Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Luftfahrt Nach 737-Max-Debakel: Boeing sondiert den Bau eines neuen Flugzeugmodells

Der Flugzeugbauer spricht trotz historischer Krise mit Kunden und Zulieferern über einen neuen Jet. Damit könnte Boeing auch wieder Airbus Paroli bieten.
22.10.2020 - 16:22 Uhr 1 Kommentar
Beobachter rechnen nicht damit, dass das Modell wieder ein Bestseller wird wie zuvor. Quelle: AP
Boeing 737 Max

Beobachter rechnen nicht damit, dass das Modell wieder ein Bestseller wird wie zuvor.

(Foto: AP)

New York Mitten in der Krise sondiert der US-Luftfahrtkonzern Boeing offenbar bei Kunden und Zulieferern das Interesse an einem neuen Flugzeug. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ schwebt dem Airbus-Konkurrenten ein sogenanntes Schmalrumpf-Modell für 200 bis 250 Passagiere vor.

Die Nachricht fällt in eine Zeit, in der die Luftfahrtindustrie in einer historischen Krise steckt. Die Corona-Epidemie hat den Flugverkehr weltweit einbrechen lassen. Boeing und Airbus haben im September keine einzige neue Bestellung bekommen, vielen Zulieferern droht die Insolvenz. Boeing kämpft zudem immer noch mit den Problemen bei der 737 Max. Nach zwei Abstürzen stehen die Maschinen weltweit immer noch am Boden.

In diesem Umfeld denkt der US-Flugzeughersteller aus Seattle unter dem seit Januar amtierenden Vorstandschef David Calhoun nun über die mittel- und langfristige Zukunft nach. Die Überlegungen zu einem neuen Modell stehen wohl noch am Anfang. Von der Größe her läge es dem Bericht zufolge zwischen der größten 737 Max und dem 787 Dreamliner, der zwei Gänge zwischen den Sitzen hat.

Mit einem solchen Modell könnte Boeing sich endlich wieder in dem Markt der Schmalrumpf-Flugzeuge behaupten, den die Amerikaner mit dem Flugverbot der 737 Max komplett der Konkurrenz aus Europa mit ihrem Airbus A320 Neo überlassen haben.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Bis es so weit ist, wird allerdings einige Zeit vergehen: Die Entwicklung eines neues Modells dauert schließlich Jahre. Deshalb hatte Boeing 2011, als Airbus mit seiner modernisierten A320 schneller und erfolgreich am Markt war, lieber darauf verzichtet und hat stattdessen den bereits bestehenden Typ 737 umgerüstet.

    Der Manager führt den Flugzeugbauer Boeing seit Januar. Quelle: aeronautica.online
    David Calhoun

    Der Manager führt den Flugzeugbauer Boeing seit Januar.

    (Foto: aeronautica.online)

    Doch genau das war den Amerikanern schließlich zum Verhängnis geworden: Weil die Triebwerke der 737 Max deutlich schwerer waren, mussten sie weiter vorn und näher zum Rumpf angebracht werden. Das wiederum hat zu einem höheren und damit gefährlicheren Steigwinkel beim Abflug geführt, sodass das MCAS Computersystem gegensteuern musste.

    Dieses Problem gilt als Hauptursache für die beiden Abstürze in Indonesien im Oktober 2018 und Äthiopien im März 2019, bei denen 346 Menschen ums Leben kamen.

    Alte Pläne in der Schublade

    Nun steht die 737 Max nach eineinhalb Jahren am Boden und nach vielfältigen Änderungen zwar kurz vor der Wiederzulassung in Europa und den USA. Aber Beobachter rechnen nicht damit, dass das Modell wieder ein Bestseller wird wie zuvor.

    Sollten sich die jüngsten Pläne verwirklichen, wäre es das erste Mal seit dem Dreamliner, dass Boeing mit einem neuen Modell auf den Markt kommt. Die Amerikaner hatten die 787, genannt Dreamliner, im Jahr 2004 angekündigt und den ersten davon 2011 ausgeliefert.

    Theoretisch hätte Boeing noch alte Pläne in der Schublade. Schließlich hat der Airbus-Konkurrent vor dem Umbau der 737 an eigenen Plänen für einen neuen Kurz- und Mittelstreckenjet gearbeitet, sie liegen also bereits vor.

    Das Modell wurde damals unter dem Namen NMA entwickelt. Es sollte zwar einen schmalen Rumpf, aber dafür zwei Gangways haben. Doch ob die damals ausgearbeiteten Pläne heute noch zeitgemäß sind, ist offen. Materialien, Flugsteuerung und Triebwerkstechnik haben sich weiterentwickelt.

    Boeing-Chef David Calhoun hatte nach seinem Antritt im Januar allerdings gegenüber Journalisten gesagt, dass er nicht auf die NMA zurückgreifen will: Die Pläne seien tot, und das Unternehmen werde bei einem neuen Modell „mit einem weißen Blatt Papier anfangen“.

    Damals sagte Calhoun auch, dass die Max noch eine weitere Generation lang „gut im Wettbewerb mithalten“ kann. Doch das war vor Corona. Am kommenden Mittwoch legt Boeing seine Zahlen vor. Vielleicht äußert sich der Boeing-Chef dann nicht nur zur aktuellen Auftragslage und der möglichen Rückkehr der 737 Max, sondern auch zu den jüngsten Jet-Plänen.

    Mehr: Boeing 737 Max steht vor dem Comeback – Was alles geändert wurde.

    Startseite
    Mehr zu: Luftfahrt - Nach 737-Max-Debakel: Boeing sondiert den Bau eines neuen Flugzeugmodells
    1 Kommentar zu "Luftfahrt: Nach 737-Max-Debakel: Boeing sondiert den Bau eines neuen Flugzeugmodells"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es dürfte schwierig werden, bei der Buchung einer Reise gleichzeitig die 737Max auszuschließen. Flugdaten sind bekanntermaßen unverbindlich und die Unternehmen können sonstwas angeben, mit was man fliegt. Also einsteigen und das beste hoffen?

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%