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Liveblog VW im Dieselgate US-Senator: „Wir sind tief enttäuscht“

Dieselgate: Volkswagen stellt Milliarden zurück, elf Millionen Autos sind vom Abgasbetrug betroffen. Das Aufsichtsratspräsidium tagte schon am Dienstagabend. Ein New Yorker Staatsanwalt leitet Ermittlungen ein.
22.09.2015 Update: 23.09.2015 - 05:10 Uhr 120 Kommentare

Winterkorns Videobotschaft: „Es tut mir unendlich leid“

Volkswagen hat zugegeben, in den USA Abgastests bei Diesel-Fahrzeugen manipuliert zu haben. Die Affäre schlägt hohe Wellen. Der Konzern kappt nun seine Gewinnziele und legt im dritten Quartal rund 6,5 Milliarden zur Seite. VW geht davon aus, dass weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen sind. Die Aktie des Autobauers stürzt immer weiter ab. Vorstandschef Martin Winterkorn tritt Spekulationen um seine Ablösung jedoch entgegen. Die Ereignisse im Liveblog.

+++ US-Senator Bob Corker fordert volle Aufklärung von VW+++
Der US-Senator Bob Corker aus dem Bundestaat Tennessee fordert eine volle Aufklärung des VW-Abgas-Skandals. „Wir haben mit Repräsentanten von Volkswagen kommuniziert und sind von den Berichten zutiefst enttäuscht. Das Unternehmen muss diese ernste Situation bereinigen und bei allen Ermittlungen vollstens mitarbeiten", sagte der Republikaner dem Handelsblatt. VW lässt im Werk Chattanooga vor allem den Passat bauen.

+++ Zivilklage wegen Verhaltens während Diktatur in Brasilien +++
Inmitten des Skandals um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen droht dem Autokonzern in Brasilien weiteres Ungemach: Gegen das deutsche Unternehmen wurde dort am Dienstag (Ortszeit) eine Zivilklage wegen seines Verhaltens während der Militärdiktatur eingereicht. VW habe damals in Brasilien die Folter und illegale Festnahme von Mitarbeitern hingenommen, begründete das Arbeiterforum für Wahrheit, Gerechtigkeit und Reparation seine Klage in São Paulo.

+++ New Yorker Staatsanwalt ermittelt +++
Auch die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates New York hat nun die Ermittlungen gegen den deutschen Autokonzern eingeleitet. „Keinem Unternehmen sollte es erlaubt werden, unsere Umweltgesetze zu umgehen“ oder Verbraucher zu täuschen, erklärte Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman am Dienstag. Daher habe er seine eigenen Ermittlungen zu den „beunruhigenden Berichten“ über die massenhafte Manipulation bei VW-Dieselfahrzeugen eingeleitet. Schneiderman strebt nach eigener Aussage an, „in dieser Angelegenheit mit Generalstaatsanwälten im ganzen Land zusammenzuarbeiten“.

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    +++ Volkswagen-Präsidium beriet über schwere Vertrauenskrise des Konzerns +++
    Angesichts der schweren Vertrauenskrise bei Europas größtem Autobauer ist das Präsidium des Volkswagen-Aufsichtsrats am Dienstagabend zu einer Sitzung zusammengekommen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ tagte das Gremium in Gegenwart von Topmanagern des Konzerns. Nach dem Ende der Sitzung wurde zunächst nichts bekannt über mögliche Beschlüsse. Das Treffen sollte am Mittwoch fortgesetzt werden.

    +++ Staatsanwälte in USA wollen gemeinsam gegen VW ermitteln +++
    Die Ermittlungen in den USA gegen VW nehmen immer größere Ausmaße an. Staatsanwaltschaften mehrere Bundesstaaten wollen nun gemeinsam wegen der Abgasmanipulationen gegen den Konzern ermitteln, wie ein Sprecher der New Yorker Staatsanwaltschaft sagte.

    +++ Berlin wusste von Möglichkeit der Abgas-Manipulation+++
    Die Grünen haben der Bundesregierung vorgeworfen, schon länger um Manipulationen der Autokonzerne bei Spritverbrauch und Abgaswerten zu wissen. Im Juli habe die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen eingeräumt, dass die Messpraxis in Europa Defizite habe, sagte der Fraktionsvize im Bundestag, Oliver Krischer, am Dienstag in Berlin. „Dass Bundesverkehrsminister Dobrindt angesichts des VW-Abgas-Skandals nach Aufklärung schreit, ist bigott“, kritisierte er in der Zeitung „Die Welt“.

    +++ Italien will Beweise für Einhaltung der Grenzwerte +++
    Der italienische Umweltminister Gian Luca Galletti fordert von VW Beweise, dass es die Abgaswerte seiner Diesel-Autos nicht wie in den USA manipuliert hat. Ansonsten solle VW Fahrzeuge zurückrufen und den Verkauf der betroffenen Modelle stoppen.

