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Manuel René Theisen Conti-Vorstand kritisiert Management – „Es fehlt ein Satz: Ich trete sofort zurück“

Der Conti-Vorstand geht mit seinen Konzernmanagern hart ins Gericht. Nach Ansicht des Governance-Experten beweist der Brandbrief allerdings vielmehr das eigene Versagen.
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Theisen ist Herausgeber der Fachzeitschrift „Der Aufsichtsrat“ und traut sich, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Quelle: picture alliance / FOLTIN Jindri
Manuel René Theisen

Theisen ist Herausgeber der Fachzeitschrift „Der Aufsichtsrat“ und traut sich, unangenehme Wahrheiten auszusprechen.

(Foto: picture alliance / FOLTIN Jindri)

Düsseldorf Der Wirtschaftsprofessor Manuel René Theisen gilt als Governance-Experte in Deutschland. Er ist Herausgeber der Fachzeitschrift „Der Aufsichtsrat“, und er traut sich, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Das Schreiben des Conti-Vorstands an die Senior Executives des Konzerns hat allerdings auch ihn überrascht.

Herr Theisen, wie bewerten Sie den Brief des Conti-Vorstands an seine zweite Führungsebene?
Der Brief ist außergewöhnlich. So etwas habe ich noch nie zur Kenntnis genommen. Soll das ein Weg sein, seine Leute zu motivieren?

Wie meinen Sie das?
Der ganze Brief klingt doch nach: „Ich hab’s nicht geschafft, schafft ihr das mal.“ Die Führung des Unternehmens ist doch die ureigenste Aufgabe des Vorstands. Das kann er nicht auf die zweite Führungsebene wegdelegieren. Etwas ganz anderes ist es, seinen Leuten ein gutes Vorbild zu sein und sie dann auch mitzunehmen und zu motivieren. Aber nicht mit so einem Brief.

Einige Abteilungen bei Conti scheinen sehr hartnäckig Widerstand gegen Veränderungen zu leisten, ist dem Brief zu entnehmen.
Ja eben, die Probleme bestehen offenbar schon länger. Und warum hat der Vorstand sie dann nicht gelöst?

Continental hat seit Jahresbeginn ein Drittel des Börsenwertes verloren. Der Druck scheint hoch zu sein.
Ich vermute auch, das Schreiben des Vorstands richtet sich mehr nach außen als nach innen. Sie können doch ihre Führungsmannschaft nicht dadurch motivieren, dass sie mit der Unruhe unter den Shareholdern drohen. Der Aktienkurs ist ja nicht gefallen, weil die Leute bei Conti nicht arbeiten. Aber das alles so zu kommunizieren ist unprofessionell und wirkt eher hilflos.

Was würden Sie dem Vorstand raten?
Im Grund genommen fehlt ein Satz: „Und aus diesem Grund trete ich sofort zurück.“ Der Vorstand gesteht im Prinzip ein, in der Führung versagt zu haben.

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