Liberalisierter Gasmarkt Gaskunden lassen Sparchance noch ungenutzt

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Kann man für die geringe Fluktuation auf dem Gasmarkt noch die kurze Zeitspanne seit der Liberalisierung verantwortlich machen, zieht dieses Argument beim Thema Strom nicht. Vollzog sich doch die Marktöffnung in diesem Bereich bereits im Jahr 1998. Doch auch hier ist die Wechslerqoute gering: Nach Branchenschätzungen haben seit 1998 nur fünf Prozent der deutschen Haushalte ihren Anbieter ausgetauscht. Dabei können Kunden auch beim Strom kräftig sparen: So kann ein durchschnittlicher Berliner mit einem Stromverbrauch von 4 000 kwh Verivox zufolge seine Jahresrechnung um knapp 100 Euro drücken .

Warum aber wechseln so wenige Deutsche? Ein Erklärungsansatz: In der Gedankenwelt der Strom- und Gaskunden sind mindestens zwei Schreckgespenster unterwegs.

Schreckgespenst Nummer eins: Was, wenn beim Wechsel irgendetwas schief läuft? Wenn der neue Anbieter Pleite geht? Droht dann die kalte Wohnung? Antwort: Nein. Nach Angaben des Bundes der Verbraucherzentralen fallen Gaskunden in einem solchen Fall automatisch in den Grundtarif des örtlichen Grundversorgers zurück. „Wer die Heizung aufdreht, bekommt dann wieder Gas zum Grundpreis des örtlichen Anbieters“, sagt Thomas Stollberger von Verivox. Dass der Vertrag mit dem Grundversorger vorher gekündigt wurde, spielt dabei keine Rolle. „Der Vertrag wird neu geschlossen, sobald die Heizung aufgedreht wird“, bestätigt Holger Krahwinkel vom Bund der Verbraucherzentralen.

Sorge Nummer zwei: Was, wenn der neue Anbieter plötzlich seine Tarife erhöht? Der Verivox-Experte gibt Entwarnung: „Darüber muss der Versorger seine Kunden so früh informieren, dass diese noch kündigen können, bevor sie mehr pro Kilowattstunde bezahlen müssen,“ sagt Stollberger. Bis zum Ende der Frist gelte der alte Preis. Allerdings steht dann noch einmal Papierkram für einen erneuten Wechsel an.

Der Aufwand dafür hält sich aber in Grenzen: Der erste Schritt führt ins Internet. Unter anderem Verbraucherzentralen bieten auf ihren Homepages so genannte Strom- und Gasrechner an: Dort geben Kunden ihre Postleitzahl sowie ihren jährlichen Verbrauch an und erhalten die besten Angebote in der Region: Für einen Single mit niedrigem Verbrauch wird das eher ein Tarif mit niedrigem Grundpreis und hohem Preis pro verbrauchter Einheit sein. Für große Häuser lohnt sich auch ein hoher Grundpreis in Verbindung mit niedrigen Kosten pro Einheit.

Ist der beste Tarif ausgehandelt, erfolgt der Vertragschluss. „Die Versorger kündigen auch den bestehenden Anschluss ihres neuen Kunden bei der Konkurrenz“, sagt Stollberger. Die Frist beträgt einen Monat. Inklusive Schriftverkehr ist der Wechsel dann nach rund sechs Wochen über der Bühne.

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