Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Lieferschwierigkeiten VW fürchtet Zusammenbruch der Lieferkette

An den geschlossenen Grenzen warten tausende Lkw. Für den größten deutschen Autobauer wird das zum Problem. Die stabile Versorgung der Werke ist in Gefahr.
18.03.2020 Update: 18.03.2020 - 10:12 Uhr Kommentieren
Viele Werke von VW warten auf Bauteile. Quelle: dpa
Golf-Produktion in Wolfsburg

Viele Werke von VW warten auf Bauteile.

(Foto: dpa)

Hamburg Bei Volkswagen wird die Teileversorgung der Fabriken von Tag zu Tag schwieriger. „Durch die zunehmend herausfordernde und dynamische Situation im Bereich der Zulieferer und der Logistik kann eine stabile Versorgung der Werke nicht mehr dauerhaft gesichert werden“, sagte am Mittwoch ein Konzernsprecher in Wolfsburg. Die bereits am Dienstag angekündigte Schließung der Fabriken in Deutschland und im restlichen Europa soll nach aktuellem Stand voraussichtlich zehn Tage dauern. Bei Volkswagen sind in der Bundesrepublik gut 100.000 Mitarbeiter beschäftigt.

„Die Coronakrise ist beispiellos und wird ohne Zweifel einen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der Marke Volkswagen haben“, sagte am Morgen Alexander Seitz, Finanzvorstand von VW. Wie groß die Auswirkungen am Ende sein werden, sei heute überhaupt nicht abschätzbar. Volkswagen werde alles tun, um die eigenen Mitarbeiter zu schützen und das Geschäft zu stabilisieren. VW habe in der Vergangenheit bewiesen, dass das Unternehmen mit schwierigen Situationen umgehen könne.

Bei der bereits am Dienstag verkündeten Schließung der deutschen und europäischen Werke von Volkswagen hatte es eine öffentlich ausgetragene Kontroverse zwischen dem Unternehmen und dem eigenen Betriebsrat gegeben. Die Arbeitnehmerseite hatte dem Unternehmen vorgeworfen, bei Volkswagen eine „Zweiklassengesellschaft“ zu schaffen.

Mitarbeiter aus der Verwaltung von VW könnten zu Hause arbeiten und seinen dadurch besser vor einer Corona-Infektion geschützt. Im Produktionsbereich könnten die eigentlich vorgeschriebenen Mindestabstände zwischen den Mitarbeitern nicht eingehalten werden. Personalvorstand Gunnar Kilian sagte dazu am Dienstag, dass der Konzern „die Gesundheit der Mitarbeiter im Blick habe“. Wenig später folgte die Ankündigung, dass die VW-Werke in Deutschland und Europa bis Ende dieser Woche geschlossen werden.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Wie andere Autohersteller verzeichnet auch Volkswagen einen rasanten Rückgang der Nachfrage. Viele Autohändler haben bereits geschlossen, zu Wochenbeginn hatte Volkswagen auch den Vertrieb über die Autostadt in Wolfsburg eingestellt.

    Damit wiederholt sich eine Erfahrung aus China: Als dort im Januar die Corona-Krise ausbrach, interessierte sich kaum jemand für den Kauf eines neuen Autos. Volkswagen hätte die Produktion also wahrscheinlich auch wegen der nachlassenden Nachfrage einstellen müssen.

    Gute Zahlen

    Die Marke Volkswagen hat im vergangenen Jahr immerhin besser verdient, was ihr in der aktuellen Krisensituation Rückendeckung verleiht. Der Umsatz ist 2019 um 4,5 Prozent auf 88,4 Milliarden Euro gestiegen, das operative Ergebnis (vor Sonderposten wie etwa aus der Dieselaffäre) kletterte um fast 17 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite stieg dadurch im Vergleich zum Vorjahr von 3,8 auf 4,3 Prozent.

    Während viele andere Autohersteller im vergangenen Jahr konjunkturell bedingte Rückgänge bei den Verkaufszahlen hinnehmen mussten, ging es für die Marke VW immerhin noch um 0,5 Prozent auf knapp 6,3 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge nach oben.

    „2019 war ein erfolgreiches Jahr für Volkswagen“, sagte Ralf Brandstätter, Chief Operating Officer (COO) der Marke. Die Strategie von VW greife. Das Unternehmen liefere, was es zuvor versprochen habe. „Mit den guten Ergebnissen des letzten Jahres im Rücken, können wir dieser Krise mit Mut und Zuversicht begegnen“, sagte Brandstätter mit Blick auf die aktuelle Situation.

    Trotz der Coronakrise will Volkswagen an den für dieses Jahr gemachten Ankündigungen festhalten und sein Modellangebot bei Elektrofahrzeuge entscheidend ausbauen. Der ID.3, ein komplett neu ausschließlich für den Batterieantrieb entwickeltes Auto und Basis einer größeren Modellgeneration, werde „laut Plan ab Sommer an Kunden ausgeliefert“, so Brandstätter. Zum Jahresende soll dann der ID.4 folgen, das erste vollelektrische SUV des Wolfsburger Autoherstellers.

    Eine Garantie dafür, dass ein Autokonzern wie Volkswagen seine Ankündigungen für dieses Jahr tatsächlich einhalten kann, gibt es aus Sicht von Branchenexperten nicht. „Letztlich gilt die Hoffnung, dass der Höhepunkt der weltweiten Krise im Sommer erreicht ist und in der zweiten Jahreshälfte Aufholeffekte möglich sind“, sagte Frank Schwope, Automobilanalyst der NordLB in Hannover.

    Mehr: Coronakrise legt die Wirtschaft lahm – Immer mehr Fabriken müssen schließen

    Startseite
    Mehr zu: Lieferschwierigkeiten - VW fürchtet Zusammenbruch der Lieferkette
    0 Kommentare zu "Lieferschwierigkeiten: VW fürchtet Zusammenbruch der Lieferkette"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%