Lebensmittel-Produktion Das giftige Geheimnis auf unseren Tellern

Seite 3 von 7:
Die Methoden der Gentechnik-Firmen
Ernte von gentechnisch verändertem Mais: heftige Kritik. Quelle: dpa

Ernte von gentechnisch verändertem Mais: heftige Kritik.

(Foto: dpa)

Das Problem lösen soll die neue Technologie, also vor allem die Gentechnik. Der gigantische Markt für genveränderte Pflanzen ist in der Hand weniger Konzerne. Zwar sind gentechnisch veränderte Lebensmittel in Deutschland nicht zugelassen, aber die Gen-Branche erzielt hierzulande dennoch üppige Gewinne. Denn die Mastfabriken sind Großabnehmer der Soja-Produkte. Ein Lobbykartell aus Großagrariern, Gentechnik-Managern und Politikern hilft, diesen vermeintlichen Widerspruch zu überwinden.

Rickelmanns Meinung zu den Gen-Firmen ist eindeutig: „Mithilfe der grünen Gentechnik wird nun versucht, ein System zu erhalten, das in Wirklichkeit völlig am Ende ist.“ Die Annahme, dass in Zukunft nur eine durchrationalisierte, industrielle Landwirtschaft die Welt ernähren kann, sei ein fataler Irrtum.

Die Firmen in der Branche haben dasselbe Interesse wie jedes Unternehmen: Sie wollen wachsen. Doch ihre Jagd auf neue Rekordzahlen geht – und das ist der Unterschied zu anderen Branchen – brutal zulasten von Tieren und der Natur. Und mitunter schadet es sogar den Konsumenten selbst. Denn von „vergiften“ zu sprechen, ist weit weniger Polemik und Übertreibung als es auf den ersten Blick scheint.

So kommen mehrere Studien zu dem Ergebnis, dass gentechnisch verändertes Soja des US-Konzerns Monsanto gesundheitliche Schäden an Mensch und Tier verursacht. Rund sechs Millionen Tonnen davon importiert Deutschland jährlich. Übermäßigen Druck von den Behörden bekommt Monsanto nicht, was vor allem daran liegt, dass der Einfluss des Konzerns auf die Politik nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Als Deutschland 2008 den Versuchsanbau von Monsanto-Mais stoppte, wurde der deutsche Botschafter Klaus Scharioth ins US-Handelsministerium einbestellt. Wie die Geschichte genau ausging, ist nicht bekannt. Als großer Sieg der Lobbyisten gilt, dass es in den USA bis heute kein spezielles Prüfverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen gibt.

Gift-Gefahr durch Bananen
Seite 1234567Alles auf einer Seite anzeigen

52 Kommentare zu "Lebensmittel-Produktion: Das giftige Geheimnis auf unseren Tellern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • »Sage mir, was du isst, und ich sage dir, was du bist.«
    schrieb der französische Denker Brillat-Savarin. Unsere Essgewohnheiten und der Umgang mit unseren Lebensmitteln widerspiegeln unsere Weltsicht, unsere Werte und unsere gesamte Lebenseinstellung.
    Viele Kinder wissen heute nicht mehr wie frisches Obst und Gemüse schmeckt. Ihr Geschmackssinn ist verkümmert. Der Lebensmittelindustrie ist das nur recht. Schließlich lässt sich mit den künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern auch billig produziertes Essen schmackhaft machen. Und unerwünschte Geschmacksnoten, die unser Körper normalerweise ablehnen würde, lassen sich überdecken. Das hat System, den darüber wiederum freut sich tierisch die Pharmaindustrie, kommen sie doch so in den Dauergenuss immer neuer "Kundschaft".... so greift ein Rädchen ins andere um ein komplett marodes System am Laufen zu halten. Und mittlerweile läuft unser "Körpereigenes Betriebssystem unter Fortschritt 3.0" mit automatisch laufender Updatefunktion - allerdings immer noch ohne Spam und Virenschutz!
    Jeder muss also seine "Festplatte" selbst aufräumen..., so gut es eben geht und darauf achten, was er in sein "Maulwerk" steckt.

  • "Wer die Nahrungsmittelversorgung kontrolliert,
    kontrolliert die Menschen.
    Wer die Energie kontrolliert,
    kontrolliert die Kontinente.
    Wer das Geld kontrolliert,
    der beherrscht die Welt."
    Henry Kissinger

    Danke Handelsblatt, hätte nicht gedacht solch ein Artikel hier zu finden.
    Ich persönlich habe aufgehört mit Menschen über die Lebensmittelproblematik zu diskutieren.
    Gegen Werbung, Gehirnwäsche und Medien manipulation seitens der Nahrungs-und Pharmamafia (Nestle, Kraft, Bayer,GlaxoSmithKline etc.) kommt man einfach nicht an.
    Ein jeder ist sein glückes Schmied.
    Von daher wer Aspartam/Nutra Sweet, Flour (chemie Abfälle), Geschmackverstärker, Konservierungsmittel,Farbstoffe und medikamenten/Hormon Cocktail, Pestizide, Herbizide und Fungizide in seinem Essen haben will. Bitteschön und Guten appetit.

