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Macron sagt „non“ Was Frankreichs Aus für den Verbrenner bedeutet

Es ist eine Botschaft – an die Autoindustrie und an Donald Trump: Ab 2040 will Frankreichs Präsident Macron keine Verbrennungsmotoren mehr zulassen. Doch ein Risiko geht Macron mit dem Vorstoß nicht ein. Eine Analyse.
06.07.2017 Update: 06.07.2017 - 16:51 Uhr 7 Kommentare
Ab 2040 will Frankreich keine Autos mit Verbrenner-Motor zulassen. Quelle: Reuters
Eine Zapfsäule „außer Betrieb“

Ab 2040 will Frankreich keine Autos mit Verbrenner-Motor zulassen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, Paris Einen Tag, nachdem der schwedische Autobauer Volvo angekündigt hatte, schleichend aus dem Verbrenner auszusteigen, verabschiedet sich auch die zweitgrößte Industrienation Europas langsam von Diesel und Benzinern. Frankreich wird damit in 23 Jahren zum Nichtraucher. Dahinter, so verkündete es Umweltminister Nicolas Hulot, stehe das Ziel, Frankreich bis 2050 völlig klimaneutral aufzustellen. CO2, das erzeugt wird, solle dann an anderer Stelle kompensiert werden. Mit dem Verbrenner sei das nicht mehr möglich.

Der Ausstieg ist ein Signal an die Welt – aber vor allem auch an den US-Präsidenten Donald Trump. Ziel des französischen Klimaplans ist es, das Klimaschutzabkommen von Paris zu verteidigen, das Trump aufgekündigt hat. Frankreich will Speerspitze sein, kein Mitläufer.

Die Franzosen demonstrieren mit ihren Umweltplänen ihr Selbstbewusstsein. Statt sich einzureihen, geben sie die Ziele vor. Kürzlich traf sich Präsident Macron dafür sogar mit dem ehemaligen kalifornischen Gouverneur  Arnold Schwarzenegger in Paris, um gemeinsam über Klimafragen zu debattieren.

Die Elektro-Schocker
Die Speerspitze einer neuen Bewegung
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Sprintzeiten von unter drei Sekunden sind für konventionell angetriebene Supersportler eher die Ausnahme als die Regel. In der Elektroauto-Szene gehören solche Fabelwerte hingegen fast schon zum guten Ton. Um Aufmerksamkeit und Überzeugungsarbeit für den lokal emissionsfreien Elektroantrieb zu leisten, haben einige Hersteller atemberaubend schnelle Sportwagen auf die Räder gestellt, die ohne wild fauchende Benzinmotoren aberwitzige Fahrleistungen ermöglichen. Die ultraschnellen Stromer, wie dieser Nio EP9 von Next EV, bringen selbst eingefleischte Verbrennungsmotor-Fetischisten ins Grübeln...

(Foto: Hersteller)
Einer dieser neuen Wilden ist der Nio EP9, mit dem die chinesische Firma NextEV gleich in die Megawatt-Klasse eingestiegen ist
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Will heißen: Die insgesamt vier E-Motoren mobilisieren zusammen 1.000 Kilowatt (kW), was 1.360 PS entspricht. Zudem kann jede E-Maschine unglaubliche 1.480 Newtonmeter Drehmoment aus dem Stand heraus zur Verfügung stellen. Entsprechend dauert der Sprint auf 100 km/h nur 2,7 Sekunden, bis Tempo 200 verstreichen lediglich 7,1 Sekunden. Mit maximal 313 km/h gilt der EP9 als schnellster E-Sportwagen der Welt.

(Foto: Hersteller)
Im Frühjahr 2017 erzielte der Nio mit 6 Minuten 45,9 Sekunden sogar einen neuen Nordschleifenrekord
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Die Wunder-Flunder kann man übrigens kaufen. Rund 1,4 Millionen Euro soll ein Exemplar kosten. Vertrieben wird der atemberaubend schicke und mit viel Know-how europäischer Ingenieure entwickelte Stromsportler allerdings ausschließlich in China.

(Foto: Hersteller)
Techrules Ren
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Die ebenfalls in China beheimatete Firma Techrules will mit dem Ren dem Nio EP9 den Titel als schnellstes E-Mobil der Welt streitig machen. Im März 2017 wurde die Serienversion des Hypercars vorgestellt, die mit progressivem Design als auch aberwitzigen Leistungseckdaten imponiert.

In der stärksten Ausführung soll der Stromer mit Hilfe von gleich sechs E-Maschinen 960 kW/1.305 PS und 7.800 Newtonmeter in den Vortrieb werfen. Dank dieser Kraft sprintet der 1,7-Tonner in 2,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht maximal 320 km/h.

