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Leihwagengeschäft Volkswagen erwägt Rückkauf von Europcar

Volkswagen ist an einer Übernahme von Europcar interessiert, so Insider. Der französische Autovermieter kämpft gegen die Folgen der Corona-Pandemie.
24.06.2020 Update: 24.06.2020 - 17:04 Uhr Kommentieren
Wie viele Leihwagenanbieter kämpft auch Euopcar mit den Folgen der weltweiten Corona-Pandemie. Quelle: Reuters
Flughafen Charles de Gaulle in Paris

Wie viele Leihwagenanbieter kämpft auch Euopcar mit den Folgen der weltweiten Corona-Pandemie.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Volkswagen interessiert sich für eine Übernahme des französischen Autovermieters Europcar. Die Wolfsburger haben in einem ersten Schritt Investmentbanken eingeschaltet, um eine mögliche Übernahme zu prüfen, hieß es am Mittwoch aus Branchenkreisen. Ein Konzernsprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Finanzinvestoren sollen ebenfalls ein Auge auf den französischen Autovermieter geworfen haben, darunter das amerikanische Investment- und Beteiligungsunternehmen Apollo. Größter Einzelaktionär von Europcar mit knapp 30 Prozent der Anteile ist der französische Finanzinvestor Eurazeo. Über die Übernahmeplanspiele von Volkswagen hatte zuerst die Finanzagentur Bloomberg berichtet. An der Pariser Börse legte das Europcar-Papier in der Spitze bis zu 17 Prozent zu.

Die Konzernplaner in Wolfsburg hielten grundsätzlich immer Ausschau nach Unternehmen, die sich für eine Übernahme eigneten, verlautete aus Konzernkreisen. Mit Europcar könne Volkswagen neue Geschäftsfelder erschließen. Es sei jedoch alles andere als sicher, ob sich VW für eine Übernahme oder eine größere Beteiligung am dem französischen Autovermieter entscheiden werde. Die Überlegungen dazu stünden erst ganz am Anfang. Wegen der Belastungen aus der Corona-Pandemie müsse der Wolfsburger Autokonzern zudem sehr genau überleben, wo er in der aktuellen Situation seine finanziellen Ressourcen einsetze.

Autovermieter machen aktuell eine schwierige Zeit durch. Wegen der Corona-Pandemie ist der weltweite Reiseverkehr extrem eingeschränkt. Geschäftsreisen fallen aus, Touristen müssen auf den geplanten Urlaub verzichten. Dadurch sind auch die Buchungszahlen für Mietautos eingebrochen. Der US-Autovermieter Hertz hatte vor wenigen Tagen wegen der Corona-bedingten Umsatzeinbrüche Insolvenz anmelden müssen.

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    Zusätzlicher Vertriebskanal

    Sollte sich VW für Europcar entscheiden, wäre das eine Wette auf die Belebung des Vermietgeschäfts nach einem Ende der Coronakrise. „Uns würde sich ein zusätzlicher Vertriebskanal erschließen“, sagte ein VW-Manager in Wolfsburg. Autovermieter nehmen den Herstellern Zehntausende Fahrzeuge ab.

    Bei den Autovermietern gewinnt das Leasing an private Kunden außerdem an zusätzlicher Bedeutung. Für die erste Generation von vollelektrischen Autos entsteht gerade erst ein neuer Markt beim Leasing. Über einen Autovermieter wie Europcar könnte Volkswagen das Leasinggeschäft für E-Autos mit Privatkunden aufbauen. Der VW-Konzern könnte auch das dichte Netz von Europcar-Vermietstationen nutzen, um sein Angebot als Mobilitätsanbieter zu verbreitern.

    Zudem wäre ein Kauf von Europcar für VW ein Schnäppchen. Die Coronakrise hat den Börsenwert des Autovermieters deutlich schrumpfen lassen. Aktuell ist das Unternehmen an der Pariser Börse etwa 400 Millionen Euro wert. Trotz der Pandemie hätte VW wegen seines Bestandes an liquiden Mitteln keine Probleme damit, den Betrag für Europcar aufzubringen. Am Ende des ersten Quartals hatte Volkswagen eine Netto-Liquidität von rund 17 Milliarden Euro in den Büchern.

    VW kennt sich zudem sehr gut mit Europcar aus: Die Wolfsburger hatten den Autovermieter 2006 für gut 3,3 Milliarden an Eurazeo verkauft. VW begründete den Rückzug damals damit, dass sich der Konzern auf sein Kerngeschäft konzentrieren wolle. Europcar hatte sich unlängst ein Finanzierungspaket von mehr als 300 Millionen Euro gesichert, um durch die Krise zu kommen. Dazu gehört ein Kredit von 220 Millionen Euro, der zu 90 Prozent durch den französischen Staat garantiert ist.

    Mehr: Hertz, Avis, Enterprise – Autovermieter geraten in Existenznöte.

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