon Paints Umsatz 2019 bei umgerechnet sieben Milliarden Euro gelegen, und damit um 1,4 Milliarden Euro höher als in der aktuellen Bilanz.

    Konzernchef Tanaka, der erst im März 2019 von Gohs Sohn und jetzigen operativen Chef der Gruppe, Goh Hup Jin, zum Verwaltungsratsvorsitzenden und Anfang 2020 zum Chief Executive Officer bestimmt wurde, will nun diese „gestärkte Bilanz“ für Wachstum und eine Erhöhung des Aktionärswerts nutzen. Weitere Akquisitionen stehen damit im Raum. Die Aktionäre belohnten erste Gerüchte des Deals am Freitag prompt und trieben kurz vor Börsenschluss der Aktienkurs von Nippon Paint um 6,5 Prozent auf 8.490 Yen (68,18 Euro).

    Mehr: Fusionen und Firmenkäufe sind auch in der Coronakrise ein Motor für Japans Aktienmarkt.

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