    Nebenbei, bitte nacher nicht sagen "hätte ich das gewusst..."

  • Warum bzw. wofür bekommen Nutella, RWE und weitere genannte die Subventionen? Nur weil sie Land besitzen? Oder weil es auch Landwirtschaftlich genutzt wird?

  • - Männliche Küken werden direkt nach der Geburt getötet
    - Den Legehennen wird unter Schmerzen der Schnabel gekürzt
    - In der Natur legen Hühner einmal im Jahr Eier
    - Heutige "Lege-"hennen sind soweit qualgezüchtet, dass sie fast jeden Tag ein Ei legen müssen
    - Durch den Dauerstress kommt es zum Federrupfen, bis hin zum Töten der Artgenossen
    - Nach ca. 15 bis 18 Monaten werden die Legehennen geschlachtet, da die Legeleistung nachlässt

  • Tiere sind Lebewesen genau wie Menschen. Sie empfinden Schmerz und Gefühle wie z.B. Angst. Trotzdem werden Schweine, Rinder, Hühner usw. von Menschen wie Produkte oder Waren behandelt. Wir sperren sie ein, halten sie teilweise unter den schlimmsten Bedingungen, mästen und töten sie, um sie dann zu essen.

  • Sie schreiben: "Eine Spurensuche, wer die Schuld trägt." Das ist ganz schlechtes Deutsch, wenn überhaupt. Sie haben auch keine Spuren gesucht, Sie haben mal wieder umfangreichaus aus einem Buch abgeschrieben. Irgendwie macht das ja intellektuell auch nicht satt.

  • Darüber ob die Selbstverständlichkeit mit der wir Tiere wie Rohstoffe nutzen wirklich vom Christentum begünstigt wird, habe ich ehrlich gesagt nie nachgedacht. Aber Sie könnten leider recht haben.
    Streiten könnte man aber schon über die Frage ob die Kirche hier der Mehrheit nur nach dem Mund redet oder wirklich durch jahrhundertelange Beeinflussung die Ursache ist.
    Interessieren würde mich aber ob das alle Kirchen heute noch genauso sehen - diesen Schwachsinn, das Tiere zu unserem Nutzen erschaffen wurden und Ihnen daher Schmerzen zugefügt werden dürfen (das Schmerz auch bei uns erstmal eine reine Körperreaktion ist - die vielleicht im Ergebnis das Gefühl "Angst" auslöst, darüber braucht man schon nicht mehr reden). Vom positiven Bild was ich einst von der Kirche hatte ist wirklich fast nichts mehr. Weg damit, die haben keine Antworten auf unsere Probleme.

  • IRR
    Ihr Kommentar ist auch nicht ganz richtig.
    Natürlich stimmt ein gewisser Teil, haben Sie jedoch an die älteren Menschen gedacht, die nur eine kleine Rente beziehen können? Die damit eine Wohnung/ ein Haus, und all ihr Unkosten finanzieren müssen?
    Die Sache ist an sich nicht leicht, man müsste alles von Grund auf neu erarbeiten und regeln, die Bevölkerung sollte genaustens darüber informiert werden was sie isst und was darin enthalten ist.
    Das ist jedoch, wie schon erwähnt, nur durch einen kompletten Neuanfang und eine neue Regelung der Auflagen möglich.

  • an Topf

    Blödsinn, warum gehen die Leute nicht zum Metzger oder an die Käsetheke und kaufen dort ihre Waren ein? Da bekommt man nämlich kleinste Mengen. Und zur Not kann man die Sachen auch eingefrieren. Also alles kein Argument!

  • Prima, lieber Autor. Alle Vorurteile gegen die Agrar- und Ernährungswirtschaft schön zusammengefasst um die Hysterie der Verbraucher weiter zu schüren...
    Vielleicht sollten Sie sich vor Verfassen eines Artikels mit echten Experten unterhalten, damit nicht so viele fehlerhafte Fakten in ihren Artikel geraten. Aber als "Fußball-Journalist" scheinen sie ja aus Sicht des Handelsblatt qualifiziert zu sein um über solche Themen zu schreiben... Herzlichen Glückwunsch!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%