Lebensmittelmarkt Glencore übernimmt Getreidekonzern Viterra

Rohstoff-Gigant Glencore wächst und greift auf dem Nahrungsmittelmarkt an: Nun ist die Übernahme des kanadischen Getreidekonzern Viterra offiziell vereinbart. Der Kaufpreis ist gewaltig
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Glencore wächst weiter und übernimmt für rund fünf Milliarden Euro das kanadische Unternehmen Viterra. Quelle: dpa

Glencore wächst weiter und übernimmt für rund fünf Milliarden Euro das kanadische Unternehmen Viterra.

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LondonDer Schweizer Rohstoff-Gigant Glencore hat eine der größten Übernahmen der Branchengeschichte noch nicht einmal verdaut, da will er schon den nächsten Milliarden-Konzern schlucken. Der weltgrößte Rohstoffhändler hat nach Angaben vom Dienstag mit zwei Partnern für knapp fünf Milliarden Euro den Kauf von Kanadas größtem Getreidekonzern Viterra vereinbart.

Glencore steht derzeit kurz davor, sich für umgerechnet 27 Milliarden Euro den ebenfalls in der Schweiz ansässigen Bergbaukonzern Xstrata einzuverleiben. Der Konzern hatte den Lebensmittel-Markt offiziell als nächstes Wachstumsfeld auserkoren.

Viterra ist vor allem wegen seiner Getreidespeicher in Kanada ein attraktiver Übernahmekandidat, der einen begehrten Zugriff auf die kanadischen Vorräte an Raps, Sommerweizen, Hafer und Hartweizen bietet. Zudem verfügt das Unternehmen über enorme Lagerkapazitäten in den Häfen Südaustraliens. „Der Kauf von Viterra zeigt, wie sehr wir von der Bedeutung, der Zukunft und dem Potenzial der kanadischen und australischen Getreidemärkte überzeugt sind“, erklärte Chris Mahoney, der bei Glencore für landwirtschaftliche Produkte zuständig ist. Kanada ist weltweit der achtgrößte Getreideanbauer.

Glencore zahlt gemeinsam mit der kanadischen Agrium sowie Richardson International 6,1 Milliarden kanadische Dollar (4,7 Milliarden Euro). Das Führungsgremium von Viterra stimmte der Übernahme zu und erklärte, in den vergangenen Monaten mit einer Vielzahl von Bietern verhandelt zu haben. Glencore will den Großteil der Viterra-Geschäftsteile in Kanada abspalten und umgehend für rund zwei Milliarden Euro an Atrium und Richardson weiterreichen.

Für Börsianer bot die Bekanntgabe des Übernahmeangebots keine wirkliche Überraschung, deshalb hielten sich die Kursreaktionen an den Börsen in Toronto und London in Grenzen: Sowohl Viterra- als auch Glencore-Aktien gaben etwas nach. Die Viterra-Aktie war fast 50 Prozent in die Höhe geschossen, nachdem die Kanadier erstmals Übernahmegespräche eingeräumt hatten. Glencore war zudem umgehend als Bieter im Gespräch.

Der Rohstoffkonzern vertreibt schon jetzt neben Metallen, Mineralien und Öl auch Getreide. Im vergangenen Jahr hatten die Schweizer bereits vergeblich versucht, sich mit Louis Dreyfus den größten Spieler auf dem Markt einzuverleiben. Dreyfus, der kanadischen Cargill sowie dem US-Händler Gavilon Group wurde ebenfalls Interesse an Viterra nachgesagt.

Die Fusion mit Xstrata ist der größte Zusammenschluss in der Rohstoffbranche seit 2007, als der australische Bergbauriese Rio Tinto den Aluminiumkonzern Alcan für 38 Milliarden Dollar übernahm und damit zugleich einen Rekord setzte.

  • rtr
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