    +++ VW-Aktie schließt mit knapp 20 Prozent Verlust +++
    Der Skandal um die Manipulation von Abgaswerten hat die Volkswagen-Aktie auf eine rapide Talfahrt geschickt. An der Frankfurter Börse stürzte sie am Dienstag um 19,82 Prozent auf 106 Euro ab; zeitweise hatte sie um mehr als 20 Prozent eingebüßt. Bereits am Montag hatte die Volkswagen-Aktie ein Minus von 18,6 Prozent verzeichnet. Verglichen mit dem Schlusskurs von Freitagabend verlor die Volkswagen-Aktie binnen zwei Tagen mehr als ein Drittel ihres Wertes.

    Freier Fall: VW-Aktien haben bereits über 17 Milliarden Euro verloren

    +++ Winterkorn will weitermachen +++

    Volkswagen-Chef Martin Winterkorn tritt wegen der Vorwürfe um Abgas-Manipulationen in den USA nicht zurück. Es wäre falsch, wenn wegen der schlimmen Fehler einiger weniger, die ehrliche Arbeit von 600.000 Menschen unter Generalverdacht gerät, sagte Winterkorn in einem Video-Statement, das auf der Webseite des Konzerns veröffentlicht wurde. „Deshalb bitte ich um ihr Vertrauen auf unserem weiteren Weg.“
    In dem Auftritt versprach er rasche und transparente Aufklärung und Wiedergutmachung: „Die Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren unseres Konzerns widersprechen allem, für was Volkswagen steht. Auch ich habe zum jetzigen Zeitpunkt nicht die Antworten auf alle Fragen.“ Der 68-Jährige betonte: „Es tut mir unendlich leid, dass wir dieses Vertrauen enttäuscht haben. Ich entschuldige mich in aller Form bei unseren Kunden, bei den Behörden und der gesamten Öffentlichkeit für das Fehlverhalten.“

    Osterloh fordert personelle Konsequenzen
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    120 Kommentare zu "Liveblog VW im Dieselgate: US-Senator: „Wir sind tief enttäuscht“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich denke Volkswagens Aktienkursverlust ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Marketinginstrumente werden in ihrer Effektivität so beschädigt sein, dass der Imageschaden nach gleich zwei Krisen zu Umweltthemen binnen fünf Jahren nur schwer reparabel ist. Mehr dazu habe ich hier gebloggt.

      http://www.socialmediafacts.net/de/social-media/shitstorms/volkswagens-diesel-affaere

    • Der VW-"Vorgang" ist nur die Spitze vom sogenannten Eisberg !

      Der Verbraucherschutz in Deutschland egal in welchen Bereiche, wurde stetig für die profitierenden Lobbyisten-Truppe verwässert !
      Jüngste Erkenntnis, Hautcreme von vielen Herstellern, auch für Kinder, mit profitbringenden Mineralöl benetzt/verseucht !

      ABER, die Politik spielt mit und versucht mit dämlichen, durchsichtigen Argumente IHR Wissen zu verdecken !

      Die stetig wachsende VERLOTTERUNG in Deutschland seit vielen Jahren bleibt uns scheinbar erhalten !

      Ich bin kein politischer/wirtschaftlicher USA-Fan, aber das Urteil mit den pilsverseuchten Nüssen für die Erdnussbutter fand ich gut ! Durch wissen dieser Verseuchung bekam der Verantwortliche eine Haftstrafe von 28 Jahren !!! Eine gute Abschreckung !

    • Herr Berger

      Hier mal ein Vorschlag, der natürlich nicht ganz ernst gemeint ist und der auch wenig Chancen hat realisiert zu werden. Ich mache ihn trotzdem.

      Ab einer bestimmten Gesamtschadensumme , sagen wir mal deutlich mehr als 10 Milliarden Euro, verursacht durch kriminelle und halbkriminelle Machenschaften wird seppuku empfohlen, Massengräber sind nicht zu erwarten aber eine innere Disziplinierung der Akteure.

      Irgend ein Ehrenkodex muss her, dieses verantwortungslose Treiben mit Schäden, die die Allgemeinheit anschließend zu tragen hat, von Teilen der sog. Elite ist nicht mehr hinnehmbar.

    • @ Herr Marc Otto, wir wollen hinsichtlich der Rituale bei der Verletzung der "Ehre" nicht in alte Zeiten zurückfallen, anderenfalls würden Massengräber für Politiker und Manager etc. zu graben sein.
      Nein, es wäre angemessen gewesen, von Herr Winterkorn etwa folgende Erklärung zu hören :
      "Für den Abgas-Betrug von VW entschuldige ich mich als Vorstandsvorsitzender des Konzerns und übernehme die volle Verantwortung für das Geschehene. Ich trete mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als Vorstandsvorsitzender zurück."

