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Luxusautohersteller VW-Tochter Bentley droht ein rabenschwarzes Jahr

Die britische Tochter bereitet dem Wolfsburger Autokonzern in diesem Jahr keine große Freude. Der Luxusautohersteller steckt tief in den roten Zahlen.
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China ist für die VW-Tochter Bentley ein wichtiger Markt. Doch auch die Verkäufe in der Volksrepublik schützen Bentley in diesem Jahr nicht vor Verlusten. Quelle: Bloomberg
Bentley auf der Guangzhou Autoshow in China

China ist für die VW-Tochter Bentley ein wichtiger Markt. Doch auch die Verkäufe in der Volksrepublik schützen Bentley in diesem Jahr nicht vor Verlusten.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Für den britischen Luxusautohersteller Bentley entwickelt sich 2018 zu einem rabenschwarzen Jahr. Wie dazu aus Konzernkreisen verlautete, wird die Volkswagen-Tochter das laufende Jahr voraussichtlich mit einem operativen Verlust von rund 250 Millionen Euro abschließen. Bis zum Ende des dritten Quartals hatte das Minus schon bei 130 Millionen Euro gelegen.

Ein Konzernsprecher wollte sich zur aktuellen Ertragssituation des Unternehmens nicht äußern. Er verwies stattdessen auf eine Äußerung von VW-Finanzchef Frank Witter, der bereits im Sommer von einem „schwierigen Gesamtjahr für Bentley“ sprach.

Bentley kämpft schon länger mit großen internen Problemen. Produktionsanläufe neuer Modelle haben nicht richtig funktioniert, die Versorgung mit Motoren durch die Konzernschwester Audi bereitete ebenfalls Schwierigkeiten. Vor wenigen Wochen kündigte der britische Autohersteller an, dass der Verkauf von Dieselfahrzeugen in Europa komplett eingestellt wird. Der im Februar eingesetzte neue Bentley-Chef Adrian Hallmark muss jetzt die Elektrifizierung der Modellpalette vorantreiben.

Die britische Volkswagen-Tochter bewegt sich schon seit Jahren auf dem Weg nach unten. 2017 hatte das Unternehmen gerade noch einen Gewinn von 55 Millionen Euro geschafft, die Hälfte des Ergebnisses aus dem Jahr zuvor. Umsatz und Fahrzeugabsatz sind gleichermaßen zurückgegangen. Im vergangenen Jahr war der Umsatz bereits um neun Prozent auf 1,8 Milliarden Euro gefallen.

In diesem Jahr dürfte sich diese Entwicklung fortgesetzt haben. Bentley ist weit entfernt von einer Rendite von zehn Prozent und mehr, die für Hersteller von Luxus- und Premiumfahrzeugen eigentlich üblich sind.

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Der britische Autohersteller bekommt heute unternehmerische Fehlentscheidungen aus der Vergangenheit zu spüren. „Bentley ist völlig überinvestiert und erstickt in den Abschreibungen“, sagt ein Konzernmanager in Wolfsburg. 2018 sei das Jahr, in dem das Unternehmen seine Bilanz in Ordnung bringen müsse.

Über Jahre sei von Wolfsburg nie richtig hingesehen worden, was bei Bentley passiere. Im nächster Jahr könne dann ein ordentlicher Neuaufbau beginnen. 2019 soll Bentley auch wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Um wieder ordentliche schwarze Zahlen schreiben zu können, dürfte Bentley in Zukunft stärker auf Ressourcen aus dem Volkswagen-Konzern zurückgreifen. Im VW-Werk in Zwickau werden bereits Rohkarossen für das britische Unternehmen gefertigt. Außerdem arbeitet die Porsche-Fabrik in Leipzig für den Hersteller von Luxusfahrzeugen, den Volkswagen vor 20 Jahren gekauft hatte.

Luxus-Marken könnten zusammengelegt werden

Absehbar ist auch eine stärkere Zusammenarbeit mit den anderen Luxusmarken aus dem VW-Konzern. Vorstandschef Herbert Diess hatte bei seinem Amtsantritt im April die Einführung von Markengruppen angekündigt. Bentley gehört mit Porsche und Bugatti zur Gruppe Luxus und Sport, zu der später Lamborghini dazukommen soll. Der italienische Sportwagenhersteller ist im Moment noch Audi zugeordnet.