(Foto: Hersteller)
Techrules Ren
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Als Besonderheit bietet der Ren einen Reichweitenverlängerer in Form einer mit Diesel getriebenen Microturbine. Dieses Hochleistungstriebwerk soll dank 80-Liter-Tank in Kombination mit einer 25-kWh-Batterie eine Reichweite von 1.170 Kilometer erlauben. Preise werden nicht genannt, vermutlich wird der in kleiner Stückzahl in Handarbeit gefertigte Hightech-Renner jedoch einige Millionen kosten. Euro oder Dollar, versteht sich.

(Foto: Hersteller)
Rund eine Million Euro verlangt die kroatische Firma Rimac für ihr Hypercar Concept One
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In seiner jüngsten Ausbaustufe leistet der Stromer mächtige 900 kW/1.224 PS und 1.800 Newtonmeter Drehmoment, was eine Sprintzeit aus dem Stand auf 100 km/h in 2,5 Sekunden erlaubt. Die Höchstgeschwindigkeit von abgeregelten 300 km/h knackt der Balkan-Bolide nach nur 14 Sekunden.

Die insgesamt vier Motoren treiben jeweils ein Rad an, was ein besonders agiles Torque-Vectoring erlaubt...

(Foto: Hersteller)
Rimac Concept One
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Insgesamt vier Motoren treiben jeweils ein Rad an, was ein besonders agiles Torque-Vectoring erlaubt. Trotz dieser bei schnellen Kurvenfahrten hilfreichen Technik ist The-Grand-Tour-Moderator Richard Hammond mit einem Concept One jüngst beim Hemberger Bergrennen in der Schweiz mit einem Rimac von der Straße abgekommen. Der Brite brach sich ein Knie, der Rimac wurde ein Opfer der Flammen.

(Foto: Hersteller)

Sechs große Themen hat Hulot für die Amtszeit von fünf Jahren vorbereitet, neben Diesel geht es auch um Atomkraft, Kohlekraftwerke oder Energiesparmaßnahmen im Bau. Auch kurzfristig will man den Anteil der Verbrenner senken: Es soll Subventionen geben, wenn man ein altes Auto gegen eines mit weniger Schadstoffen eintauscht. Die Versteuerung von Benzin und Diesel soll vor 2022 angeglichen werden.

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    Nun ist 2040 dennoch kein sonderlich ambitioniertes Datum für einen raschen Ausstieg. Die Autoindustrie gibt sich angesichts der jüngsten Ankündigung gelassen. 23 Jahre sind in der Rechnung der Industrie mehrere Modellgenerationen – und Regierungswechsel. Wie die Welt im Jahr 2040 aussehen wird, weiß kein Hersteller. Daran, dass der Verbrenner in diesem Jahr angesichts der ambitionierten Klimaziele von Paris in Zentraleuropa noch eine Rolle spielen wird, glauben ohnehin die wenigsten.

    Die Franzosen riskieren mit dem nun verkündeten Ausstieg nicht viel. Die heimische Autoindustrie ist bislang ohnehin zu großen Teilen in Segmenten unterwegs, die sich auch mit alternativen Antrieben betreiben lassen. „Renault ist in sowohl bei Benzin- und Dieselfahrzeugen, als auch beim Elektroantrieb sehr gut aufgestellt und hat jederzeit die Möglichkeit, Verschiebungen aufzufangen und die industrielle Produktion an die Nachfrage des Marktes anzupassen“, teilte Renault mit. Bei der E-Mobilität gehört Renault heute schon zu den führenden Anbietern. Und auch bei PSA (Peugeot-Citroen) betont ein Sprecher, dass das Unternehmen ohnehin bis 2023 mehr als dreiviertel aller Fahrzeuge auch mit einem elektrischen Antrieb anbieten wolle. Die Aktienkurse der beiden Konzerne reagierten nicht auf die Ankündigung.

    „Eine Revolution“ mit Signalwirkung
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    7 Kommentare zu "Macron sagt „non“: Was Frankreichs Aus für den Verbrenner bedeutet"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Holger Narrog - 07.07.2017, 10:38 Uhr

      Machen Sie doch mal einen Vorschlag, wie sich die Vorteile eines Elektrofahrzeuges (Umweltfreundlichkeit, Ressourcenschonung, geringere Lärmemissionen) in einem kapitalistischen Wettbewerb durchsetzen können, solange ein Diesel während seiner Lebenszeit preiswerter ist, als ein vergleichbares Elektrofahrzeug. Sollen die Umweltkosten von Verbrennern (und Fossilen Kraftwerken) in den Kaufpreis eingerechnet werden?

