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Lieferengpässe Daimler und Ford stoppen Produktion nach Brand bei US-Zulieferer

Explosionen bei einem Zulieferer bringen Autobauer in den USA in Not. Betroffen ist unter anderem die Produktion verkaufsstarker SUVs bei Mercedes, Ford und BMW.
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Die Produktion verschiedener SUV-Modelle in den USA ist von Lieferengpässen betroffen. Quelle: dpa
Mercedes GLE Coupe

Die Produktion verschiedener SUV-Modelle in den USA ist von Lieferengpässen betroffen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIm US-Bundesstaat Michigan bricht am 2. Mai ein Brand in einer Fabrik aus. Es kommt zu mehreren Explosionen. Der Zwischenfall legt eine Produktionsstätte des amerikanischen Automobilzulieferers Meridian Magnesium Products lahm. Wahrlich nicht erfreulich, aber auch nicht unbedingt erwähnenswert im weit entfernten Deutschland – könnte man meinen.

Doch das lokale Feuer im Städtchen Eaton Rapids mit seinen rund 5200 Einwohnern droht sich nun zum Flächenbrand für die Automobilindustrie auszuweiten. Denn die kleine Firma beliefert Branchengrößen wie General Motors, Ford oder Daimler. Schon jetzt führen die Probleme bei Meridian zu Produktionsausfällen bei prominenten Autoherstellern.

Der Stuttgarter Dax-Konzern Daimler musste beispielsweise in seinem US-Werk in Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama in verschiedenen Bereichen mehrere Schichten streichen. „Wir haben Lieferengpässe in Tuscaloosa“, bestätigte ein Daimler-Sprecher dem Handelsblatt.

Der amerikanische Autohersteller Ford musste gar die Produktion seines Pick-ups F-150, dem meist verkauften Autos Amerikas, in Kansas City aussetzen. Ford teilte in einer schriftlichen Stellungnahme zudem mit, dass weitere Werke des Unternehmens in Michigan und Kentucky derzeit nicht oder nur eingeschränkt produzieren können.

Konkret geht es bei den Lieferengpässen um eine Knappheit bei sogenannten Cockpit-Querträgern. Auf diesen Magnesium-Spritzgussstangen, die Daimler und Ford von Meridian beziehen, werden klassischerweise etwa Lenksäule, Mittelkonsole, Airbags und Instrumententafel befestigt. Ohne dieses Teil steht zwar aktuell nicht gleich die komplette Produktion bei Daimler in Amerika still, aber sie ist doch empfindlich eingeschränkt.

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Besonders unangenehm für die Schwaben: In Tuscaloosa werden ausgerechnet jene Mercedes-Modelle für den Weltexport gefertigt, die besonders viel Gewinn einbringen: die sportlichen Geländewagen, kurz SUVs. Nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen sind alle drei SUV-Varianten, die Mercedes in den USA fertigt – der GLE-, GLS und GLE-Coupe – von den Lieferengpässen betroffen. In der C-Klasse Limousine, die Daimler ebenfalls in Tuscalossa produziert, wird hingegen der Cockpit-Querträger von Meridian nicht verbaut.

Im vergangenen Jahr produzierte Daimler in dem US-Werk mit seinen 3700 Mitarbeitern mehr als 286.000 Fahrzeuge, davon überwiegend SUVs. Mehr als 70 Prozent dieser sportlichen Geländewagen werden exportiert. Ein Ende der Lieferengpässe ist aktuell nicht absehbar.

„Wir prüfen kontinuierlich die Situation und arbeiten intensiv mit unserem Zulieferer daran, den üblichen Schichtbetrieb wiederherzustellen“, erklärte ein Daimler-Sprecher. Wie groß der finanzielle Schaden für Konzerne wie Daimler ist, lässt sich derzeit nicht beziffern. Ford erklärte aber explizit, dass die Gewinnziele des Konzerns derzeit nicht gefährdet seien.

Neben Daimler und Ford beliefert Meridian auch andere große Hersteller wie etwa BMW, Tesla, Fiat-Chrysler und General Motors (GM).

Auch der Münchener Konzern teilte am Mittwoch mit, dass die Produktion seiner SUV-Modelle X5 und X6 in Spartanburg, in South Carolina, aufgrund des Feuers bei Meridian „einige Unterbrechungen“ erfahren hätte. GM musst die Produktion des Chevrolet Express und des GMC Savana Vans vorübergehend einstellen.

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