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Lichtkonzern 99 Prozent Mehrheit: AMS übernimmt Macht bei Osram

Die außerordentliche Hauptversammlung stimmt dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zu. Osram-CEO Berlien wirbt für den Zusammenschluss.
03.11.2020 - 18:27 Uhr Kommentieren
Der neue Eigentümer AMS sichert sich sein Durchgriffsrecht. Quelle: dpa
Osram-Werk in Berlin

Der neue Eigentümer AMS sichert sich sein Durchgriffsrecht.

(Foto: dpa)

München Der Traditionskonzern Osram hat seine Unabhängigkeit weitgehend verloren. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag stimmten mehr als 99 Prozent der Aktionäre der ehemaligen Siemens-Tochter für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem neuen Eigentümer AMS. Die Österreicher haben damit jetzt den Durchgriff bei ihrer neuen Tochter.

Die Osram-Führung, die sich anfangs gegen die Übernahme gewehrt hatte, warb für den Zusammenschluss. Es breche eine neue Zeitrechnung an, sagte Vorstandschef Olaf Berlien. „Und ich bin überzeugt, eine sehr erfolgreiche.“ Gemeinsam könne man Weltmarktführer für Sensorik und Photonik werden.

Im Gespräch mit dem Handelsblatt hatte Berlien eingeräumt, er bedauere, AMS nicht frühzeitig selbst übernommen zu haben. Osram hatte vor wenigen Jahren den Kauf des Sensorik-Spezialisten geprüft, die Akquisition aber nicht gewagt. So kam es, dass die kleinere, aber schneller wachsende und profitablere AMS am Ende den größeren Lichtkonzern für insgesamt mehr als 4,5 Milliarden Euro übernahm.

Aufsichtsratschef Peter Bauer sagte, der Eintritt in einen Vertragskonzern erleichtere die Zusammenarbeit mit AMS. „Hierdurch können weitere Synergien realisiert werden, die Chancen für künftiges Wachstum bringen.“ Zudem werde für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter Klarheit geschaffen. „Und die administrativen Erschwernisse der Unternehmenssteuerung im faktischen Konzern enden.“

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    Im Rahmen des Vertrags machte AMS den verbliebenen Aktionären ein Pflichtangebot von 45,54 Euro. Damit wird Osram mit mehr als vier Milliarden Euro bewertet. Wer das Angebot nicht annimmt, erhält künftig eine jährliche Ausgleichszahlung.

    151 Fragen der Aktionäre

    Der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sichert AMS eine Weisungsbefugnis gegenüber Osram. Zudem ergeben sich unter anderem steuerliche Vorteile.

    Die außerordentliche Hauptversammlung fand rein digital statt. Eingestreute Filme, zum Beispiel über neue Produkte wie UV-C-Luftreiniger für den Kampf gegen Corona, sollten die Veranstaltung unterhaltsamer gestalten. Die 151 Fragen der Aktionäre trug eine Moderatorin vor.

    „Heute ist ein trauriger Tag für die Osram-Aktionäre“, erklärte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sei für Osram der erste Schritt in eine vollständige Abhängigkeit von AMS. Das sei „ein Jammer“.

    Die Zustimmung zum Vertrag war erwartet worden, schließlich hält AMS bereits rund 70 Prozent der Anteile. Da nicht alle Aktionäre virtuell anwesend waren, hatte AMS die nötige Dreiviertelmehrheit sicher. AMS hat bereits drei Vertreter in den Aufsichtsrat entsandt. Offen ist, wie lange Chefkontrolleur Bauer noch im Amt bleibt. Auch seinen Posten könnten die Österreicher beanspruchen.

    Mehr: Osram-Chef Berlien: „Ich bedauere, dass wir AMS nicht selbst übernommen haben“

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