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Lawrence Stroll Dieser Auto-Fanatiker steigt bei Aston Martin ein – und soll künftig das Kontrollgremium führen

Der angeschlagene britische Autohersteller Aston Martin bekommt eine Finanzspritze aus Kanada. Wer ist der Milliardär, dessen Sohn Lance in der Formel 1 fährt?
02.02.2020 - 18:31 Uhr Kommentieren
Seit 2018 ist er auch Miteigentümer eines Rennstalls in der Königsklasse. Quelle: imago images/Independent Photo Agency
Lawrence Stroll beim Formel-1-Rennen in Monza

Seit 2018 ist er auch Miteigentümer eines Rennstalls in der Königsklasse.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency)

Ottawa, London Lawrence Stroll ist ein Autofanatiker: Er liebt die Rennen, die Luxusschlitten, den globalen Formel-1-Zirkus. Als er jung war, schmückten Autoposter sein Kinderzimmer. Für seine Leidenschaft gibt er mittlerweile auch gern mal ein paar Millionen Dollar aus. Es ist also kein Zufall, dass der Milliardär aus Kanada nun beim britischen Sportwagenbauer Aston Martin einsteigt.

Stroll führt ein Konsortium, das für umgerechnet rund 237 Millionen Euro einen Anteil von zunächst 16,7 Prozent am Autobauer übernimmt. Später soll das Paket auf 20 Prozent wachsen. Zu dem Konsortium gehört mit André Desmarais, früherer Chef eines Energieunternehmens, ein weiterer Kanadier. Dazu kommt Strolls langjähriger Geschäftspartner Silas Chou, wie die Zeitung „Globe and Mail“ berichtet. Stroll soll das Kontrollgremium des Autoherstellers führen.

Aston Martin stelle einige der „kultigsten“ Luxusautos der Welt her, und die Investition solle sicherstellen, dass das Unternehmen aus einer Position finanzieller Stärke agieren kann, erklärte Stroll sein Engagement. Der Konzern, dessen Fahrzeuge vor allem durch James-Bond-Filme bekannt sind, hatte zuletzt immer wieder schlechte Nachrichten verkünden müssen: Absatz und Margen waren niedriger als erwartet, zudem musste die Firma zu schlechten Konditionen Kredite aufnehmen.

Das Management hat laut Analysten kürzlich eingeräumt, zu sehr auf die Zugkraft der Bond-Reihe vertraut zu haben. Nach dem letzten Film sei der Hype schnell verschwunden – und damit auch die Marke Aston Martin aus dem Blick der Öffentlichkeit.

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    Dazu kommt, dass die Konkurrenz in dem Segment groß ist: Viele Kunden gaben ihr Geld lieber für einen Bentley oder einen Rolls-Royce aus. Beide Unternehmen vermeldeten zuletzt gute Zahlen. Schwierige Handelsbedingungen und die daraus resultierende schwache Performance im Jahr 2019 hätten das Unternehmen in eine angespannte Position gebracht, die „erheblichen Liquiditätsdruck“ verursachte, räumte Aston-Martin-Chef Andy Palmer am Freitag in einer Mitteilung an die Investoren ein.

    Er sei nur ein „gewöhnlicher Typ“, der Autos liebe, sagt Lawrence Stroll, der 1959 in Montreal als Lawrence Sheldon Strulovitch geboren wurde, über sich selbst. Wie gewöhnlich man eben sein kann, wenn man Millionen in der Tasche hat und Ferrari-Oldtimer sammelt. 2013 erwarb er eines der italienischen Kultautos für 27,5 Millionen Dollar, wie das „Forbes Magazin“ schreibt. Sein Vermögen wird auf 2,6 Milliarden geschätzt.

    Milliardär mit eigener Rennstrecke

    Seit gut 20 Jahren ist Stroll auch stolzer Eigentümer einer Rennstrecke. Der Circuit Mont-Tremblant, nördlich von Montreal, war 1968 und 1970 sogar Schauplatz der kanadischen Formel-1-Rennen. Die Rennsportbegeisterung hat Stroll in jedem Fall vererbt: Sein Sohn Lance bestritt bereits als Zehnjähriger die ersten Kartrennen. 2013 wechselte er in die Formel 3, vor drei Jahren in die Königsklasse Formel 1.

    Klar, dass die Karriere des jungen Stroll vom Senior mit einem millionenschweren Förderprogramm unterstützt wurde. Seit vergangenem Jahr fährt Lance sogar für den väterlichen Rennstall: Denn 2018 kaufte er sich in das „Racing Point F1 Team“ ein. Ab der Rennsaison 2021, und da schließt sich der Kreis, soll das Team als „Aston Martin F1“ antreten.

    Zu Wohlstand kam Strolls Familie im Mode- und Bekleidungsgeschäft. Vater Leo Strulovitch hatte Produktlinien der Designer Pierre Cardin und Ralph Lauren nach Kanada gebracht – und damit auch Sohn Lawrence in diese Glamourwelt eingeführt, wie die „Montreal Gazette“ schrieb.

    Lawrence hatte zudem ein gutes Gespür: In den 90er-Jahren investierte er zusammen mit seinem Hongkonger Geschäftspartner Silas Chou in das Unternehmen eines damals noch ziemlich unbekannten US-Designers: Tommy Hilfiger. Aus dem Geheimtipp wurde ein Milliardenimperium. Strolls Frau, die in Belgien geborene Claire Anne, hat obendrein ihr eigenes Modeunternehmen „Callens“. Neben Rennfahrer Lance haben die beiden noch eine Tochter. Ihre Zeit verbringt die Familie in Genf, auf der luxuriösen Karibikinsel Mustique, in Mont-Tremblant und in Montreal.

    Für Aston Martin ist die Ankunft von Lawrence Stroll „ein dringend notwendiger Boxenstopp“, wie kanadische Medien schreiben. „Er bringt seine Erfahrungen und Zugang zu seinem Formel-1-Team mit“, betont CEO Palmer. Große Hoffnungen setzt er in den ersten SUV des Unternehmens: der „DBV“ soll im zweiten Quartal auf den Markt kommen. Die Investitionen in Elektrofahrzeuge wurden hingegen erst mal aufgeschoben – ins Jahr 2025.

    Mehr: Klassische Fahrzeuge erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch Autoliebhaber müssen bei Zulassung und Versicherung einige Besonderheiten beachten.

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