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Luxusautobauer Aston Martin macht noch mehr Verlust – Aktie bricht ein

Der britische Luxusautohersteller steckt weiter tief in den roten Zahlen. Schon kursieren Spekulationen über eine erneute Pleite des Unternehmens.
27.02.2020 Update: 27.02.2020 - 11:41 Uhr Kommentieren
Im laufenden Jahr will sich der Autobauer stärker dem Verkauf von SUV zuwenden. Quelle: dpa
Aston Martin DBX

Im laufenden Jahr will sich der Autobauer stärker dem Verkauf von SUV zuwenden.

(Foto: dpa)

London Der britische Luxusautohersteller Aston Martin musste im vergangenen Jahr einen deutlichen Verlust verbuchen. Der Umsatz des Unternehmens, das vor allem für seine Autos in den „James Bond“-Filmen bekannt ist, sank um neun Prozent auf 997 Millionen Pfund. Unter dem Strich stand ein Minus von 104 Millionen Pfund, nach 68 Millionen Verlust im Jahr zuvor.

Aston Martin lieferte nicht nur weniger Fahrzeuge an seine Händler aus, sondern verkaufte auch weniger Sonderanfertigungen, die mehr Gewinn bringen. Dazu warnte Firmenchef Andy Palmer, dass im ersten Halbjahr des laufenden Jahres der Absatz unter dem des Vorjahres liegen werde, weil man weiter Lagerbestände abbauen wolle.

An der Börse waren zwar nach einer Vorwarnung von Firmenchef Andy Palmer im Januar schwache Zahlen erwartet worden. „Aber das dürfte viele Investoren schockieren“, meinte Analyst Adam Vettese von der Handelsplattform Etoro.

Dabei sind viele Investoren schlechte Nachrichten gewöhnt. Als Aston Martin 2018 an die Börse kam, wurde die Aktie zu 19 Pfund verkauft – heute kostet sie einen Bruchteil: Am Donnerstagvormittag notierte sie mit einem Abschlag von 14 Prozent bei 3,35 Pfund.

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    Mehrmals hatte Firmenchef Andy Palmer in den vergangenen Monaten die Gewinnprognosen und Umsatzziele reduziert und musste einen teuren Kredit aufnehmen. Der Schuldenberg ist hoch – und es wurde schon spekuliert, ob der Autohersteller aus Gaydon bei Birmingham zum achten Mal seit seiner Gründung von 108 Jahren pleitegehen könnte.

    Schwierige Handelsbedingungen und die daraus resultierende schwache Performance im Jahr 2019 hätten das Unternehmen in eine angespannte Position gebracht, die „erheblichen Liquiditätsdruck“ verursachte, hatte Firmenchef Palmer Ende Januar in einer Mitteilung an die Investoren eingeräumt. Doch dann trat der kanadische Milliardär Lawrence Stroll in Erscheinung.

    Retter in der Not

    Stroll kündigte an, dass ein von ihm angeführtes Konsortium für umgerechnet rund 237 Millionen Euro einen Anteil von zunächst 16,7 Prozent an Aston Martin übernehmen werde. Später soll der Anteil auf 20 Prozent steigen.

    Aston Martin stelle einige der „kultigsten“ Luxusautos der Welt her. Die Investition solle sicherstellen, dass das Unternehmen aus einer Position finanzieller Stärke agieren kann, begründete Stroll, dessen Vermögen auf über zwei Milliarden Euro geschätzt wird, seine Investition. 2018 hatte sich der Kanadier in das formel-1-Team Racing Point eingekauft. Ab der Rennsaison 2021 soll es als „Aston Martin F1“ antreten.

    Das frische Geld soll vor allem zur Finanzierung des ersten SUV von Aston Martin, den DBX, genutzt werden, in den man große Hoffnungen setzt. Das Fahrzeug, das ab umgerechnet gut 190.000 Euro zu haben sein dürfte, soll im Sommer auf den Markt kommen. Es seien schon mehr Bestellungen angenommen worden als man für 2020 geplant habe, sagte Palmer.

    Manche Beobachter sind jedoch skeptisch, ob sich der DBX gegen die Konkurrenz durchsetzen kann. Andere Hersteller wie etwa Rolls-Royce und Bentley haben schon einen Luxus-SUVs im Angebot.

    Risiko durch Coronavirus

    Dazu kommt, dass auch der Coronavirus droht, die Pläne von Aston Martin durcheinander zu bringen. Zum einen wegen der Bedeutung des chinesischen Marktes als Absatzgebiet – im vergangenen Jahr machten chinesische Händler neun Prozent des Absatzes aus und war der am schnellsten wachsende Markt.

    Rivale Jaguar Land Rover hatte vergangene Woche gewarnt, dass wegen der Epidemie derzeit in China „null“ Fahrzeuge verkauft würden. Zudem beziehen viele Autohersteller, auch Aston Martin, Bauteile aus chinesischen Fabriken. JLR-Chef Ralf Speth hatte deswegen erklärt, dass schon im März Teile fehlen könnten.

    Bislang gebe es keinerlei Auswirkungen auf die Produktion bei Aston Martin, und bis „mindestens Ende März“ seien die Lieferungen sicher, beteuerte Palmer am Donnerstag. Außerdem werde der DBX plangemäß im Laufe des zweiten Halbjahrs als letztes auf den chinesischen Markt gebracht, und bis dahin „hoffen und beten wir, dass das Virus bis dahin abgeklungen ist“.

    Der versprochene Neuanfang müsse schnell vonstattengehen, warnt Analyst Vettese. So gut sich die Autos auch in den Filmen behaupten würden, „in der Realität steckt Aston Martin in Schwierigkeiten und es gebt begründete und immer größere Sorgen um die Zukunft des Unternehmens“. Spekulationen, dass angesichts der Probleme Firmenchef Palmer seinen Posten räumen müsse, bewahrheiteten sich nicht.

    Gleichwohl verlässt Finanzvorstand Mark Wilson spätestens Ende April das Unternehmen. Die Verwaltungsratsvorsitzende Penny Hughes gibt ihr Amt – wie bereits im Januar bekannt wurde – an Stroll ab. Dieser sei bekannterweise „jemand, der Dinge mit beiden Händen anpackt“, sagte Palmer, aber er sei nach wie vor für das operative Geschäft zuständig und rechne nicht damit, dass sich an seiner Position etwas ändere.

    Mehr: Dieser Auto-Fanatiker steigt bei Aston Martin ein – und soll künftig das Kontrollgremium führen

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