      Die Zeiten, wo jede Umweltverschmutzung und jede Sauerei dann goutiert wurden, wenn es billig ist, sind vorbei. Und da bin ich froh drüber.

      Zum Glück werden Elektrofahrzeuge auch wirtschaftlich Verbrennern gegenüber überlegen werden. Die Wartungskosten sind viel geringer und Wind- und Solarstrom sorgen dann für niedrige Strompreise, wenn der Himmel blau ist und/oder der Wind weht. Diesen Preisvorteil muss man nur an den Verbraucher durchstellen.

    • Herr Europaeer...Ihr Kommentar entspricht dem ökosozialistischen Wettbewerbsgedanken. Man schikaniert die Anbieter unliebsamer Produkte mit Auflagen und Verboten bis diese aus dem Markt ausscheiden müssen.

      Das Ziel ist wahrscheinlich eine verarmte, feudalistische Gesellschaft.

      Was spräche denn dagegen Elektroautos in einen kapitalistischen Wettbewerb mit Verbrennerautos treten zu lassen. Wenn das Elektromobil besser wird, werden sich die Kunden ohne Schikanen und Subventionen für ein solches entscheiden.

    • 2040? Es wird schneller gehen.

      Schon 2030 werden bei Neufahrzeugen reine Diesel oder Benziner den gleichen Stellenwert den gleichen Stellenwert haben, wie Negativ- oder Diafilme in der heutigen Fotografie.

      Wie oben im Text anklingt, wird der Druck in Richtung abgasarme Fahrzeuge weniger aus europäischen Städten kommen, sondern aus den Metropolen auf der Welt, wo die Luft heute schon denkbar schlecht ist. Ich vermute, sobald Elektrofahrzeuge halbwegs auf dem Preisniveau wie Verbrenner verkauft werden können, wird es in Peking, Hongkong oder Tokio nicht mehr möglich sein, ein Benziner oder Diesel neu zuzulassen.

      Das von einigen Städten in Deutschland angedachte Diesel-Fahrverbot ist nur der Anfang. Die Menschen, die in der Stadt leben, akzeptieren immer weniger, dass Benzin- und Diesel-Junkies ihnen die Atemluft vergiften und den Städtern ein erhöhtes Krebsrisiko aufdrücken.

    • Blanker Aktionismus ohneHand und Fuss. Was Sinn macht, ist eine Emissionsreduktion in urbanen Gebieten. Das E-Auto ist keine Antwort auf nichts. In der Stadt werden E-Fahrräder, E-Roller und E-Kleinwagen das Rennen machen. In der Langstrecke wird der Verbrenner max. über einen E-Zusatzantrieb zum Hybrid.

      Das reine E-Auto a la Tesla ist weder energie- und abgassparsamer, und die logistischen Herausforderungen des Auftankens sind völlig ungelöst wenn es zum Massenmarkt kommt.

      Der Diesel ist und bleibt das Mass der Dinge i.S. Energieeffizienz, nur Dumme und bewusste Lügner leugnen dieses Faktum.

      Evt. geht es sogar nur darum Deutschland von der einsamen Spitze der Automobilindustrie zu stossen.

    • Ab 2040 will Frankreichs Präsident Macron..
      Der Herr regiert aber lange oder sollte man warten ob er die nächsten Monate politisch überlebt ?

    • Vielleicht baut die Autoindustrie die Autos die von den Käufern verlangt werden. Das muss nicht unbedingt mit der kommunistischen Planwirtschaft übereinstimmen! Die aktuellen Zulassungszahlen in D beweisen es. Die planwirtschaftlichen Daten sind
      zehnfach höher, als der tatsächliche Absatz, trotz Beglückungsprämie vom Staat.
      Neben der Ladeproblematik, Reichweite etc gibt es noch eine steuerliche Seite. Der Sprit ist hart besteuert, während der Strom dagegen nur gering belastet wird. Wo soll
      der Staat dann bei Vollendung seine E-Träume das Geld hernehmen um die Straßen
      zu bauen und zu unterhalten? Nimmt er es auch von den E-Autos, wird der Strom
      für selbige doppelt so teuer. Das ganze ist eine Milchmädchenrechnung und der ach so schlaue französische Präsident, ist garnicht so toll, wie es scheinen soll.

    • Ztat:
      "Für die Franzosen wäre ein Umstieg auf die elektrische Mobilität auch konsequent, weil der Strom des Landes zu großen Teilen mit Atomkraftwerken erzeugt wird, die den CO2-Ausstoß eines durchschnittlichen Elektroautos schon heute auf schmale 7 Gramm senken."

      Tja, der Weg ist in Deutschland wohl für alle Zeit verbaut.....

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