Lieferengpässe Chipindustrie gibt nicht genug Geld für neue Werke aus

Die Kunden der Chiphersteller müssen weiterhin viel Geduld mitbringen. Der Grund: Die Unternehmen stecken selbst nach dem Ende der Krise einfach nicht genug Geld in neue Kapazitäten, um die Bestellungen der Kunden zügig abarbeiten zu können. Der Branchenverband ZVEI rechnet daher auch in den nächsten Jahren mit Lieferengpässen.
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Frau mit dem Dummy einer optischen Photomaske: Die Halbleiterindustrie hat die schwere Krise dieses Jahr abgehakt. Quelle: ap

Frau mit dem Dummy einer optischen Photomaske: Die Halbleiterindustrie hat die schwere Krise dieses Jahr abgehakt.

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MÜNCHEN. "Lieferengpässe werden wir mit Sicherheit noch über die nächsten zwei, drei Jahren sehen", sagte Ulrich Schäfer vom Branchenverband ZVEI am Dienstag in München.

Schon seit Jahresbeginn kommen viele Halbleiteranbieter mit der Produktion nicht mehr nach, die Abnehmer müssen lang auf die Ware warten. Das liegt einerseits daran, dass die Hersteller in der Flaute alte Fabriken geschlossen und die Pläne für neue Werke auf Eis gelegt haben. Andererseits brach in den letzten Monaten eine regelrechte Auftragsflut über sie herein.

Doch selbst angesichts der guten Geschäftslage sind die Firmen zurückhaltend mit Investitionen. Laut ZVEI geben sie weltweit lediglich 16 Prozent vom Umsatz für neue Fabriken und Maschinen aus. Das sei immer noch deutlich weniger als die 20 Prozent, die in den vergangenen 15 Jahren im Schnitt in zusätzliche Kapazitäten geflossen sind. "Das kann das mittelfristige Wachstum begrenzen", warnte Schäfer. Das Problem: Es dauert gut zwei Jahre, ehe eine neue Fabrik in Betrieb gehen kann. "Was jetzt in Angriff genommen wird, steht frühestens 2012 zur Verfügung", so der Verbandsfunktionär, der hauptberuflich für Bosch arbeitet. Der schwäbische Autozulieferer betreibt eine eigene Chipfertigung in Reutlingen.

300 Milliarden Dollar Umsatz

Die Halbleiterindustrie hat die schwere Krise dieses Jahr abgehakt. Weltweit klettert der Branchenumsatz um ein Drittel auf 300 Milliarden Dollar. Nächstes Jahr werde es, so der ZVEI, um fünf Prozent nach oben gehen, 2012 um sechs Prozent auf 331 Milliarden Dollar.

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