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Lkw-Kartell – MAN, Daimler & Co. Herstellern droht Milliarden-Strafe

Bis zu vier Milliarden Euro Strafe: Das größte EU-Kartellverfahren gegen Lkw-Hersteller könnte eine rekordverdächtige Summe an Strafzahlungen zur Folge haben. VW dürfte das Verfahren mit gemischten Gefühlen verfolgen.
Update: 23.02.2015 - 19:17 Uhr Kommentieren
Ein Rastplatz an der Autobahn A12: Das Kartellverfahren gegen Lkw-Hersteller könnte teuer werden. Quelle: dpa
Lkw auf Autobahnrastplatz

Ein Rastplatz an der Autobahn A12: Das Kartellverfahren gegen Lkw-Hersteller könnte teuer werden.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Im Kartellverfahren um die Absprachen im europäischen Lastwagenmarkt darf MAN auf Straffreiheit hoffen. Die VW-Tochter ist nach Informationen des Handelsblatts (Dienstagausgabe) der Kronzeuge, der das bislang größte EU-Kartellverfahren 2011 in Gang gesetzt hat. Neben MAN haben auch Daimler und der schwedische Hersteller Volvo mit den Brüsseler Ermittlern kooperiert und dürfen damit auf Straferlass hoffen, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen.

Iveco aus Italien, DAF aus den Niederlanden sowie die schwedische VW-Tochter und MAN-Konzernschwester Scania müssen hingegen mit hohen Strafzahlungen rechnen. Insgesamt können sich die Strafzahlungen für die gesamte Branche auf vier Milliarden Euro addieren. Die betroffenen Unternehmen lehnten einen Kommentar ab.

Die EU-Wettbewerbsbehörde hat im November 2014 die Branche in einem Brief über den Stand der Ermittlungen informiert. Die Unternehmen können sich noch bis Ende April zu den Vorwürfen äußern. Die Ermittler werfen der Branche vor, von 1999 bis 2011 systematisch Lieferbedingungen und damit Preise in Europa abgesprochen zu haben. Die Strafen könnten noch in diesem Jahr verhängt werden.

Das Verfahren ist vor allem für den VW-Konzern heikel. Die Wolfsburger wollen ihre beiden rivalisierenden Lkw-Töchter zu einer schlagkräftigen Einheit formieren. Nun aber muss vor allem Scania eine hohe Strafe fürchten, die auf der umfassenden Aussage der Konzernschwester MAN basiert.

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