Die Zusammenarbeit und eine mögliche Integration der verlustreichen Tochter Bentley könnte allerdings noch weiter gehen. So wird im Konzern überlegt, die vier Luxusmarken unter Führung von Porsche in einem eigenen Unternehmen zusammenzulegen. Wie es dazu in VW-Kreisen hieß, ist darüber noch keine Entscheidung gefallen.

Kurzfristig muss Bentley zunächst weitgehend eigenständig aus den roten Zahlen herauskommen. Wegen der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung wird das britische Unternehmen im Konzern inzwischen unverblümt als Sanierungsfall gesehen. Der Plan für die Modellwechsel sei falsch aufgestellt worden, die Produktpalette sei nicht gut genug und es gebe „keine vernünftige Derivate-Strategie“.

Ein ungeregelter Brexit ohne Vereinbarung zwischen der Regierung in London und der EU dürfte die Probleme bei Bentley zusätzlich noch vergrößern. Bentley-Chef Hallmark hatte schon im Oktober vor den Folgen eines ungeregelten Brexits gewarnt. Ein EU-Ausstieg ohne Abkommen könne sich „ziemlich schädlich“ auf das Unternehmens auswirken. Zudem könnte es zu Einschränkungen bei den Investitionsmöglichkeiten kommen.

Falls es bis zum Jahresende keine Einigung mit der EU gebe, müsse Bentley eine weitere Aufstockung der Lagerbestände prüfen. Zudem könnte es auch Ausfalltage in der Produktion geben. Der Luxushersteller habe schon mit der Einlagerung von Bauteilen begonnen, um für Lieferengpässe gerüstet zu sein. Damit sind bei der britischen Volkswagen-Tochter zusätzliche Kosten entstanden.

Ein ungeregelter Brexit stünde einer intensiveren Zusammenarbeit mit anderen Marken aus dem Volkswagen-Konzern entgegen. Teile, die etwa aus deutschen VW- und Porsche-Fabriken an Bentley geliefert werden, würden dann wahrscheinlich mit einem zusätzlichen Zoll belegt. Für Bentley arbeiten etwa 4000 Menschen im mittelenglischen Crewe südlich von Manchester.

In der vergangenen Woche hatte VW-Finanzvorstand Witter einen Renditeplan für die verschiedenen Automarken aus dem Volkswagen-Konzern bis zum Jahr 2025 vorgelegt. Bentley fehlte dabei.

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  • "Vor wenigen Wochen kündigte der britische Autohersteller an, dass der Verkauf von Dieselfahrzeugen in Europa komplett eingestellt wird. Der im Februar eingesetzte neue Bentley-Chef Adrian Hallmark muss jetzt die Elektrifizierung der Modellpalette vorantreiben." Luxusmarken wie Bentley werden nicht die Elektromobiltät der Zukunft gestalten. Zumal der Trend weg vom Statussymbol Auto hin zur mobilen Car2Go Nutzung geht. Es gibt spannende und innovative, neue Technologien für die Elektromobilität der Zukunft. Seit der Vergabe des Nobelpreises füf Physik 2015 ist klar, dass Neutrino-Energy die unendliche Ressource für die Elektromobiltät und mobile, dezentrale Stromversorgung wird. Billionen von Neutrinos strömen mit der Solaren Strahlung weltweit und können allerorts in emissionsfreie Energie gewandelt werden mittels Haushaltsgeneratoren/ PowerCubes. Dazu liegen internationale, universitäre Forschungsergebnisse und Patente der Berliner Neutrino Energy Group bereit. Mit einem ersten Kleinfahrzeug PI, das mit unendlicher Reichweite fahren kann, quasi aus der Luft Tanken würde, angetrieben von Tag und Nacht milliardenfach strömenden Neutrinos, welche emissionsfreie Energie abgeben, kann ein Meilenstein gesetzt werden. Hier sollte die Deutsche Autoindustrie JETZT Andocken um Fehlinvestitionen in veraltete und teure Batteriezelltechnologien zu vermeiden und vor allem, um wieder technologischen Vorsprung im Weltmarkt zu erringen. XXL.

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