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Lkw- und Bushersteller VW-Tochter MAN plant „signifikanten Stellenabbau“

Der Sanierungsbedarf bei dem Lkw-Hersteller wächst. Firmenchef Joachim Drees kündigt nun einen umfangreichen Abbau von Arbeitsplätzen bei MAN an.
09.03.2020 Update: 09.03.2020 - 19:03 Uhr Kommentieren
Der MAN-Chef will die Profitabilität des Nutzfahrzeugherstellers deutlich steigern. Quelle: dpa
Joachim Drees

Der MAN-Chef will die Profitabilität des Nutzfahrzeugherstellers deutlich steigern.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Nutzfahrzeughersteller MAN plant einen umfangreichen Abbau von Arbeitsplätzen. „Wir müssen unsere Profitabilität deutlich steigern, um unsere zukünftige Wettbewerbsposition zu stärken und die hohen Investitionen zur Transformation von MAN vornehmen zu können“, sagte Joachim Drees am Montag in München. Die Volkswagen-Tochter bildet zusammen mit Scania die Lkw-Sparte Traton.

Drees rechnet damit, dass dafür „ein signifikanter Stellenabbau“ notwendig werde. Management und Arbeitnehmerseite hätten Gespräche über Schritte zur Stärkung von Effizienz und Ertragskraft aufgenommen. „Wir wollen einzelne Bereiche gezielt stärken, andere Aktivitäten verringern oder ganz einstellen“, sagte Drees.

Genaue Zahlen zu einem möglichen Stellenabbau gibt es bei MAN noch nicht. Aus Unternehmenskreisen verlautete dazu am Montagabend, dass ein Abbau in vierstelliger Zahl sehr wahrscheinlich sei.

Wie andere Hersteller steht der Konzern vor mehreren Herausforderungen: Um strengere Emissionsvorgaben der EU-Kommission in Brüssel zu erfüllen und Milliardenstrafen zu vermeiden, werden für Lkw und Busse elektrische Antriebe entwickelt. MAN plant einen Einstieg in elektrisch angetriebene Lastwagen, zunächst vor allem für den innerstädtischen Verteilerverkehr.

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    Außerdem ringen die Hersteller um eine führende Position beim automatisierten Fahren und bei Digitalsystemen, die etwa Logistikunternehmer unterstützen sollen.

    MAN Truck und Bus SE beschäftigt weltweit rund 36.000 Mitarbeiter – davon 21.000 in Bayern. Das Unternehmen hat gerade seine Modellpalette erneuert. Aber die sinkende Nachfrage nach Lastwagen in Europa erhöhe den Handlungsdruck, sagte Drees. Er rechnet mit einem Nachfrage-Rückgang um 10 bis 20 Prozent in diesem Jahr.

    Die gesamte Lkw-Industrie hat vergleichsweise gute Jahre hinter sich, doch nun steht die Branche vor ihrem nächsten Konjunkturabschwung. Die Lkw-Nachfrage verläuft extrem zyklisch, ein deutlicher Rückgang der Nachfrage ist deshalb extrem wahrscheinlich. MAN konzentriert sich mit seinen Lkw und Bussen vor allem auf den europäischen und deutschen Markt. Auch auf diesem Kernmarkt zeichnet sich jetzt eine Abschwächung ab.

    Innerhalb der VW-Lkw-Sparte Traton gilt MAN im Vergleich zum schwedischen Lastwagen-Hersteller Scania als der eindeutig schwächere Partner. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres kam Scania auf eine operative Rendite von rund 11,5 Prozent. Bei MAN waren es im Vergleich dazu magere 3,2 Prozent.

    Konkrete Zahlen für das letzte Quartal von 2019 werden erst in der kommenden Woche veröffentlicht. Doch an dem Missverhältnis zwischen MAN und Scania dürfte sich zum Jahresschluss nichts Wesentliches verändert haben.

    Sanierungsbedarf ist gewachsen

    Vor dem Hintergrund des zu erwartenden konjunkturellen Einbruchs und der verschärften Emissionsregeln wächst der Druck auf das MAN-Management, die Rendite nachhaltig zu verbessern und sich in Richtung der Konzernschwester Scania zu bewegen. Der Sanierungsbedarf bei MAN wird schon länger gesehen, doch größere Veränderungen hatte es in den vergangenen Jahren zunächst nicht gegeben.

    MAN und Scania arbeiten inzwischen zwar schon enger zusammen und suchen gemeinsam nach Synergien. So soll es künftig nur noch Motoren aus einer Hand für beide Lkw-Hersteller geben. Doch auch mit diesen ersten Synergien ist es bei MAN nicht gelungen, die operative Marge entscheidend zu verbessern.

    Seit dem vergangenen Jahr werden rund zehn Prozent der Traton-Anteile auch an der Börse gehandelt. Das erhöht den Druck auf das MAN-Management zusätzlich, für bessere Zahlen und gesteigerte Effizienz zu sorgen. Traton ist heute zudem ausschließlich eine Gruppe von Lastwagen-Herstellern.

    Volkswagen hatte dafür gesorgt, dass andere Teile des alten MAN-Konzerns wie der Großmotorenhersteller MAN Energy Solutions vom Lkw-Hersteller MAN abgetrennt wurden und jetzt verkauft werden sollen. MAN weist also nur noch eigene Lkw-Ergebnisse aus, die nicht mehr mit anderen Sparten vermischt werden können.

    Drees sagte ergänzend, MAN habe seine Kosten in den vergangenen Jahren zwar schon deutlich gesenkt. Aber es seien weitere Maßnahmen nötig, „um MAN deutlich effizienter und profitabler zu machen“.

    Mehr: Umbruch bei MAN: VW-Tochter setzt auf Elektrolaster

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