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Lichtkonzern Zweites Angebot erfolgreich: AMS steht vor Übernahme von Osram

Der mehr als vier Milliarden Euro schwere Deal dürfte Erfolg haben. AMS hat sich mit seinem zweiten Angebot mehr als 55 Prozent der Osram-Aktien gesichert.
06.12.2019 Update: 06.12.2019 - 18:31 Uhr Kommentieren
Der österreichische Sensorik-Spezialist AMS will den Lichtkonzern übernehmen. Quelle: Reuters
Osram-Zentrale

Der österreichische Sensorik-Spezialist AMS will den Lichtkonzern übernehmen.

(Foto: Reuters)

München Der Sensorikspezialist AMS steht kurz vor der Übernahme des deutlich größeren Lichtkonzerns Osram. Mit ihrem zweiten Übernahmeangebot über mehr als vier Milliarden Euro sicherten sich die Österreicher mehr als 55 Prozent der Anteile. „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, die Mindestannahmeschwelle unseres Angebots für Osram zu erreichen“, sagte AMS-Chef Alexander Everke am Freitagabend.

AMS hatte sich eine Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent gesetzt. Diese wurde nun überschritten. Im ersten Anlauf waren die Österreicher noch gescheitert. Damals hatten sie sich 62,5 Prozent als Mindestziel gesetzt. Wie viele Aktien AMS genau angedient wurden, wird voraussichtlich am Montagabend bekannt gegeben.

Das Osram-Management hatte sich lange gegen eine Übernahme durch AMS gewehrt. Nach dem Abschluss einer Investorenvereinbarung, in der unter anderem fusionsbedingte Kündigungen bis Ende 2022 ausgeschlossen werden, lenkte der Vorstand um Vorstandschef Olaf Berlien aber ein und unterstützte die Offerte. „Nun gilt es, gemeinsam mit AMS einen Photonik- und Sensorik-Champion von Weltrang auf den Weg zu bringen“, erklärte Berlien.

Der Milliardendeal stand bis zuletzt auf der Kippe. Hedgefonds hatten sich laut Industriekreisen mehr als ein Drittel der Anteile gesichert. Sie hoffen wohl auf eine höhere Abfindung, wenn AMS zum Beispiel einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abschließen oder Osram komplett übernehmen will. Hätten die Hedgefonds aber gar keine Anteile angedient, wäre die Übernahme wohl geplatzt.

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    Am Montag und Dienstag war Everke daher noch einmal auf Roadshow nach London und New York gegangen, um die Hedgefonds auf seine Seite zu ziehen – offenbar mit Erfolg. „Es war sicherlich kein einfacher Weg, aber schlussendlich konnten wir die notwendige Mehrheit der Osram-Aktionäre von unserem attraktiven Angebot und der strategischen Logik überzeugen“, sagte er nun. AMS wolle nun im Januar zu einer außerordentlichen Hauptversammlung laden. Diese soll eine Kapitalerhöhung beschließen.

    Skepsis bei den Arbeitnehmern

    Den Kaufpreis bezahlt die bereits jetzt relativ hoch verschuldete AMS zunächst mit Hilfe von Krediten. Der Schuldenberg soll dann mit Hilfe der Kapitalerhöhung reduziert werden. Everke dankte den Osram-Aktionären für „ihr Verständnis der überzeugenden strategischen und industriellen Logik der Transaktion“. Man wolle nun eng mit dem Osram-Management und den anderen Stakeholdern zusammenarbeiten.

    Vor allem die Arbeitnehmervertreter waren bis zuletzt gegen eine Übernahme durch AMS. Sie fürchten, dass die erhofften Synergien von 300 Millionen Euro vor allem durch einen Stellenabbau bei Osram realisiert werden. Den Zusagen von AMS trauen sie nicht recht über den Weg, diese seien „wachsweich“, hieß es in Arbeitnehmerkreisen. Allerdings drohte auch bei Osram unabhängig von der Fusion ein weiterer Stellenabbau.

    Der Zusammenschluss steht noch unter Kartellvorbehalt. Die regulatorischen Schritte und rechtlichen Freigaben und die organisatorische Koordination werden laut Osram voraussichtlich bis in den Sommer 2020 dauern. In der zweiten Jahreshälfte 2020 könnten dann „die erforderlichen Schritte für eine Zusammenführung der beiden Konzerne angegangen werden“, hieß es.

    Mehr: Die Vorbehalte gegenüber dem kleineren Bieter aus Österreich waren bei Osram groß. Doch ein Zusammenschluss könnte beiden Seiten helfen, kommentiert Handelsblatt-Autor Axel Höpner.

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