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Makoto Uchida Mit dem neuen E-Auto Ariya versucht der Nissan-Chef einen Neuanfang

Hausgemachte Probleme und die Coronakrise drückten den Autobauer tief in die Verlustzone. Das neue Auto soll nun die Wende bringen.
15.07.2020 - 15:34 Uhr Kommentieren
Seit Dezember vorigen Jahres ist der Manager als neuer Chef für die Sanierung zuständig. Quelle: Bloomberg
Makoto Uchida

Seit Dezember vorigen Jahres ist der Manager als neuer Chef für die Sanierung zuständig.

(Foto: Bloomberg)

Tokio Die Corona-Pandemie zwingt Nissan-Chef Makoto Uchida zu einer eigentlich standesgemäßen Produkteinführung. Die Vorstellung des neuen Elektroautos Ariya wurde am Mittwoch, wie es sich für ein vollvernetztes, mit Fahrassistenten aufgepepptes Stromauto gehört, aus dem Hauptquartier in Yokohama besucherfrei im Internet übertragen. Statt Applaus von Claqueuren gab es daher diesmal nur hehre Worte. Mit dem E-Fahrzeug will Uchida den Renault-Partner aus der Krise steuern.

„Willkommen zu dieser bedeutenden Gelegenheit für Nissan“, sagte Uchida zur Begrüßung. „Der Ariya beginnt ein neues Kapitel in unserer Geschichte, er setzt das Tempo für künftige Fahrzeuge Nissans.“ Und um die Bedeutung des Tages zu verdeutlichen, stellte der 53-jährige Konzernchef gleich noch ein neues Nissan-Logo vor, das zuerst den Ariya zieren wird.

Tatsächlich benötigt Nissan nach den Skandalen und Verlusten der vergangenen Jahre einen Neustart. Hausgemachte Probleme wie die Entmachtung des Übervaters der französisch-japanischen Autoallianz, Carlos Ghosn, und die Anfänge der Coronakrise drückten Nissan im Ende März abgelaufenen Bilanzjahr 2019 bereits mit 5,5 Milliarden Euro in die Verlustzone. Uchida ist nun seit Dezember vorigen Jahres als neuer Chef für die Sanierung zuständig.

Der Aufsichtsrat hatte mit Absicht das Steuer dem Quereinsteiger in die Hand gedrückt. Der Theologe hatte seine Karriere bei einem internationalen Handelshaus begonnen und wurde erst 2003 von Ghosn zu Nissan gelotst. Danach machte er im Konzern und in der Allianz Karriere. Aber gleichzeitig war er weit genug von Ghosn wie auch den jahrzehntealten Feindschaften bei Nissan entfernt, für die der Autobauer bekannt ist.

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    Nun muss er nicht nur die Partnerschaft mit Renault kitten, was mit dem jüngst vorgestellten neuen Allianzplan begann. Er muss auch den Absatz wiederbeleben. Zehn Jahre nach dem ersten als Massenmodell konzipierten Elektroauto Leaf symbolisiert der Ariya den Beginn einer neuer Modelloffensive – und Nissans Hoffnung, bei Elektroautos einer der großen Anbieter zu bleiben.

    Eine Million E-Autos pro Jahr

    Von den zwei Leaf-Generationen verkauften die Japaner insgesamt etwa 500.000 Modelle. Uchida will die Verkäufe elektrifizierter Fahrzeuge auf eine Million Stück pro Jahr steigern. Der Ariya ist dabei das erste Auto, das auf der neuen Plattform für mittelgroße Elektroautos aufbaut, die Nissan für die Allianz entwickelt hat.

    Auch bei der Ausstattung versucht Nissan, Zeichen zu setzen. Die stärkste Allradversion mit dem großen 90-kWh-Akku surrt laut Nissan 610 Kilometer weit und beschleunigt mit dem 290-kW-Motor in 5,1 Sekunden von null auf 100 Kilometer. Darüber hinaus erlaubt der Fahrassistent ProPilot 2.0 dank hochpräziser 3D-Straßenkarten und zentimetergenauer Satellitennavigation dem Fahrer, selbst auf Tokios Stadtautobahn mit ihren 90-Grad-Kurven dem Auto das Steuer anzuvertrauen.

    Doch Uchida winken dennoch Probleme. Erstens hat der ambitionierte Ariya seinen Preis. Während der Leaf als Auto für die Massen in der Mittelklasse ins Rennen geschickt wurde, greift der Ariya mit einem Startpreis von fünf Millionen Yen (40.000 Euro) den Kulthersteller Tesla an. „Der Preis ist hoch“, kommentiert daher der renommierte japanische Autoanalyst Takaki Nakanishi. „Der Verkauf wird nicht leicht.“

    Gleichzeitig kann sich Uchida seines Platzes am Steuer nicht sicher sein. Der Aufsichtsrat hat nach der Machtfülle Ghosns von Beginn an auf eine kollektive Herrschaft gesetzt. Und laut Medienberichten will sein Vize, der Inder Ashwani Gupta, ihn ersetzen oder wenigstens Co-Chef werden. Dies war vielleicht der Grund, warum Gupta am Mittwoch als zweiter Sprecher auftrat. Aber offenbar hat Uchida noch das letzte Wort. Er beendete das Online-Event.

    Mehr: So wollen sich Renault und Nissan neu aufstellen

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