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Linde und Praxair Juristen verzögern Fusion

Eigentlich sollten die Details der Fusion zwischen Linde und Praxair schon zur Hauptversammlung am 10. Mai ausgearbeitet sein. Einem Insider zufolge wird der Vertrag allerdings erst im Juni unterschriftsreif sein.
13.04.2017 - 13:11 Uhr Kommentieren
Die Fusion wird für den Gasehersteller zur Geduldsprobe. Quelle: Reuters
Linde-Anlage in München

Die Fusion wird für den Gasehersteller zur Geduldsprobe.

(Foto: Reuters)

München Rückschlag für Linde: Der Abschluss der Fusionsverträge zwischen dem Industriegasekonzern und dem US-Rivalen Praxair verzögert sich um Wochen. Das sehnlich erwartete Business Combination Agreement werde erst im Juni fertig, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Damit können sich die Aktionäre der Münchner auf ihrer Hauptversammlung am 10. Mai nicht mit den Details der 60 Milliarden Euro schweren Fusion befassen. Linde-Chef Aldo Belloni hatte zuletzt in Aussicht gestellt, dass das Vertragswerk bis zum Aktionärstreffen unterschriftsreif sei. Am Aktienmarkt kamen die Aussichten nicht gut an, die Linde-Papiere weiteten ihre Verluste aus.

Der Grund für die Verzögerung sei die komplexe rechtliche Ausgestaltung des Vertragswerks, sagte der Insider. Die Juristen der Münchner wollten die Vereinbarungen wasserdicht machen. Gröbere inhaltliche Differenzen gebe es nicht. „Wir bemühen uns nach wie vor, den Fusionsvertrag vor der Hauptversammlung vorzulegen, können aber nicht ausschließen, dass er erst danach finalisiert wird“, erklärte ein Linde-Sprecher. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hatte zuletzt eine Abstimmung der Aktionäre auf der Hauptversammlung über die Fusion verlangt. Linde hatte die Forderung zurückgewiesen, es gebe dafür keine Rechtsgrundlage.

Für Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle als treibende Kraft hinter der Fusion sind die Verzögerungen ein weiterer Tiefschlag. Die Belegschaft ist gegen den Zusammenschluss und will Ende April dagegen demonstrieren. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat haben angekündigt, gegen die Fusion zu stimmen. Sie fürchten um die Mitbestimmung, wenn der Holdingsitz ins Ausland verlegt wird. Auch in der Bundes- und Landespolitik gibt es Vorbehalte.

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