    • Lächerlich! Als ob die anderen Autoproduzenten nicht manipulieren würden...Jeder hat dort Dreck am Stecken. Diese Hexenjagd auf VW ist unangemessen und unaufrichtig von den Amerikanern. Das rechtfertigt nicht das der Konzern, wegen dieser Hysterie, bisher schon 16 Milliarden € an Wert verloren hat. VW hat einen Fehler gemacht, sich entschuldigt und werden alles ersetzen. Was will man denn noch?
      Es reicht!

    • Lächerlich! Als ob die anderen Autoproduzenten nicht manipulieren würden...Jeder hat dort Dreck am Stecken. Diese Hexenjagd auf VW ist unangemessen und unaufrichtig von den Amerikanern. Das rechtfertigt nicht das der Konzern, wegen dieser Hysterie, bisher schon 16 Milliarden € an Wert verloren hat. VW hat einen Fehler gemacht, sich entschuldigt und werden alles ersetzen. Was will man denn noch?
      Es reicht!

    • Das schlimme hinter dieser ganzen Geschichte ist, dass die Politik in der Form einer Mafia das Klima-Umweltmintisterium mit dem Werkzeug des "Bösen CO2" = Abgaswerte ausgestattet hat.
      Mit dem politischen-medialen Lügeninstrument über das "Böse CO2 Klima-Umweltzuerstörungsgas", dass die Menschheit und die Umwelt bedroht, hat die Politik ein Instrument gefunden, dass es ihr ermöglicht in jeden Teilprozess der Wirtschaft und Gesellschaft willkürlich einzugreifen. VW wird hier nur erst der Auftakt sein. In der neuen politischen Weltdiktatur ist das CO2 zum Instrument der freien Marktwirtschaft = Gesellschaft geworden.
      Klima und Umweltpolitik ist die Politik, die uns als Menschen und freie Wirtschaftgesellschaft in eine Diktatur der Bevormundung, der Lügen und der falschen Studien befördert.
      VW hat nur einen Fehler gemacht....VW hat sich mit diesen Klima- und Umweltpolitikern in ein Bett gelegt und dann auch noch mit gefläschten Daten den Wettbewerber und Kunden wie auch die Klima-Umwelt Diktatur getäuscht. Das musste gewaltige in die Hosen gehen.
      Mal schauen, wie weit diese Umwelt- und Klimadiktatur Politik den VW Konzern ausbluten lässt. Hohe und Viele "Willkür Strafen" dieser Umwelt und Klimamafia Politik können auch einen Großen Konzern den finanzellen und wirtschaftlichen Hahn abdrehen. Die Kernkraft Betreiber (EON, RWE, ENBW) können davon ein Lied singen!

    • Winterkorn ist Ingenieur und wie man weiß detailverliebt, man kann davon ausgehen, dass er über die Manipulationen Bescheid wußte und nichts unternahm um sie einzustellen, als der Skandal noch nicht öffentlich war.

      Winterkorn ist für den VW Konzern als Spitze nicht mehr tragbar. Den Kurssturz nicht nur bei VW sondern bei allen Dax-Unternehmen hat Winterkorn mitzuverantworten. Er ist der Chef des Unternehmens, das für diesen Sturz verantwortlich zeichnet.

      Bei einem Skandal dieser Größenordnung und den zu erwartenden negativen Fogewirkungen nicht nur für VW sondern für die gesamte Branche muß jemand die Verantwortung tragen.

      Herr Winterkorn, Sie müssen zurücktreten.

    • @Ingo Tietz: Die Frage weshalb der Vorstandsvorsitzende nicht zurücktreten will, ist einfach zu erklären. Er ist sich keiner Schuld bewußt. Denn jeder Mensch, der über ein natürliches Schuldbewußtsein und Schamgefühl verfügt, würde das tun, was Sie hier ansprechen. Fehlen Menschen diese "natürlichen" Eigenschaften, überschreiten sie Grenzen, ohne sich dessen bewußt zu sein. Dafür gibt es aber Gesetze und spätestens wenn eine solche Person in ein Strafrechtsverfahren involviert wird, wird sie gezwungen, die Konsequenzen zu ziehen.

    • Die deutsche Unternehmenkultur muesste sich aendern und mehr Wert auf Qualitaet und Kundezufriedenheit zu setzen. Und auf ihre Mitarbeiter.
      Sollte sich nichts aendern dann entwickelt sich dass zu einer Vormachkultur "a la Made in Germany" und dass kann nicht gut gehen (Beispiele gibt es genug).

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